- 19.01.2013, 13:45:30
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Grasser in ÖSTERREICH: "Habe Geld von meiner Schwiegermutter in der Schweiz übernommen"
Ex-Finanzminister wehrt sich gegen neue Vorwürfe: "Werde verfolgt wie bei Orwell" - Zwei Einvernahmen bei Staatsanwaltschaft
Utl.: Ex-Finanzminister wehrt sich gegen neue Vorwürfe: "Werde
verfolgt wie bei Orwell" - Zwei Einvernahmen bei
Staatsanwaltschaft =
Wien (OTS) - Karl-Heinz Grasser nimmt im Interview mit der
Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntags-Ausgabe) ausführlich zu den neuen
Vorwürfen gegen ihn Stellung. Die Staatsanwaltschaft behauptet,
Grasser könne das vielzitierte Schwiegermutter-Geld (500.000 Euro zur
Veranlagung) im Jahr 2005 nicht, wie angegeben, von seiner
Schwiegermutter bei einem Treffen in der Schweiz erhalten haben.
Marina Giori-Lhota solle sich laut Recherchen der Staatsanwaltschaft
zu jenem Zeitpunkt nicht in der Schweiz aufgehalten haben.
"Ich sehe das völlig entspannt. Ich weiß, dass ich in Zug
(Schweiz) bei meiner Schwiegermutter am Esstisch gesessen bin und das
Geld dort übernommen habe", so Grasser. Die Vorwürfe seien völlig
absurd. "Meine Verfolger haben sich nicht entblödet, jetzt, sieben
Jahre nach der ganzen Geschichte, ein sogenanntes Bewegungsprofil zu
machen, wo ich und meine Schwiegermutter vor sieben Jahren überall
gewesen sein sollen." Dass seine Schwiegermutter damals nicht in der
Schweiz war, könne man "definitiv ausschließen". "Ich weiß, dass ich
das Geld persönlich in der Schweiz übernommen habe und es gibt meine
Frau als Zeugin dafür."
Die Verfolgung seiner Person werde "immer abenteuerlicher". "Man
gewährt mir nicht einmal Einblick in die Unterlagen, die aus
Liechtenstein gekommen sind - aber Zeitungsredaktionen haben die
Akten. Meine Verfolgung geht jetzt ins vierte Jahr, das ist schon
wie bei Orwell."
Das Thema Schwiegermutter-Geld sei bei seiner Einvernahme am 18.
Dezember und letzten Freitag im Übrigen "ein absolutes Randthema"
gewesen: "Zwei Fragen in mehr als neun Stunden Einvernahme." Es sei
ansonsten nur um das Finanzstrafverfahren gegangen. Den Vorwurf der
Steuerhinterziehung weist Grasser erneut entschieden zurück. Er habe
seine "gesamte Stiftungskonstruktion der Finanz im Vorhinein
offengelegt" und gefragt, "ob das rechtlich okay ist". "Und ich habe
schriftlich das Okay dafür bekommen."
"Jetzt kommt plötzlich ein Staatsanwalt daher und eröffnet ein
Strafverfahren in einer Sache, für die ich die Zustimmung der Finanz
hatte". Er werde sich "zur Wehr setzen und mir das nicht gefallen
lassen".
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