Wlodkowski: Intensivierung und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch

Bildung und Beratung durch Landwirtschaftskammern, LFI, Bäuerinnen, Landjugend

Wien (OTS) - "Dass Intensivierung und Nachhaltigkeit kein Widerspruch sein müssen, zeigen Österreichs Bäuerinnen und Bauern seit Jahren vorbildhaft. Die steigende Nachfrage nach agrarischen Produkten -laut OECD muss die Erzeugung in den nächsten 40 Jahren um 60% zunehmen - ist ein klarer Auftrag, diesen Weg weiterzugehen. Damit es uns gelingt, den Anforderungen der Märkte und den Wünschen der Konsumenten ebenso gerecht zu werden wie den Notwendigkeiten von Natur und Umwelt, müssen das EU-Agrarbudget und die neuen Regeln der EU-Agrarpolitik stimmen. Eine ausreichend dotierte Ländliche Entwicklung, die nicht durch unflexible 'Greening'-Vorschriften eingeschränkt wird, ist da ebenso notwendig, wie eine umfassende Aus-und Weiterbildung und Beratung, die die Landwirtschaftskammern mit LFI und den Organisationen für Meister, Bäuerinnen und Landjugend auch in Zukunft bereitstellen können." Dies erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, heute im Rahmen der Wintertagung 2013 des Ökosozialen Forums, die unter dem Motto "Nachhaltige Intensivierung" steht.

Bildung und Beratung für mehr Erfolg

"Wer am Markt Erfolg haben will, muss für den Wettbewerb gewappnet sein. Doch Erfolg oder Misserfolg eines Betriebes hängen auch von den Fähigkeiten des Betriebsführers ab. Die Landwirtschaftskammern und mit ihnen das LFI, die Organisationen der Meister, der Bäuerinnen und der Landjugend sind bereit und in der Lage, den Bäuerinnen und Bauern ein umfassendes Bildungs- und Beratungsangebot für den nötigen Betriebserfolg anzubieten. Dieses deckt die konventionellen Bereiche in allen Sparten ebenso ab wie den Biolandbau. Es umfasst Direktvermarktung, Ab Hof-Verkauf und Urlaub am Bauernhof genauso wie die Suche nach Innovationen oder neuen Modellen der betrieblichen Zusammenarbeit. Damit wird der persönliche und berufliche Erfolg gestärkt und die Lebensqualität verbessert. Ziel ist es, mit jedem interessierten bäuerlichen Unternehmer ein maßgeschneidertes Betriebsmodell zu entwickeln, damit dieser erfolgreich die Anforderungen der nächsten Jahre meistern kann", kündigte Wlodkowski eine noch stärkere Betonung des Schwerpunktes Aus- und Weiterbildung an.

GAP neu: Bauern wollen Planungssicherheit

"In den kommenden Wochen fällt die Entscheidung über den EU-Finanzrahmen und somit auch über das EU-Agrarbudget und anschließend jene über die Inhalte der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft zu verbessern, ist es unabdingbar, im neuen Programm Ländliche Entwicklung nachhaltiges Investieren zu unterstützen. Denn nur durch starke Betriebe können wir den wachsenden Anforderungen des Marktes und des Wettbewerbes offensiv begegnen. Voraussetzung für eine Neuausrichtung der Investitionsförderung, aber auch für die Anpassung des Umweltprogrammes ÖPUL und für eine zukunftsorientierte Förderung der benachteiligten Gebiete und der Berggebiete, ist neben einem ausreichend dotierten EU-Agrarbudget auch eine unverändert gestaltete nationale Kofinanzierung. Wir appellieren an alle Verantwortlichen, die Verhandlungen zügig voranzutreiben, denn die Bauern brauchen für ihre unternehmerischen Entscheidungen Planbarkeit und Berechenbarkeit", unterstrich Wlodkowski.

Wettbewerbsfähigkeit stärken

"Tragende Säulen der Landwirtschaft waren und sind neben dem Einkommen, das mit dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen am Markt erwirtschaftet wird, die Zahlungen der öffentlichen Hand für die naturbedingten Nachteile im Berggebiet und für die Umwelt-Leistungen der Bauern. Daran wird sich auch zwischen 2014 und 2020, also in der nächsten EU-Finanzperiode, nichts ändern. Somit gilt es einerseits, in den laufenden Verhandlungen über die Reform der GAP ein optimales Ergebnis für Österreich zu erzielen und gleichzeitig Regeln zu erreichen, die es den Betrieben möglich machen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Daher wenden wir uns unverändert gegen Kürzungen im Bereich Ländliche Entwicklung", stellte Wlodkowski klar.

Als ein konkretes Beispiel dafür nannte Wlodkowski den Lebensmittelbereich: "Offene Märkte und flexible Konsumenten führten in den letzten Jahren dazu, dass Bauern, Lebensmittelindustrie und -handwerk sowie der Handel verstärkt zusammenarbeiteten. Diesen Weg wollen wir intensivieren, um einerseits im internationalen Wettbewerb besser zu bestehen und andererseits die Wertschöpfung im Inland spürbar zu heben. Dazu gilt es, mit Mitteln und Regeln der Ländlichen Entwicklung entlang der Wertschöpfungskette die Weichen so zu stellen, dass die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt, das Angebot gebündelt, innovative Projekte forciert und neue Exportstrategien entwickelt werden", hielt der LK-Präsident fest.

Lebendiger ländlicher Raum

"Wir wollen die neue Ländliche Entwicklung, über deren Finanzierung und Inhalt derzeit intensive Verhandlungen in Brüssel und Wien laufen, offensiv für unsere Bäuerinnen und Bauern nutzen. Denn es geht um die Zukunft unserer bäuerlichen Unternehmer, es geht um den Agrarstandort Österreich, es geht aber auch um tausende Arbeitsplätze, die am Arbeitsplatzmotor Land- und Forstwirtschaft hängen. Nur wenn wir auch in Zukunft genügend innovative, wettbewerbsstarke Betriebe halten können, bleibt der ländliche Raum umfassend lebendig, wovon letztlich alle Menschen am Land profitieren", stellte Wlodkowski fest.
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