- 15.01.2013, 16:04:43
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BM Claudia Schmied überreichte Heribert Sasse den Berufstitel 'Kammerschauspieler'
Kulturministerin Schmied: "Heribert Sasse ist ein Tausendsassa: Schauspieler, Intendant, Regisseur, Lehrer und Kämpfer für den aufrechten Gang."
Utl.: Kulturministerin Schmied: "Heribert Sasse ist ein
Tausendsassa: Schauspieler, Intendant, Regisseur, Lehrer und
Kämpfer für den aufrechten Gang." =
Wien (OTS) - Kulturministerin Dr. Claudia Schmied überreichte heute
dem Schauspieler, Regisseur und Intendant Prof. Heribert Sasse die
Urkunde zur Verleihung des Berufstitels 'Kammerschauspieler'. Die
Laudatio hielt Mag. Gerald Maria Bauer.
"Heribert Sasse ist ein Tausendsassa: Schauspieler, Intendant,
Regisseur, Lehrer und Kämpfer für den aufrechten Gang. Theater, so
wie Herbert Sasse es versteht, inszeniert und konstruiert, ist das
Leben, ist Politik, sind die Menschen. Ihm gelingt es, den Bühnenraum
im wahrsten Sinn des Wortes zu überschreiten und sich der
Vorstellungswelt seines Publikums zu bemächtigen. Und wir nehmen
diese Einladung Heribert Sasses an und folgen ihm in seine
Inszenierung", so Kulturministerin Dr. Claudia Schmied anlässlich der
Überreichung des Berufstitels "Kammerschauspieler" an Prof. Heribert
Sasse.
Laudator Gerald Maria Bauer meinte, dass es Heribert Sasse immer
wieder schaffen würde, in vor unlösbare Aufgaben zu stellen, "denn,
wo soll man bei diesem prallen, vollen, bunten Leben mit der
Beschreibung beginnen, die nur annährend dem gerecht wird, was
Heribert Sasse ausmacht, einem Mann bei dem das Wort Global Player
versagt, sondern man viel eher befürchten muss, für so jemanden wie
Sie könnte sogar die Milchstraße zu klein sein." Gerald Maria Bauer
führte weiter aus: "Heribert Sasse ist nicht auf den Punkt zu
bringen, man kann seine Person nur konzentrisch umkreisen.
Kulturmanager und Intendant, Regisseur und Schauspieler, diese
Dreieinigkeit zeichnet Heribert Sasse als außergewöhnlichen
Theatermann aus." Mit den Worten "in unseren Augen sind Sie ein
Held", schloss Gerald Maria Bauer seine Laudatio.
Heribert Sasse bedankte sich zu allererst bei allen "für das
Kommen" und lobte den Laudator für eine "ganz wunderbare Generalprobe
für den Ernstfall". Zentraler Bestandteil seiner Rede bildete
Heribert Sasses "Tante Luisa", deren ganze Sorge stets der - ihrer
Meinung nach - wenig aussichtsreichen Laufbahn ihres Neffen Heribert
Sasse galt. Ob als Schüler, Schauspieler oder Intendant, in den Augen
seiner "Tante Luisa" waren seine zahlreichen Stationen und Erfolge
nie aussichtsreich genug, einzig als er für den Autohersteller BMW
arbeitete, schien er "Tante Luisa" zufrieden zu stellen. Zum Ende
hin, meinte Heribert Sasse, dass wir gut beraten sind, in Bildung und
Kultur zu investieren, denn je mehr Bildung wir bieten, desto klüger
sind jene, die wir künftig wählen können. Heribert Sasse bedankte
sich bei Herbert Föttinger, "der einzige, der nicht bei mir gelernt
hat", dafür, dass er ihm eine Heimat in der Josefstadt gegeben hat
und wünschte sich, dass er ihm dort noch lange als Kammerschauspieler
zur Verfügung stehen wird. Für die Überreichung des Titels
"Kammerschauspieler" übermittelte Heribert Sasse seinen eigenen und
den verbindlichsten Dank seiner "Tante Luisa", die nun zum Schluss
kommt, dass aus ihm doch noch ein erfolgreicher Schauspieler wurde.
Die Überreichung der Urkunde zur Verleihung des Berufstitels fand
im Rahmen eines Festakts im Kreise zahlreicher Wegbegleiter,
KünstlerInnen und KollegInnen im Audienzsaal des Bundesministeriums
für Unterricht, Kunst und Kultur statt. Musikalisch wurde der Festakt
vom Trio Fidelio, vertreten durch Yueming Xu-Ertl, Alen Dzambic und
Nikola Djoric, umrahmt.
Der Berufstitel 'Kammerschauspieler' wird vom Bundespräsidenten
verliehen und von der Kulturministerin überreicht.
Heribert Sasse wurde am 28. September 1945 in Linz geboren und
wuchs in Wien auf. Zunächst absolvierte er ein Musikstudium, widmete
sich aber bald dem Theater. 1968 spielte er erste Rollen am Wiener
Volkstheater, 1969 führte er seine erste Regie in München und ging
bald darauf als Schauspieler an die Berliner Volksbühne und an die
Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. Zwischen 1972 und 1975 waren
Graz, Düsseldorf und die Salzburger Festspiele weitere Stationen
seiner Schauspielerlaufbahn. Ab 1976 trat Sasse zunehmend mit eigenen
Inszenierungen hervor: Er inszenierte am Theater in der Josefstadt,
am Wiener Volkstheater und an der Volksbühne Berlin. 1980 wurde er
Intendant des Renaissance-Theaters in Berlin, 1985 wurde er zum
Generalintendanten der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin berufen,
die er bis 1990 leitete. Nach weiteren Engagements, u.a. in München,
Düsseldorf, Hamburg und Essen, übernahm er 1995 die Intendanz des
Berliner Schlosspark-Theaters als Privattheater und leitete es bis
2002. Ab der Spielzeit 2005/06 wurde er zu einer zentralen
Schauspielerpersönlichkeit am Wiener Volkstheater und ließ sich
wieder in Wien nieder. 2006/07 wechselte er ans Theater in der
Josefstadt und übernahm bedeutende Schauspiel- und Regieaufgaben. Für
seine vielfältigen künstlerischen Tätigkeiten als Schauspieler,
Regisseur und Intendant erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und
Preise, u.a. das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und
Kunst, den Berufstitel "Professor". Zudem unterrichtete er als
Professor Schauspiel und Regie am Mozarteum in Salzburg und
Kulturelles Management an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in
Berlin. Derzeit ist er u.a. in Jura Soyfers Weltuntergang im
Rabenhoftheater Wien zu sehen.
Foto und Programm der Verleihung sind unter
http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/2013/20130115.xml abrufbar.
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