Darabos: Wehrpflicht bedeutet Besteuerung unserer jungen Männer

"Kostet jeden Grundwehrdiener 77.500 Euro" - Volkswirtschaftlicher Schaden in Höhe von 300 Mio. Euro im Jahr 2011

Wien (OTS/BMLVS) - Die allgemeine Wehrpflicht ist mit einer Naturalsteuer für Österreichs junge Männer gleichzusetzen. Sie kostet jeden Wehrpflichtigen 77.500 Euro. Darüber hinaus verursacht sie großen volkswirtschaftlichen Schaden: Im Jahr 2011 sind der Republik durch die Wehrpflicht 300 Millionen Euro an Wertschöpfung entgangen.

Das ist das Ergebnis einer Studie von Universitätsprofessorin Gudrun Biffl, die heute gemeinsam mit Verteidigungsminister Norbert Darabos präsentiert wurde. "Das Wehrpflicht-System ist also nur scheinbar billig", so der Verteidigungsminister.

Die hohen volkswirtschaftlichen Kosten - 300 Millionen Euro im Jahr 2011 - ergeben sich laut Biffls Studie aus dem ineffizienten Einsatz von Arbeitskräften, dem späteren Einstieg ins zivile Berufsleben und aus verpassten Qualifikations- und Weiterbildungschancen. "Ohne die Wehrpflicht wäre das Wirtschaftswachstum um 0,25 Prozent im Jahr höher", betonte Studienautorin Biffl. Und weiter: "Ein Wehrdienst ist in Entwicklungsländern sinnvoll. In hoch entwickelten Ländern wie Österreich ist er mit hohen Kosten verbunden."

Vergleicht man die Einkommensentwicklung von jungen Männern, die einen Grundwehrdienst abgeleistet haben mit jenen, die dies nicht gemacht haben über einen Zeitraum von zehn Jahren, zeigt sich, dass die ehemaligen Grundwehrdiener um fünf Prozent weniger verdienen. Damit nicht genug: "In der Folge gibt es Nachwehen über den gesamten Lebenszeitraum", so Biffl. Sie sieht in der Unterbrechung des Bildungsweges durch den Wehrdienst einen "Nachteil für die Qualifikationsstruktur Österreichs. Durch den Wehrdienst sinkt die Motivation sich weiterzubilden."

"Die Wehrpflicht erzeugt beim Bundesheer enormen finanziellen Aufwand, bedeutet hohe Kosten für jeden Einzelnen und schadet der Volkswirtschaft", fasste der Minister das Ergebnis der Studie zusammen. Der Grundwehrdienst verschlingt jährlich 200 Millionen Euro aus dem Heeresbudget. Darüber hinaus bindet die Ausbildung der Rekruten sowie die Einberufungs- und Musterungsbürokratie Personal. Zusätzlich ist mit dem System der allgemeinen Wehrpflicht ein weiteres Problem verbunden. Durch geburtenschwache Jahrgänge wird das Bundesheer bereits 2015 zu wenige Grundwehrdiener haben. Dann wird zum ersten Mal die notwendige Mindestzahl von 21.800 unterschritten. "Uns gehen die jungen Männer aus. Wenn wir das Bundesheer nicht auf diesen Mangel vorbereiten, fährt das System an die Wand", sagte Darabos. Dies gelte auch für das Gesundheits- und Sozialsystem, das stark vom Zivildienst abhängig sei, so der Minister.

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