Staatsanwaltschaft Wien erhebt weitere Anklage in der Strafsache Telekom

Wien (OTS) - Die Staatsanwaltschaft Wien hat heute gegen Gernot RUMPOLD, Ing. Mag. Rudolf FISCHER sowie weitere Personen Anklage wegen des Verdachts der Untreue und der falschen Beweisaussage erhoben.

Im Vorfeld des EU-Wahlkampfs im Jahr 2004 sollen von der Telekom Austria AG ohne Wissen der Aktionäre und ohne adäquate Gegenleistung Euro 600.000,-- an die im Eigentum des Gernot RUMPOLD stehende "mediaConnection" Werbeagentur GmbH geflossen sein, woraufhin dieser im Gegenzug auf offene Forderungen seiner Gesellschaft gegenüber der FPÖ verzichtet habe. Überdies sollen Gernot RUMPOLD sowie zwei weitere Angeklagte im Jahr 2012 vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Klärung von Korruptionsvorwürfen unrichtige Angaben über diese Vorgänge gemacht haben.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat überdies beantragt, die Freiheitliche Partei zur Rückzahlung der hierdurch eingetretenen unrechtmäßigen Bereicherung in Höhe von Euro 600.000,- zu verurteilen.

Die Strafdrohung liegt für sämtliche Angeklagte bei bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe. Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig; die Angeklagten haben das Recht, innerhalb von 14 Tagen ab Zustellung der Anklage Einspruch bei Gericht zu erheben.

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt im äußerst umfangreichen Faktenkomplex "TELEKOM" in mehreren Ermittlungssträngen, wobei das Verfahren insgesamt gegen etwa 40 Beschuldigte geführt wird. Die Ermittlungen im Teilbereich Gernot RUMPOLD wurden im Oktober 2011 von der Staatsanwaltschaft aufgenommen. Die übrigen Ermittlungsverfahren werden parallel zu den bevorstehenden Hauptverfahren fortgesetzt. Mit weiteren Anklagen wird zu rechnen sein.

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