- 21.01.2013, 11:23:28
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Keine Prüfungsgebühren für Studieninteressierte!
Noch viele Fragezeichen bei Regelungen für Zugangshürden
Utl.: Noch viele Fragezeichen bei Regelungen für Zugangshürden =
Wien (OTS) - Die Österreichische HochschülerInnenschaft stellt sich
klar gegen die UG-Novelle, die morgen den MinisterInnenrat passieren
soll. "Mit der Salamitaktik der Regierung wird eindeutig versucht
Schritt für Schritt flächendeckende Zugangsbeschränkungen einzuführen
und noch mehr junge Menschen von den Hochschulen fernzuhalten", so
Christoph Huber, Generalsekretär der ÖH. "So wird es zum Beispiel
nicht möglich sein, den Prüfungsstoff wie angedacht sechs Monate vor
der Prüfung bekanntzugeben. Es wird wahrscheinlich sogar nur drei
Monate Vorbereitungszeit für die ersten Prüfungen im Juli geben. Wie
so oft bezahlen die Studierende für den überhasteten Hüftschuss der
Regierung."
"Ein großes Rätselraten herrscht auch um die Kosten für die
Zugangshürden. Noch ist völlig unklar, wer für die Kosten für die
Testerstellung, -durchführung, - auswertung, Raummieten, Transport
etc. aufkommen wird. Laut der Beantwortung einer parlamentarischen
Anfrage vom 29. Juni 2012 hat der Aufnahmetest an den Medizinischen
Universitäten 2011 für knapp 10.000 Studierende 738.300,55 Euro
gekostet - die tatsächlichen Kosten sind aber um einiges höher
anzusiedeln, da Entwicklung und Auswertung an der Uni Graz sowie
Durchführung an der Universität Wien mit Eigenpersonal durchgeführt
wurde", so Huber. "Wer diese Kosten für die neuen Zugangshürden
tragen wird, weiß noch niemand. Um zu verhindern, dass die
Universitäten Prüfungsgebühren von den Studierenden einheben, fordern
wir, diese Möglichkeit gesetzlich zu unterbinden. Und zwar aus zwei
Gründen: Erstens, weil es wieder einmal eine sehr fragwürdige
Auslegung der Autonomie der Universitäten voraussetzen würde und der
Verfassungsgerichtshof sich auch mit anderen Themen als den
Universitäten zu beschäftigen hat. Zweitens, weil Prüfungsgebühren
für Studierende aus niedrigen sozialen Schichten, vor allem wenn sie
auch die Anreise bezahlen müssen, ein großes Problem darstellen - die
Auswirkungen sieht man beispielsweise bei den Medizinstudien, die die
schlechteste soziale Durchmischung von allen Studien aufweisen."
Auch sonst liegt noch vieles im Dunklen, ist Huber besorgt: "Was die
im Gesetz vorgesehene "Mehrstufigkeit" der Aufnahmeverfahren bedeuten
soll, ist noch unklar. Wenn diese nicht ausformuliert wird, wird es
bei Lippenbekenntnissen bleiben und die Zukunft von jungen Menschen
von der Tagesverfassung entschieden werden." Ein weiteres Problem
ergibt sich, falls, wie kolportiert, die Aufnahmetests für idente
Studien am selben Tag durchgeführt werden. "Die herbeigewünschte
regionale Verteilung der Studierenden führt sich ad absurdum, wenn es
für ein Fach überall Aufnahmeprüfungen gibt und diese am selben Tag
stattfindet."
Zusammenfassend ist die ÖH höchst alarmiert, dass kurz vor der
Realisierung der ersten Aufnahmetest noch so viele Fragezeichen
existieren und fordert das Wissenschaftsministerium sowie die
Universitäten auf, den Verhandlungsstand offenzulegen. Huber
erinnert: "Es hat sich schon in der Vergangenheit gezeigt, dass das
Ministerium bei legistischen Fragen oftmals danebenliegt - die
bevorstehende Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes zu
Studiengebühren ist nur ein Beispiel. Als gesetzliche Vertretung der
Studierenden bestehen wir auf die Einbindung in solchen Fragen, damit
abseits von den politischen Unsinnigkeiten wenigstens die
Rechtssicherheit der Studierenden gewährt ist."
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