- 22.12.2012, 12:56:15
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Flüchtlinge fühlen sich unter Druck gesetzt und fordern Bedenkzeit
Wien (OTS) - Nachdem hochrangige Kirchen- und Regierungsvertreter
sowie Caritas und Diakonie im Eilzugstempo auf einen "Runden Tisch"
vor Weihnachten gedrängt hatten, fand dieser gestern unter
Beteiligung einiger Flüchtlinge, die derzeit in der Votivkirche
Schutz suchen, statt.
Die Flüchtlinge stimmen zwar der vom Innenministerium im Zuge des
Gesprächs angekündigten Einzelfallprüfung ihrer Asylverfahren zu. Sie
bitten jedoch um Bedenkzeit. Diskussionen unter den Flüchtlingen über
weitere Verhandlungen gestalten sich aufgrund ihrer existentiell
prekären Lage und der nach wie vor unbeheizten Votivkirche schwierig.
Das Innenministerium hat den Flüchtlingen lediglich angeboten die
mögliche Wiederaufnahme in die Grundversorgung zu überprüfen, Caritas
und Diakonie die vorübergehende Unterbringung in von beiden
Hilfsorganisationen verwalteten "Schutzräumen".
In Anbetracht der Tatsache, dass von Vertretern des Innenministeriums
in den letzten Wochen mehrfach bestätigt wurde, dass die Ausübung des
Rechts auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit keine Auswirkungen auf
die Grundversorgung habe, stellt dies einen deutlichen Rückschritt
aus Sicht der Flüchtlinge dar. Es ist, so betonen die Flüchtlinge,
keine "Problemlösung" sondern nur ein erster willkommener Ansatz dem
weitere Schritte zur dauerhaften Verbesserung der Lage der
Geflüchteten folgen müssen. Sie wünschen sich in ihren Forderungen
nach einem menschenwürdigen Leben ernst genommen zu werden.
"Wir wollen in der Lage sein, ein selbstbestimmtes und sicheres Leben
zu führen. Wir wünschen uns wie alle anderen Menschen auch eine
bessere Zukunft. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Regierung
wirklich Verantwortung übernimmt."
Am 24.12 findet im Sigmund Freud Park ab Mitternacht ein
Weihnachtsfest unter dem Motto "Auch Jesus war ein Flüchtling" statt.
Alle Menschen sind herzlich eingeladen, sich dort ein Bild über die
Situation der Geflüchteten zu machen.
"Es sind viele Menschen in Wien, die nicht wegsehen und ruhig bleiben
können weil sie unsere Anliegen kennen. Diese Menschen stehen uns bei
und helfen unsere Forderungen nach außen zu tragen weil die Regierung
uns nicht hört und unsere eigenen Möglichkeiten als Geflüchtete
begrenzt sind. Wir sind entsetzt über die falsche Behauptung, wir
würden instrumentalisiert werden, - alle Menschen können gerne vorbei
kommen und sich vom Gegenteil überzeugen lassen."
Hilfe und Spenden werden nach wie vor dringend benötigt. Auch
materielle Spenden zur Erleichterung der transnationalen
Kommunikation (Handies, Laptops, SIM-Karten) werden gerne entgegen
genommen.
"Familien und FreundInnen gegen Abschiebung"
K.Nr.: 282-146-918/03 / BLZ: 20111 (Erste Bank)
IBAN AT612011128214691803 / BIC GIBAATWW
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-die Zitate wurden vom englischen ins deutsche übersetzt-
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