Papst bei Bischofsweihe: "Mut zum Widerspruch" immer wichtiger

Benedikt XVI. leitet Gottesdienst zum Dreikönigsfest und weiht vier vatikanische Geistliche zu Bischöfen, unter ihnen Georg Gänswein

Vatikanstadt, 06.01.13 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag im Petersdom einen dreistündigen Gottesdienst zum Dreikönigsfest (Epiphanie) geleitet und dabei vier vatikanische Geistliche zu Bischöfen geweiht. Unter ihnen war auch der päpstliche Privatsekretär Georg Gänswein. Er wurde Erzbischof des Titularerzbistums Urbisaglia 160 Kilometer nördlich von Rom.

In seiner Ansprache rief der Papst die Bischöfe der Weltkirche auf, "Mut zum Widerspruch" gegen den herrschenden Zeitgeist zu haben. Gerade angesichts einer verbreiteten "höchst intoleranten" Skepsis gegenüber allen religiösen Wahrheitsansprüchen sei eine solche Standhaftigkeit besonders vordringlich. Wer den Glauben lebe und verkünde, stehe in vielen Punkten "quer zu den herrschenden Meinungen". Die Zustimmung der herrschenden Meinungen dürfe nicht zum obersten Maßstab werden. Bischöfe müssten tapfer sein und damit rechnen, dass sie für ihr Festhalten an der Wahrheit "immer wieder auf moderne Weise verprügelt werden".

Ein tapferes Auftreten der Bischöfe bedeute nicht, dass sie "Dreinschlagen" oder aggressiv Auftreten sollten, hob Benedikt XVI. hervor. Die wahre Tapferkeit bestehe vielmehr "im Sich-schlagen-Lassen und im Standhalten gegenüber den Maßstäben der herrschenden Meinungen". Ein Bischof dürfe auch nicht provozieren. Er müsse die Menschen in die "Freude der Wahrheit" einladen.

Zugleich hob Benedikt XVI. hervor, dass das Bischofsamt mehr als ein bloßer "Job" sei. "Ein Bischof muss ein Mensch sein, dem die Menschen am Herzen liegen, den das Geschick der Menschen bewegt." Dies sei nur möglich, wenn er von der "Unruhe Gottes" für den Menschen ergriffen sei.

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