Keine Prüfungsgebühren für Studieninteressierte!

Noch viele Fragezeichen bei Regelungen für Zugangshürden

Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft stellt sich klar gegen die UG-Novelle, die morgen den MinisterInnenrat passieren soll. "Mit der Salamitaktik der Regierung wird eindeutig versucht Schritt für Schritt flächendeckende Zugangsbeschränkungen einzuführen und noch mehr junge Menschen von den Hochschulen fernzuhalten", so Christoph Huber, Generalsekretär der ÖH. "So wird es zum Beispiel nicht möglich sein, den Prüfungsstoff wie angedacht sechs Monate vor der Prüfung bekanntzugeben. Es wird wahrscheinlich sogar nur drei Monate Vorbereitungszeit für die ersten Prüfungen im Juli geben. Wie so oft bezahlen die Studierende für den überhasteten Hüftschuss der Regierung."

"Ein großes Rätselraten herrscht auch um die Kosten für die Zugangshürden. Noch ist völlig unklar, wer für die Kosten für die Testerstellung, -durchführung, - auswertung, Raummieten, Transport etc. aufkommen wird. Laut der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage vom 29. Juni 2012 hat der Aufnahmetest an den Medizinischen Universitäten 2011 für knapp 10.000 Studierende 738.300,55 Euro gekostet - die tatsächlichen Kosten sind aber um einiges höher anzusiedeln, da Entwicklung und Auswertung an der Uni Graz sowie Durchführung an der Universität Wien mit Eigenpersonal durchgeführt wurde", so Huber. "Wer diese Kosten für die neuen Zugangshürden tragen wird, weiß noch niemand. Um zu verhindern, dass die Universitäten Prüfungsgebühren von den Studierenden einheben, fordern wir, diese Möglichkeit gesetzlich zu unterbinden. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens, weil es wieder einmal eine sehr fragwürdige Auslegung der Autonomie der Universitäten voraussetzen würde und der Verfassungsgerichtshof sich auch mit anderen Themen als den Universitäten zu beschäftigen hat. Zweitens, weil Prüfungsgebühren für Studierende aus niedrigen sozialen Schichten, vor allem wenn sie auch die Anreise bezahlen müssen, ein großes Problem darstellen - die Auswirkungen sieht man beispielsweise bei den Medizinstudien, die die schlechteste soziale Durchmischung von allen Studien aufweisen."

Auch sonst liegt noch vieles im Dunklen, ist Huber besorgt: "Was die im Gesetz vorgesehene "Mehrstufigkeit" der Aufnahmeverfahren bedeuten soll, ist noch unklar. Wenn diese nicht ausformuliert wird, wird es bei Lippenbekenntnissen bleiben und die Zukunft von jungen Menschen von der Tagesverfassung entschieden werden." Ein weiteres Problem ergibt sich, falls, wie kolportiert, die Aufnahmetests für idente Studien am selben Tag durchgeführt werden. "Die herbeigewünschte regionale Verteilung der Studierenden führt sich ad absurdum, wenn es für ein Fach überall Aufnahmeprüfungen gibt und diese am selben Tag stattfindet."

Zusammenfassend ist die ÖH höchst alarmiert, dass kurz vor der Realisierung der ersten Aufnahmetest noch so viele Fragezeichen existieren und fordert das Wissenschaftsministerium sowie die Universitäten auf, den Verhandlungsstand offenzulegen. Huber erinnert: "Es hat sich schon in der Vergangenheit gezeigt, dass das Ministerium bei legistischen Fragen oftmals danebenliegt - die bevorstehende Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes zu Studiengebühren ist nur ein Beispiel. Als gesetzliche Vertretung der Studierenden bestehen wir auf die Einbindung in solchen Fragen, damit abseits von den politischen Unsinnigkeiten wenigstens die Rechtssicherheit der Studierenden gewährt ist."

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