• 10.01.2013, 11:52:07
  • /
  • OTS0101 OTW0101

Bologna Ziel 2020 bereits erreicht: Jeder fünfte Studierende absolviert Auslandsaufenthalt

Minister Töchterle und Studienautor Unger präsentieren Bericht zur "Internationalen Mobilität von Studierenden" - OeAD-GF Dürrstein informiert über unterstützende Angebote

Minister Töchterle und Studienautor Unger (IHS)
präsentieren Bericht zur "Internationalen Mobilität von
Studierenden" - OeAD-Geschäftsführer Dürrstein informiert über
unterstützende Angebote

Utl.: Minister Töchterle und Studienautor Unger präsentieren Bericht
zur "Internationalen Mobilität von Studierenden" - OeAD-GF
Dürrstein informiert über unterstützende Angebote =

Wien (OTS) - Wissenschaft und Forschung leben von Internationalität
und Mobilität. Dementsprechend wird die internationale Mobilität von
Studierenden auch gezielt gefördert, etwa im Rahmen des
Bologna-Prozesses, mit dem Mobilitätsprogramm "Erasmus" sowie
entsprechenden Beihilfen. Im Rahmen der vom Institut für Höhere
Studien (IHS) durchgeführten Studierenden-Sozialerhebung wurde der
internationalen Mobilität von Studierenden in einem Zusatzbericht
besonderes Augenmerk geschenkt. Besonders erfreulich: "Wir haben das
Bologna Ziel 2020 bereits erreicht: Jeder fünfte Studierende
absolviert einen Auslandsaufenthalt", so Wissenschafts- und
Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle, der heute in einem
gemeinsamen Pressegespräch diesen Bericht mit Studienautor Mag.
Martin Unger (IHS) präsentierte. Dr. Hubert Dürrstein,
Geschäftsführer des Austauschdienstes OeAD, bot einen Überblick über
die unterstützenden Angebote für Studierende bei deren
Auslandsaufenthalten.

Töchterle: Internationale Mobilität bringt positive Effekte
und wird gezielt unterstützt
"Die internationale Mobilität bringt zahlreiche positive Effekten mit
sich", so Minister Töchterle: Sie stärkt die Qualität der
Studienprogramme, fördert die Mehrsprachigkeit, ermöglicht das
Kennenlernen anderer Kulturen und bringt neben dem wissenschaftlichen
Mehrwert auch wichtige Schritte für die persönliche Entwicklung.
Daher werde sie auch entsprechend gefördert, etwa durch Beihilfen für
ein Auslandsstudium (monatlich bis zu 582 Euro zusätzlich zur
Studienbeihilfe), Reisekostenzuschuss (bis zu 1.129 Euro),
Sprachstipendien (bis zu 363,36 Euro) und Mobilitätsstipendien (bis
zu 8.148 Euro pro Jahr). Im Studienjahr 2011/12 wurden rund 3.300
Personen mit diesen Förderungen unterstützt (2.506 Beihilfen für ein
Auslandsstudium, 791 Mobilitätsstipendien). Weiters gibt es das
Mobilitätsprogramm "Erasmus" (monatliche Erasmus-Zuschüsse für
Studierendenaufenthalte bis zu 368 Euro), an dem sich Österreich seit
21 Jahren sehr erfolgreich beteiligt. Bis heute sind rund 68.000
Erasmus-Studierende mobil gewesen. Zahlreiche Universitäten haben -
auch im Rahmen der Leistungsvereinbarungen mit dem Ministerium -
Internationalisierungsstrategien entwickelt und arbeiten mit
Hochschulen über die Landesgrenzen hinweg zusammen. Zudem nehmen
heimische Hochschulen und Forschungseinrichtungen erfolgreich an
EU-Bildungsprogrammen teil.

