"Radikales Quintett" der österreichischen Komponistin Grete von Zieritz kürzlich auf CD erschienen.

Markt Piesting (OTS) - Grete von Zieritz wurde am 10. März 1899 in Wien geboren und lebte seit 1917 in Berlin. Ihr Lehrer Franz Schreker warnte die Künstlerin mit den Worten, dass sie es als Frau und Komponistin "schwer haben werde". Tatsächlich fühlte sie sich selber "als weiblicher Komponist" Zeit ihres Lebens unterdrückt.

Zu ihrem 100. Geburtstag fand in Wiener Neustadt (Niederösterreich) ein großes Jubiläumskonzert im Beisein der Komponistin statt. Mit den ausführenden Musikern von damals wurde die nun erschienene CD im Jahre 2001 aufgenommen und damit ein Versprechen der Pianistin Franziska Schneider an Grete von Zieritz eingelöst.

Zentrales Anliegen der Komponistin war die Musikpolitik. Krieg, Tod, Unterdrückung, Umweltzerstörung bestimmten den Inhalt ihrer meisten Werke. Zu diesen Kompositionen zählt das Quintett aus dem Jahr 1959 in ungewöhnlicher Besetzung: Trompete, Tenorposaune, zwei Klaviere und Schlagzeug. Zum 2. Satz mit dem Titel "Marsch seit 1914" meinte von Zieritz: "Aus dem gespenstischen Pianissimo der kleinen Trommel steigen die vergangenen Jahrzehnte auf: der Marsch in den Krieg, in die Gefangenschaft, in die Konzentrationslager." (aus:
Grete von Zieritz im Gespräch mit Ursula Weck, in G.v.Z.-Komponistenportrait, Ries & Erler, 1989). Die Interpreten: 3 Mitglieder der Wiener Symphoniker, der 1. Solotrompeter Rainer Küblböck, 1. Soloposaunist Otmar Gaiswinkler, 1. Solopauker Michael Vladar, Franziska Schneider 1. Klavier, Heidemarie Aigner 2. Klavier.

Eine von mehreren den Sinti und Roma gewidmeten Kompositionen "Der verurteilte Zigeuner" für Violine und Klavier zeugt von ihrer Verbundenheit mit Minderheiten und Unterdrückten. Die Ausführenden:
Gert Rainer Schubert, Violine (ehemaliger Konzertmeister der Wiener Symphoniker), Franziska Schneider, Klavier.
"Une humoresque diabolique" für 4-saitigen Kontrabass (1980) wird von der Solobassistin des N.Ö.-Tonkünstlerorchesters Brigitta Hampel-Proksch interpretiert. Peter Strobl und Anita Vockner sind die Ausführenden von 2 Klavierstücken (1959 und 1963).
Das Thema "Frau und Musik" ist nach wie vor ein Stiefkind der Musikgeschichte. Umso wichtiger ist es, wenn in Konzerten, Tagungen, CD-Einspielungen Leben und Werk von Komponistinnen gewürdigt und veröffentlicht werden.

CD erhältlich: fra.s@gmx.at

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