Mikl-Leitner: Kostenexplosion durch Sozialjahr

Universität Wien belegt beinahe Verdoppelung der Kosten bei Sozialjahr

Wien (OTS) - "Die Information zur Volksbefragung braucht Sachlichkeit und Ehrlichkeit. Deshalb war es wichtig, dass eine unabhängige Institution eine wissenschaftlich fundierte Berechnung des Zivildienstes und des Sozialjahrs vornimmt. Und die wissenschaftliche Analyse des von Minister Hundstorfer vorgelegten Konzepts des bezahlten freiwilligen Sozialjahres belegt endgültig: Die Einführung des Sozialjahr-Modells würde eine Kostenexplosion für die Steuerzahler verursachen. Im Vergleich zum bestens bewährten Zivildienst ist beinahe von einer Verdoppelung der bisherigen Kosten auszugehen", so Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner zu den Ergebnissen der Analyse des Arbeits- und Sozialrechtsexperten Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal der Universität Wien. "Das bezahlte freiwillige Sozialjahr wird als vollwertiger Ersatz für den Zivildienst, bei fast gleichen Kosten, beworben", sagte Mazal. "In Wahrheit ist es eine deutliche Kürzung der eingesetzten Personen und der Bereiche vorgesehen. Da hat das BMASK schlicht unseriös gerechnet. Da ist bei mir als Wissenschaftler und Bürger der Ofen aus."

Die Studie der Universität Wien zeigt auf, dass die Berechnungen in dem vom Sozialministerium vorgelegten Sozialjahr-Modell falsch sind. Zum einen wird belegt, dass, selbst bei den vom Sozialminister geplanten Leistungskürzungen (bisherige personelle Unterstützungen für Bereiche wie Katastrophenschutz, Feuerwehren, Kinderbetreuung oder Gedenkdienst sind in seinem Modell nicht vorgesehen) trotz allem erhebliche Mehrkosten auf Österreich zukommen. Des Weiteren ist bei gleichbleibendem Leistungsumfang mit einem eklatanten Kostenanstieg von 157,9 Millionen Euro zu rechnen. Der Zivildienst würde 172,4 Millionen Euro und das Sozialjahr 330,3 Millionen Euro kosten.

"Wer soll das bezahlen?", so Mikl-Leitner und erläutert weiter: "Der Zivildienst hat sich zu einer tragenden, nicht mehr wegzudenkenden Säule des sozialen Lebens in Österreich etabliert." Die kürzlich veröffentlichten Zivildienst-Zuweisungszahlen der Zivildienstserviceagentur belegen, dass das Jahr 2012 ein Rekordjahr für den Zivildienst war: In ganz Österreich wurden im vergangenen Jahr knapp 14.000 junge Männer Trägerorganisationen zugewiesen, so viele wie nie zuvor.

"Abgesehen von den Kosten: Das Ende des Zivildienstes würde das Ende des Ehrenamtes einläuten. Wir wissen, dass 7 von 10 Zivildienern als ehrenamtliche Helfer ihrer Einrichtung erhalten bleiben, die sonst nicht mit diesen Blaulichtorganisationen in Berührung gekommen wären", sagte die Innenministerin. "Warum also sollten wir dann mit einem freiwilligen Sozialjahr eine Zwei-Klassen-Gesellschaft von unbezahlten und hochbezahlten Freiwilligen einführen?"
Die Innenministerin verwies dabei auch auf den Mehrwert des Zivildienstes in der persönlichen Entwicklung der Zivildiener. "Junge Männer lernen dabei Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu übernehmen. Dabei erwerben sie soziale Kompetenzen, die anders kaum vermittelt werden können", erklärte die Innenministerin. "Die Entscheidung für die Beibehaltung der Wehrpflicht und das Erfolgsmodell Zivildienst ist für mich nicht nur eine sicherheitspolitische Frage. Sie ist vor allem auch eine grundlegende gesellschaftspolitische Frage."

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