Grasser in ÖSTERREICH: "Habe Geld von meiner Schwiegermutter in der Schweiz übernommen"

Ex-Finanzminister wehrt sich gegen neue Vorwürfe: "Werde verfolgt wie bei Orwell" - Zwei Einvernahmen bei Staatsanwaltschaft

Wien (OTS) - Karl-Heinz Grasser nimmt im Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntags-Ausgabe) ausführlich zu den neuen Vorwürfen gegen ihn Stellung. Die Staatsanwaltschaft behauptet, Grasser könne das vielzitierte Schwiegermutter-Geld (500.000 Euro zur Veranlagung) im Jahr 2005 nicht, wie angegeben, von seiner Schwiegermutter bei einem Treffen in der Schweiz erhalten haben. Marina Giori-Lhota solle sich laut Recherchen der Staatsanwaltschaft zu jenem Zeitpunkt nicht in der Schweiz aufgehalten haben.

"Ich sehe das völlig entspannt. Ich weiß, dass ich in Zug (Schweiz) bei meiner Schwiegermutter am Esstisch gesessen bin und das Geld dort übernommen habe", so Grasser. Die Vorwürfe seien völlig absurd. "Meine Verfolger haben sich nicht entblödet, jetzt, sieben Jahre nach der ganzen Geschichte, ein sogenanntes Bewegungsprofil zu machen, wo ich und meine Schwiegermutter vor sieben Jahren überall gewesen sein sollen." Dass seine Schwiegermutter damals nicht in der Schweiz war, könne man "definitiv ausschließen". "Ich weiß, dass ich das Geld persönlich in der Schweiz übernommen habe und es gibt meine Frau als Zeugin dafür."

Die Verfolgung seiner Person werde "immer abenteuerlicher". "Man gewährt mir nicht einmal Einblick in die Unterlagen, die aus Liechtenstein gekommen sind - aber Zeitungsredaktionen haben die Akten. Meine Verfolgung geht jetzt ins vierte Jahr, das ist schon wie bei Orwell."

Das Thema Schwiegermutter-Geld sei bei seiner Einvernahme am 18. Dezember und letzten Freitag im Übrigen "ein absolutes Randthema" gewesen: "Zwei Fragen in mehr als neun Stunden Einvernahme." Es sei ansonsten nur um das Finanzstrafverfahren gegangen. Den Vorwurf der Steuerhinterziehung weist Grasser erneut entschieden zurück. Er habe seine "gesamte Stiftungskonstruktion der Finanz im Vorhinein offengelegt" und gefragt, "ob das rechtlich okay ist". "Und ich habe schriftlich das Okay dafür bekommen."

"Jetzt kommt plötzlich ein Staatsanwalt daher und eröffnet ein Strafverfahren in einer Sache, für die ich die Zustimmung der Finanz hatte". Er werde sich "zur Wehr setzen und mir das nicht gefallen lassen".

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