Ex-IV-GS Krejci: Niveauverlust in Politik und Gesellschaft

St. Christophen (OTS) - Der 90-Jährige im CONTUREN-Gespräch - Kritik an gesellschaftspolitischen Entwicklungen : "Wir trocknen geistig aus" - Plädoyer für das Gymnasium, Sozialpartnerschaft, Soziale Marktwirtschaft, Große Koalition - Beschämende Sprachverluderung

Eine "geistige Austrocknung" Österreichs und einen allgemeinen Niveauverlust in Politik und Gesellschaft ortet der vor wenigen Monaten 90 Jahre alt gewordene ehemals langjährige Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Prof. Herbert Krejci. Es habe eine Ent-Intellektualisierung stattgefunden, große geistige Umbrüche würden kaum diskutiert und die Auseinandersetzung mit metaökonomischen Themen fänden im Unterschied zu Deutschland, Frankreich oder Großbritannien nicht statt: "Wir sind hier die unrühmliche Ausnahme". Die politische und gesellschaftliche Elite müsse wieder lernen, politisch und historisch zu denken und nicht nur ökonomisch.

Massive Kritik übte Krejci an der Bildungspolitik, die mit verantwortlich dafür sei, dass "alles verflacht". Auch Geisteswissenschaften und nicht nur Naturwissenschaften und Technik müssten unterrichtet werden, ganz davon abgesehen davon, dass Pflichtschulabsolventen oft nicht einmal die grundlegenden Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben, Rechnen beherrschten. Eine Lanze brach Krejci für das Gymnasium: Viele führende Sozialdemokraten träten zwar für die Gesamtschule ein, schickten selbst aber ihre Kinder in Gymnasien oder Privatschulen.

Auch an den Medien übt Krejci Kritik: "Diese Generation wird von einem sinkenden medialen Niveau begleitet, das zu einer gewissen Sprachlosigkeit führt. Was an der Sprache ... an Sünden begangen wird, das sollte eigentlich alle auf die Palme treiben. Heute setzt bei der Sprache eine Verluderung ein, für die man sich schämen muss".

Weiters setzt sich der ehemalige Generalsekretär der Industriellenvereinigung im CONTUREN-Gespräch für die Sozialpartnerschaft, die Soziale Marktwirtschaft und die Große Koalition ein. Auch sprach er sich dagegen aus, dass man "eine Schicht wie die Investmentbanker nach so vielen Fehlentscheidungen weiter fuhrwerken lässt".

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