- 17.01.2013, 11:04:48
- /
- OTS0100 OTW0100
SOS Mitmensch: Österreich braucht mehr Zivilcourage!
Matinee für Zivilcourage setzt Zeichen für Flüchtlingsrechte und gegen Rechtsextremismus
Utl.: Matinee für Zivilcourage setzt Zeichen für Flüchtlingsrechte
und gegen Rechtsextremismus =
Wien (OTS) - SOS Mitmensch und Prominente rufen zur Teilnahme an der
Matinee für Zivilcourage am 20. Jänner um 11 Uhr im Wiener
Volkstheater auf. So wie es vor 20 Jahren ein Lichtermeer gebraucht
hat, um gegen Ausländerfeindlichkeit und Hetze ein Zeichen zu setzen,
braucht es heute ein Meer an Zivilcourage, um unsere Demokratie zu
stärken und Menschenrechte zu sichern.
Aufruf zu mehr Zivilcourage
"Zivilcourage macht stark", ist das alles überspannende Motto der
Matinee von SOS Mitmensch. "Bei Zivilcourage geht es darum, in einer
Situation Mut zu beweisen, in der es nicht in erster Linie um die
eigenen Interessen geht, sondern um die Interessen anderer, meist
Schwächerer, die Unterstützung brauchen. Wobei es schlussendlich aber
doch auch um eigene Interessen geht, nämlich um die Frage, was das
für eine Gesellschaft ist, in der ich leben möchte", so Nadja Lorenz,
Vorsitzende von SOS Mitmensch.
"Zivilcourage ist der Mut derer, die kein offizielles Amt
bekleiden, keine Uniform und keine Waffe tragen. Ein wichtiges
Werkzeug, das dafür Sorge trägt dass wir alle zusammen in eine
hoffnungsvolle Zukunft gehen. Es ist mir eine Freude und besondere
Ehre bei der Geburtstagsfeier für SOS Mitmensch zusammen mit
Cornelius Obonya die Moderation zu übernehmen, weil SOS Mitmensch die
Stimme für Menschen erhebt, die keine Lobby haben und auf unser aller
Solidarität angewiesen sind", so die Schauspielerin Katharina
Stemberger. "Mir ist die Matinee für Zivilcourage ein Anliegen, weil
ich gerne in einem Land leben möchte, für das Zivilcourage eine Norm
darstellt. Wir sollten und können uns das leisten", ergänzt der
Schauspieler Cornelius Obonya.
Vom Lichtermeer ...
Der thematische Bogen der Matinee spannt sich vom Lichtermeer über
den Kampf gegen Rechtsextremismus bis hin zu den heutigen
Flüchtlingsprotesten. Am 23. Jänner 1993 gingen 300.000 Menschen auf
die Straße, um ein unübersehbares Zeichen gegen
Ausländerfeindlichkeit und Hetze zu setzen. ""Wo aber Gefahr ist,
wächst das Rettende auch", heißt es in Hölderlins "Patmos"-Gedicht.
Dass dies auch für Österreich gilt, hat das Lichtermeer bewiesen. Es
hat eine zeitgeschichtliche Wegmarke gesetzt", so der Autor und SOS
Mitmensch-Mitbegründer Josef Haslinger. Und Haslinger weiter: "Ich
glaube, dass sich dieses Engagement langfristig wirklich ausgezahlt
hat und das Land weiter treibt."
... über den Kampf gegen Rechtsextremismus ...
Einer der zahlreichen Höhepunkte des Matineeprogramms ist die
Verleihung des Ute Bock Preises für Zivilcourage an den Linzer
Polizisten Uwe Sailer. Sailer wird für seinen mutigen Einsatz gegen
Rechtsextremismus ausgezeichnet. Er hat die Aufdeckung der
Neonaziaktivitäten rund um die Alpen-Donau-Info-Homepage
vorangetrieben. "Demokratie funktioniert nur dann, wenn BürgerInnen
mehr tun als von Zeit zu Zeit wählen. Gesellschaftliches Engagement
und Zivilcourage sind unerlässlich, soll sich etwas ändern, soll die
Gesellschaft menschenfreundlicher werden. Aber risikolos ist das
nicht. Auch nicht in der Demokratie. Der Polizist Uwe Sailer hat das
bitter erfahren. Er wurde von FPÖ und Neonazis mit Klagen eingedeckt
und für 18 Monate sogar vom Dienst suspendiert - weil er als
korrekter Beamter in einem besonderen Ausmaß Zivilcourage bewiesen
hat. Dafür wird er nun von SOS Mitmensch mit dem Ute Bock Preis für
Zivilcourage ausgezeichnet, und es ist mir eine Ehre, für den
aufrechten Polizisten Uwe Sailer die Laudatio zu halten", so der
Journalist und SOS Mitmensch-Mitbegründer Peter Huemer.
... bis zu den Flüchtlingsprotesten.
"Warum es uns ein besonderes Anliegen ist, die Flüchtlingsproteste
auf unserer Matinee zu würdigen, möchte ich sehr persönlich
begründen: Es ist das erste Mal in meiner langen Karriere als
Rechtsanwältin und auch in meinem Engagement in der
Zivilgesellschaft, dass ich wahrnehme, dass Flüchtlinge politische
Forderungen stellen. Sie setzen sich nicht nur für eigene Anliegen,
sondern für die Rechte aller Flüchtlinge ein. Sie treten als
Sprachrohr auf, obwohl sie in einer extrem gefährdeten und
verletzbaren Situation sind. Und das ist sehr, sehr beeindruckend",
so die Anwältin und SOS Mitmensch-Vorsitzende Nadja Lorenz.
Großes Aufgebot an Mitwirkenden
Matinee-Regie führt Alexander Hauer. Als ModeratorInnen fungieren
Katharina Stemberger und Cornelius Obonya. Beiträge kommen von: Ute
Bock, Rounder Girls, Mahsa Ghafari, Romy Grasgruber, Josef Haslinger,
Peter Huemer, Simon Inou, Thomas Maurer, Nadja Lorenz,
poprzan/jokic/neuner/petrova, Alexander Pollak, Doron Rabinovici,
einem Flüchtling aus der Votivkirche, Martin Schenk, Florian Scheuba,
Milli Segal, u.a.
"Es ist eine spannende und lustvolle Herausforderung diese Form
des Geburtstagsfestes mitzugestalten: einerseits ein würdiges Fest
voll Esprit - so wie es sich SOS Mitmensch verdient; und zugleich
nicht bloß eine Show auf der Bühne, sondern ein Podium für humanitäre
Anliegen. Das Miteinander von grandiosen KünstlerInnen, DenkerInnen
und AktivistInnen in Form einer Matinee definiert den Begriff
Unterhaltung zweifach: nämlich als Lachen, Kurzweil und Feiern wie
auch als Diskurs. Dies ist ein spannender Spagat.", so Regisseur
Alexander Hauer.
Matinee-Karten sind für 11 Euro oder 16 Euro im Vorverkauf im
Volkstheater erhältlich (Tel: 43-1-52111-400, [email protected])
oder eine Stunde vor Matinee-Beginn an der Kassa.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SMM