Unger: Mobilitätsverhalten sehr hoch - aber noch Potential
"Das Mobilitätsverhalten der Studierenden in Österreich ist auch im
europäischen Vergleich sehr hoch, v.a. Auslandspraktika gewinnen an
Bedeutung. Aber es gibt noch Potential - noch deutlich mehr
Studierende könnten sich einen Auslandsaufenthalt vorstellen", so
Studienautor Mag. Martin Unger (IHS). Von Studierenden ab 25 Jahren,
die deutlich seltener mobil sind, wird hauptsächlich ihre
Lebenssituation (Erwerbstätigkeit, Familiengründung u.ä.) als
Mobilitätshindernis genannt. Jüngere befürchten dagegen häufiger
negative Auswirkungen auf ihr Studium (Zeitverlust, Schwierigkeiten
bei der Anrechnung von im Ausland erbrachten Prüfungsleistungen
u.ä.). Trotz der zahlreichen Mobilitätsprogramme, werden auch
finanzielle Hindernisse häufig angeführt. Ein Auslandssemester kostet
zwischen 6.600 Euro (Deutschland) und 10.400 Euro (Australien), wobei
die Eltern und die Studierenden selbst den Großteil der Finanzierung
übernehmen. Auch deshalb sind Studierende aus höheren sozialen
Schichten deutlich mobiler als ihre Kolleg/innen aus niedrigeren
Schichten.

Dürrstein: Kompetente Beratung fördert Mobilität
"Die OeAD-GmbH betreut nicht nur zahlreiche erfolgreiche
Mobilitätsprogramme wie Erasmus, CEEPUS oder auch die
Marietta-Blau-Stipendien, wir sind auch Ansprechpartner für alle
Fragen rund um das Auslandsstudium. Eine jährlich steigende Zahl von
Studierenden nutzt unsere vielfältigen Beratungsangebote, um ihren
Auslandsaufenthalt besser vorzubereiten und sich rechtzeitig über
Fördermöglichkeiten zu informieren. Damit tragen auch wir zum Abbau
von Mobilitätshindernissen bei", freut sich Geschäftsführer Hubert
Dürrstein. "Besonders wichtig ist mir auch die Übernahme des
europäischen Erfolgsmodells der Reziprozität auf unsere neuen
internationalen Stipendienabkommen", betont Dürrstein weiter. "Mit
diesen Abkommen schaffen wir neue Möglichkeiten internationaler
Mobilität für österreichische Studierende und fördern so
Auslandserfahrungen auch über die europäischen Grenzen hinaus."

Zum Bericht zur "Internationalen Mobilität von Studierenden"
Das Bologna-Ziel, wonach bis 2020 wenigstens 20% der Graduierten des
europäischen Hochschulraums Studien- oder Praxiserfahrungen im
Ausland gesammelt haben sollen, haben Studierende in Österreich
bereits 2012 erreicht: Etwa ein Fünftel hat bereits ein
Auslandssemester (9%) oder Auslandspraktikum (14%) absolviert. Eine
ebenfalls wichtige EU-Zielsetzung betrifft die Sprachkompetenzen der
Studierenden, wonach sich jede EU-Bürgerin/jeder EU-Bürger neben
ihrer/seiner Erstsprache in mindestens zwei weiteren Sprachen gut
verständigen können sollte. Knapp ein Drittel der Studierenden in
Österreich erfüllt diese Zielsetzung, Studentinnen dabei deutlich
häufiger als Studenten.

Im Bericht zeigt sich weiters: Studentinnen sowie jüngere Studierende
sind tendenziell mobilitätsaffiner. Nach sozialer Herkunft zeigt
sich, dass Studierende aus hoher Schicht häufiger studienbezogene
Auslandserfahrungen sammeln als Studierende aus niedriger Schicht. So
unterscheidet sich nicht nur die Mobilitätsquote bzw. das Potenzial
nach verschiedenen Merkmalen der Studierenden, es unterscheiden sich
auch die Zielländer, die Finanzierungsmuster sowie die
Schwierigkeiten, die sich im Zuge eines Auslandsaufenthalts ergeben.
Studierende, die mit Mobilitätshindernissen kämpfen, sollen bei ihrem
Auslandsaufenthalt und ihrer Vorbereitung bestmöglich mit den bereits
genannten Maßnahmen unterstützt werden. Die vier am häufigsten in der
Befragung genannten Mobilitätshindernisse sind: Zeitverlust für das
Studium (37%), eine leistbare Wohnung im Gastland zu finden (37%),
Anrechnung der im Ausland erbrachten Studienleistung (26%) und
Finanzierung des Auslandssemesters (37%).

Zur Studierenden-Sozialerhebung allgemein: Sie wird als
Online-Befragung durchgeführt, an der Studierenden-Sozialerhebung
2011 haben sich 44.000 von 300.144 angeschriebenen Studierenden an
Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen
beteiligt. Bei den Ergebnissen handelt es sich um
Selbstbeschreibungen bzw. Selbsteinschätzungen.

Den gesamten Bericht finden Sie unter www.sozialerhebung.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MWF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel