Augen auf beim Geflügelkauf!

"Weihnachtsgänse, Puten & Co. erfreuen sich als Festtagsbraten großer Beliebtheit. Doch ein wachsender Teil des Angebots stammt aus Ländern mit niedrigeren Tierschutzstandards."

Wien (OTS) - Rund um Weihnachten und Neujahr zählt Geflügel aller Art zu den beliebtesten Festtagsbraten der Österreicherinnen und Österreicher. Doch sowohl beim Einkauf im Supermarkt als auch bei der Bestellung im Restaurant empfiehlt es sich, auf das Ursprungsland des Geflügels zu achten - denn ein großer Teil des Angebots kommt aus dem Ausland.

Putenfleisch mehrheitlich nicht aus Österreich

So lag beispielsweise der österreichische Selbstversorgungsgrad mit Putenfleisch im Jahr 2011 bei rd. 49 % - einem Inlandsverbrauch von rd. 52.000 Tonnen stand eine heimischen Nettoerzeugung von 25.000 Tonnen gegenüber. In anderen Worten: Weniger als die Hälfte des hierzulande verarbeiteten Putenfleischs stammt aus der heimischen Landwirtschaft. Noch dramatischer ist die Situation bei Gänsen, wo der Selbstversorgungsgrad nur bei rd. 14 % liegt, sowie bei Enten, wo bloß rd. 4 % des Inlandsverbrauchs aus heimischer Produktion stammen (alle Angaben für 2011; Quelle: Statistik Austria).

Eine der Ursachen dafür ist der harte Preiswettbewerb im Lebensmittelhandel. "Wenn Fleisch möglichst billig sein muss, wird es zwangsläufig aus Ländern mit geringeren Tierschutzauflagen importiert, wo entsprechend billiger produziert werden kann", erläuterte Dr. Martina Glatzl, Obfrau des österreichischen Geflügelgesundheitsdiensts QGV, die unerfreuliche Entwicklung. Die Geflügelfachtierärztin betonte, dass "die Qualitätsbemühungen in Österreich nicht beim Konsumenten ankommen, wenn die Produktion aufgrund des Preisdrucks in Länder mit schlechteren Standards und Kontrollen abwandert."

Schlechtere Tierschutzstandards, niedrigerer Preis

Ein Profiteur dieser Entwicklung ist z. B. Ungarn, von wo mengenmäßig bereits über ein Drittel (34,66 %) des nach Österreich importierten Geflügelfleischs stammt - allein 2011 mehr als 30.000 Tonnen. Damit ist Ungarn bereits Österreichs zweitgrößter Importmarkt für Geflügelfleisch, nur mehr knapp hinter Deutschland liegend.

"Die Tierschutzstandards in Ländern wie Ungarn liegen so weit unter den österreichischen, dass unsere heimischen Betriebe im derzeitigen Preiswettbewerb kaum bestehen können", beschreibt Robert Wieser, Stellvertretender Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG), das Problem.

Die ZAG betrachtet die einseitig strengeren Auflagen in Österreich als Wettbewerbsnachteil für die heimische Geflügelwirtschaft und tritt für einheitlich strenge Standards in der Europäischen Union ein. Wieser bemängelt auch, dass die Regelungen auf eindimensionale Faktoren wie Produktionsmengen abzielen, statt die Tiergesundheit gesamtheitlich zu betrachten: "Wer nachweislich gesündere Tiere hat, sollte auch mehr produzieren dürfen - nur dann wird Qualität auch im Wettbewerb bestehen können", so Wieser.

Einig sind sich QGV und ZAG, dass Konsumenten beim Geflügelkauf auf die Herkunft achten sollten. "Das erste Kriterium ist immer, ob das angebotene Fleisch aus Österreich stammt. Nur wenn das der Fall ist, können Konsumenten auf die österreichischen Standards in Sachen Qualität und Tierschutz vertrauen", so Martina Glatzl vom österreichischen Geflügelgesundheitsdienst abschließend.

Über die QGV:

Die Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung (QGV) ist der anerkannte, bundesweite Geflügelgesundheitsdienst nach der österreichischen Tiergesundheitsdienst-Verordnung. Aufgabe der QGV ist die Qualitätssicherung in der Eier- und Geflügelproduktion, mit der eine maximale Lebensmittelsicherheit und Produktqualität zum Wohle der Konsumenten sichergestellt werden soll.

Über die ZAG:

Die Dachorganisation ZAG ist die einzige bundesweit anerkannte, freiwillige Interessensvertretung der österreichischen Geflügelwirtschaft und vertritt damit sowohl die Interessen der österreichischen Eierproduktion als auch der österreichischen Geflügelmast. Der Dachverband sieht sich als Partner für eine wachsende, profitable und verantwortungsvolle Eier- und Geflügelproduktion in Österreich.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Martina Glatzl
Österreichische Qualitätsgeflügelvereinigung
Telefon: +43-664-3824176
E-Mail: martina.glatzl@qgv.at

DI Michael Wurzer
Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft
Telefon: +43-664-845 30 23
E-Mail: wurzer@zag-online.at

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