Kleinwasserkraft - Bestandsaufnahme zu Jahresbeginn!

Licht und Schatten bei Stromabnahmepreisen

Wien (OTS) - Zu Beginn des Jahres 2013 zieht Kleinwasserkraft Österreich Bilanz. Etwa 2.790 Kleinwasserkraftwerke liefern in Österreich sauberen Strom und decken damit fast 10% des Österreichischen Jahresbedarfs. Österreichische Herstellerfirmen gehören mit Ihrem Know-how zur Weltspitze und bringen wertvolle Arbeitsplätze.

Tarifförderung brachte 2012 Bewegung in Revitalisierung

Während die neu geschaffene Möglichkeit auf eine Tarifförderung im Ökostromgesetz Projektumsetzungen für kleine (neue und revitalisierte) Kleinwasserkraftwerke wieder ermöglicht, sieht es für größere Kleinwasserkraftanlagen und solche, welche keinen Anspruch auf einen gesicherten Einspeisetarif haben, nicht so gut aus:

"Im wirklich kleinen Leistungsbereich geht durch die neuen Tarife endlich wieder etwas voran. Insbesondere beobachten wir, dass die Revitalisierung von Anlagen, die in den letzten Jahren mit dem Investitionszuschuss eher stillgestanden ist, wieder in Gang kommt. Eine sehr positive Entwicklung, denn damit generieren wir mehr sauberen Strom, bei gleichzeitiger ökologischer Verbesserung der Anlagen.", erläutert Christoph Wagner, Präsident von Kleinwasserkraft Österreich.

Weniger geglückt ist die Tarifgestaltung im größeren Leistungsbereich. Die Abstufung der Tarife zu den größeren Anlagen nimmt nämlich einen sehr steilen Verlauf. "Wir haben viele Zahlen zu den aktuellen Gestehungskosten von Kleinwasserkraftanlagen vorgelegt, aber die Tarifabstufung ist leider missglückt. Wir stehen zu einem Stufenmodell, weil es sicher das gerechteste Fördermodell ist. Durch die zu steil verlaufende Abstufung der Tarife hin zu den größeren Anlagen werden sie aber rasch unattraktiv.", so Wagner.

Anhaltend niedriger Marktpreis bringt massive Schwierigkeiten

Als mittlerweile dramatisch schildert Wagner die schon lange anhaltende schlechte Situation an den Stromhandelsbörsen, welche für Anlagen ohne Anspruch auf Tarifförderung zu einem immer größer werdenden Problem wird: "Seit dem Krisenjahr 2008, an dem auch die Stromhandelspreise abgestürzt sind, haben sich diese nicht mehr erholt. Die Tendenz der Preisentwicklung an der für uns relevanten EEX Stromhandelsbörse war zuletzt auch stets nach unten orientiert. Wir liegen da aktuell bei einem Preis von ca. 4,5 Cent pro kWh! Es gibt derzeit auch keinen Hinweis auf eine rasche Erholung der Stromhandelspreise. Unter diesen Bedingungen ist mittelfristig kein wirtschaftlicher Betrieb von Kleinwasserkraftwerken, die keinen Anspruch auf Tarifförderung haben, aufrechtzuerhalten!", schildert Wagner die dramatische Situation und ergänzt: "Wir haben bereits im Jahr 2009 in einem Gespräch Minister Mitterlehner auf die Schwierigkeiten durch niedrige Marktpreise hingewiesen. Damals haben wir deutlich gemacht, dass in Krisenzeiten auch die Kleinwasserkraft kurzfristig mit schwierigen Einnahmesituationen umgehen und diesen standhalten kann, wir haben aber auch klar gemacht, dass es - sollte sich dieser niedrige Marktpreis längerfristig einstellen - eine Mindestabnahmepreisregelung braucht. Ansonsten droht bestehenden Kleinwasserkraftwerken der wirtschaftliche Ruin! Leider befinden wir uns nun in dieser Situation- vielmehr hat sich der Stromhandelspreis seit damals noch deutlich nach unten bewegt!"

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