BM Claudia Schmied überreichte Heribert Sasse den Berufstitel 'Kammerschauspieler'

Kulturministerin Schmied: "Heribert Sasse ist ein Tausendsassa: Schauspieler, Intendant, Regisseur, Lehrer und Kämpfer für den aufrechten Gang."

Wien (OTS) - Kulturministerin Dr. Claudia Schmied überreichte heute dem Schauspieler, Regisseur und Intendant Prof. Heribert Sasse die Urkunde zur Verleihung des Berufstitels 'Kammerschauspieler'. Die Laudatio hielt Mag. Gerald Maria Bauer.

"Heribert Sasse ist ein Tausendsassa: Schauspieler, Intendant, Regisseur, Lehrer und Kämpfer für den aufrechten Gang. Theater, so wie Herbert Sasse es versteht, inszeniert und konstruiert, ist das Leben, ist Politik, sind die Menschen. Ihm gelingt es, den Bühnenraum im wahrsten Sinn des Wortes zu überschreiten und sich der Vorstellungswelt seines Publikums zu bemächtigen. Und wir nehmen diese Einladung Heribert Sasses an und folgen ihm in seine Inszenierung", so Kulturministerin Dr. Claudia Schmied anlässlich der Überreichung des Berufstitels "Kammerschauspieler" an Prof. Heribert Sasse.

Laudator Gerald Maria Bauer meinte, dass es Heribert Sasse immer wieder schaffen würde, in vor unlösbare Aufgaben zu stellen, "denn, wo soll man bei diesem prallen, vollen, bunten Leben mit der Beschreibung beginnen, die nur annährend dem gerecht wird, was Heribert Sasse ausmacht, einem Mann bei dem das Wort Global Player versagt, sondern man viel eher befürchten muss, für so jemanden wie Sie könnte sogar die Milchstraße zu klein sein." Gerald Maria Bauer führte weiter aus: "Heribert Sasse ist nicht auf den Punkt zu bringen, man kann seine Person nur konzentrisch umkreisen. Kulturmanager und Intendant, Regisseur und Schauspieler, diese Dreieinigkeit zeichnet Heribert Sasse als außergewöhnlichen Theatermann aus." Mit den Worten "in unseren Augen sind Sie ein Held", schloss Gerald Maria Bauer seine Laudatio.

Heribert Sasse bedankte sich zu allererst bei allen "für das Kommen" und lobte den Laudator für eine "ganz wunderbare Generalprobe für den Ernstfall". Zentraler Bestandteil seiner Rede bildete Heribert Sasses "Tante Luisa", deren ganze Sorge stets der - ihrer Meinung nach - wenig aussichtsreichen Laufbahn ihres Neffen Heribert Sasse galt. Ob als Schüler, Schauspieler oder Intendant, in den Augen seiner "Tante Luisa" waren seine zahlreichen Stationen und Erfolge nie aussichtsreich genug, einzig als er für den Autohersteller BMW arbeitete, schien er "Tante Luisa" zufrieden zu stellen. Zum Ende hin, meinte Heribert Sasse, dass wir gut beraten sind, in Bildung und Kultur zu investieren, denn je mehr Bildung wir bieten, desto klüger sind jene, die wir künftig wählen können. Heribert Sasse bedankte sich bei Herbert Föttinger, "der einzige, der nicht bei mir gelernt hat", dafür, dass er ihm eine Heimat in der Josefstadt gegeben hat und wünschte sich, dass er ihm dort noch lange als Kammerschauspieler zur Verfügung stehen wird. Für die Überreichung des Titels "Kammerschauspieler" übermittelte Heribert Sasse seinen eigenen und den verbindlichsten Dank seiner "Tante Luisa", die nun zum Schluss kommt, dass aus ihm doch noch ein erfolgreicher Schauspieler wurde.

Die Überreichung der Urkunde zur Verleihung des Berufstitels fand im Rahmen eines Festakts im Kreise zahlreicher Wegbegleiter, KünstlerInnen und KollegInnen im Audienzsaal des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur statt. Musikalisch wurde der Festakt vom Trio Fidelio, vertreten durch Yueming Xu-Ertl, Alen Dzambic und Nikola Djoric, umrahmt.

Der Berufstitel 'Kammerschauspieler' wird vom Bundespräsidenten verliehen und von der Kulturministerin überreicht.

Heribert Sasse wurde am 28. September 1945 in Linz geboren und wuchs in Wien auf. Zunächst absolvierte er ein Musikstudium, widmete sich aber bald dem Theater. 1968 spielte er erste Rollen am Wiener Volkstheater, 1969 führte er seine erste Regie in München und ging bald darauf als Schauspieler an die Berliner Volksbühne und an die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. Zwischen 1972 und 1975 waren Graz, Düsseldorf und die Salzburger Festspiele weitere Stationen seiner Schauspielerlaufbahn. Ab 1976 trat Sasse zunehmend mit eigenen Inszenierungen hervor: Er inszenierte am Theater in der Josefstadt, am Wiener Volkstheater und an der Volksbühne Berlin. 1980 wurde er Intendant des Renaissance-Theaters in Berlin, 1985 wurde er zum Generalintendanten der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin berufen, die er bis 1990 leitete. Nach weiteren Engagements, u.a. in München, Düsseldorf, Hamburg und Essen, übernahm er 1995 die Intendanz des Berliner Schlosspark-Theaters als Privattheater und leitete es bis 2002. Ab der Spielzeit 2005/06 wurde er zu einer zentralen Schauspielerpersönlichkeit am Wiener Volkstheater und ließ sich wieder in Wien nieder. 2006/07 wechselte er ans Theater in der Josefstadt und übernahm bedeutende Schauspiel- und Regieaufgaben. Für seine vielfältigen künstlerischen Tätigkeiten als Schauspieler, Regisseur und Intendant erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u.a. das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, den Berufstitel "Professor". Zudem unterrichtete er als Professor Schauspiel und Regie am Mozarteum in Salzburg und Kulturelles Management an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Derzeit ist er u.a. in Jura Soyfers Weltuntergang im Rabenhoftheater Wien zu sehen.

Foto und Programm der Verleihung sind unter
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