Erfreulich: Pensionskassenopfer sind 2012 mit einem blauen Auge davongekommen

Voraussichtliche Siegesmeldungen der Pensionskassen sind aber unangebracht

Wien (OTS) - Nach den schweren Verlusten 2011 haben die Pensionskassen 2012 endlich wieder einmal die Veranlagungsergebnisse eines Normaljahres erreicht. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass die Pensionskassenpensionen 2013 im Regelfall nicht gekürzt werden. Die Verluste der Vergangenheit aber bleiben festgeschrieben. Hunderttausende Betroffene sitzen nach wie vor auf einem Pulverfass, da ihre künftigen Pensionsbezüge in keiner Weise gesichert sind. Daran ändert auch die Pensionskassengesetznovelle 2012 nichts, die zwar neue Paragraphen als Scheinverbesserungen anbietet, aber auf die Malaise der Pensionisten und der älteren noch aktiven Arbeitnehmer vergessen hat. Hauptursache dieser Malaise bleiben die dem Pensionskassensystem zugrunde liegenden viel zu hohen Rechungszinsen und veraltete Sterbetafeln. Mit diesen unrealistischen Erwartungen haben sich die Dienstgeber vor zehn und mehr Jahren bei der Auslagerung ihrer Pensionsverpflichtungen in die Pensionskassen mit Flankenschutz durch das Finanzministerium Milliardenbeträge zulasten ihrer Dienstnehmer erspart.
Der Rechnungszins ist jener Wert, der auf das Deckungskapital alljährlich erwirtschaftet werden muss, damit die Pensionen in gleicher Höhe ausgezahlt werden können bzw. die künftigen Pensionsansprüche der noch Aktiven nicht gekürzt werden. Im Rückblick auf die Veranlagungsergebnisse der letzten 12 Jahre scheint es unvermeidlich, dass auch künftig im Schnitt mit jährlichen Verlusten von 3 bis 6 % in den mehr als 300.000 Altverträgen gerechnet werden muss. Die ursprünglich zugesagte Valorisierung um rund 2 % ist dabei überhaupt unter den Tisch gefallen.
Der von den Pensionskassen im Gegensatz dazu permanent angegebene Durchschnittswert einer positiven Performance von etwa 5,5% jährlich seit 1990 ist insofern irreführend, als er sich nicht auf das heute vorhandene Kapital beziehen lässt. Von den "fetten" Jahren in den Neunzigern profitierte nur ein kleiner Teil des Pensionskapitals, während auf die hohen Zuflüsse ab etwa 1998 bis 2000 in zwölf Jahren durchschnittlich kaum mehr als 2% erwirtschaftet wurden, also alljährlich bis zu 5% unter dem erforderlichen Rechnungszins. Dementsprechend haben sich die Pensionskassenpensionen auch bereits bei vielen Beziehern um skandalöse 50 % verringert, also halbiert. Sollte sich die in der PKG-Novelle eingeräumte Möglichkeit des Umstiegs in die Betriebliche Kollektivversicherung als ein so brauchbares Alternativmodell erweisen, wie es die Informationen darüber ankündigen, sind die (ehemaligen) Dienstgeber mit entsprechenden Nachzahlungserfordernissen in die Pflicht zu nehmen! Denn beim Umstieg würden die heute bereits fast halbierten Pensionen noch einmal um bis zu 45 % gekürzt.
Es kann doch nicht sein, dass die Öffentlichkeit mit Recht ein Ende der Spekulationsgeschäfte auf Bundes- und Länderebene verlangt, während sich die (ehemaligen) Dienstgeber mit einer "vorweggenommenen Zockerei" an ihren Mitarbeitern und Pensionisten abputzen konnten und können!

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Günter Braun, Pressesprecher des PEKABE - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
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