SOS Mitmensch: Österreich braucht mehr Zivilcourage!

Matinee für Zivilcourage setzt Zeichen für Flüchtlingsrechte und gegen Rechtsextremismus

Wien (OTS) - SOS Mitmensch und Prominente rufen zur Teilnahme an der Matinee für Zivilcourage am 20. Jänner um 11 Uhr im Wiener Volkstheater auf. So wie es vor 20 Jahren ein Lichtermeer gebraucht hat, um gegen Ausländerfeindlichkeit und Hetze ein Zeichen zu setzen, braucht es heute ein Meer an Zivilcourage, um unsere Demokratie zu stärken und Menschenrechte zu sichern.

Aufruf zu mehr Zivilcourage

"Zivilcourage macht stark", ist das alles überspannende Motto der Matinee von SOS Mitmensch. "Bei Zivilcourage geht es darum, in einer Situation Mut zu beweisen, in der es nicht in erster Linie um die eigenen Interessen geht, sondern um die Interessen anderer, meist Schwächerer, die Unterstützung brauchen. Wobei es schlussendlich aber doch auch um eigene Interessen geht, nämlich um die Frage, was das für eine Gesellschaft ist, in der ich leben möchte", so Nadja Lorenz, Vorsitzende von SOS Mitmensch.

"Zivilcourage ist der Mut derer, die kein offizielles Amt bekleiden, keine Uniform und keine Waffe tragen. Ein wichtiges Werkzeug, das dafür Sorge trägt dass wir alle zusammen in eine hoffnungsvolle Zukunft gehen. Es ist mir eine Freude und besondere Ehre bei der Geburtstagsfeier für SOS Mitmensch zusammen mit Cornelius Obonya die Moderation zu übernehmen, weil SOS Mitmensch die Stimme für Menschen erhebt, die keine Lobby haben und auf unser aller Solidarität angewiesen sind", so die Schauspielerin Katharina Stemberger. "Mir ist die Matinee für Zivilcourage ein Anliegen, weil ich gerne in einem Land leben möchte, für das Zivilcourage eine Norm darstellt. Wir sollten und können uns das leisten", ergänzt der Schauspieler Cornelius Obonya.

Vom Lichtermeer ...

Der thematische Bogen der Matinee spannt sich vom Lichtermeer über den Kampf gegen Rechtsextremismus bis hin zu den heutigen Flüchtlingsprotesten. Am 23. Jänner 1993 gingen 300.000 Menschen auf die Straße, um ein unübersehbares Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und Hetze zu setzen. ""Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch", heißt es in Hölderlins "Patmos"-Gedicht. Dass dies auch für Österreich gilt, hat das Lichtermeer bewiesen. Es hat eine zeitgeschichtliche Wegmarke gesetzt", so der Autor und SOS Mitmensch-Mitbegründer Josef Haslinger. Und Haslinger weiter: "Ich glaube, dass sich dieses Engagement langfristig wirklich ausgezahlt hat und das Land weiter treibt."

... über den Kampf gegen Rechtsextremismus ...

Einer der zahlreichen Höhepunkte des Matineeprogramms ist die Verleihung des Ute Bock Preises für Zivilcourage an den Linzer Polizisten Uwe Sailer. Sailer wird für seinen mutigen Einsatz gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet. Er hat die Aufdeckung der Neonaziaktivitäten rund um die Alpen-Donau-Info-Homepage vorangetrieben. "Demokratie funktioniert nur dann, wenn BürgerInnen mehr tun als von Zeit zu Zeit wählen. Gesellschaftliches Engagement und Zivilcourage sind unerlässlich, soll sich etwas ändern, soll die Gesellschaft menschenfreundlicher werden. Aber risikolos ist das nicht. Auch nicht in der Demokratie. Der Polizist Uwe Sailer hat das bitter erfahren. Er wurde von FPÖ und Neonazis mit Klagen eingedeckt und für 18 Monate sogar vom Dienst suspendiert - weil er als korrekter Beamter in einem besonderen Ausmaß Zivilcourage bewiesen hat. Dafür wird er nun von SOS Mitmensch mit dem Ute Bock Preis für Zivilcourage ausgezeichnet, und es ist mir eine Ehre, für den aufrechten Polizisten Uwe Sailer die Laudatio zu halten", so der Journalist und SOS Mitmensch-Mitbegründer Peter Huemer.

... bis zu den Flüchtlingsprotesten.

"Warum es uns ein besonderes Anliegen ist, die Flüchtlingsproteste auf unserer Matinee zu würdigen, möchte ich sehr persönlich begründen: Es ist das erste Mal in meiner langen Karriere als Rechtsanwältin und auch in meinem Engagement in der Zivilgesellschaft, dass ich wahrnehme, dass Flüchtlinge politische Forderungen stellen. Sie setzen sich nicht nur für eigene Anliegen, sondern für die Rechte aller Flüchtlinge ein. Sie treten als Sprachrohr auf, obwohl sie in einer extrem gefährdeten und verletzbaren Situation sind. Und das ist sehr, sehr beeindruckend", so die Anwältin und SOS Mitmensch-Vorsitzende Nadja Lorenz.

Großes Aufgebot an Mitwirkenden

Matinee-Regie führt Alexander Hauer. Als ModeratorInnen fungieren Katharina Stemberger und Cornelius Obonya. Beiträge kommen von: Ute Bock, Rounder Girls, Mahsa Ghafari, Romy Grasgruber, Josef Haslinger, Peter Huemer, Simon Inou, Thomas Maurer, Nadja Lorenz, poprzan/jokic/neuner/petrova, Alexander Pollak, Doron Rabinovici, einem Flüchtling aus der Votivkirche, Martin Schenk, Florian Scheuba, Milli Segal, u.a.

"Es ist eine spannende und lustvolle Herausforderung diese Form des Geburtstagsfestes mitzugestalten: einerseits ein würdiges Fest voll Esprit - so wie es sich SOS Mitmensch verdient; und zugleich nicht bloß eine Show auf der Bühne, sondern ein Podium für humanitäre Anliegen. Das Miteinander von grandiosen KünstlerInnen, DenkerInnen und AktivistInnen in Form einer Matinee definiert den Begriff Unterhaltung zweifach: nämlich als Lachen, Kurzweil und Feiern wie auch als Diskurs. Dies ist ein spannender Spagat.", so Regisseur Alexander Hauer.

Matinee-Karten sind für 11 Euro oder 16 Euro im Vorverkauf im Volkstheater erhältlich (Tel: 43-1-52111-400, ticket@volkstheater.at) oder eine Stunde vor Matinee-Beginn an der Kassa.

Rückfragen & Kontakt:

Alexander Pollak
Mobil: 0664 512 09 25
E-Mail: apo@sosmitmensch.at
www.sosmitmensch.at

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