Sparen am falschen Platz: Dolmetscher-Misere in Traiskirchen

Wien (OTS) - Der Österreichische Verband der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher (ÖVGD) hat mit großer Bestürzung von der Neuregelung der Dolmetsch- und Übersetzerleistungen im Flüchtlingslager Traiskirchen Kenntnis erhalten.

Die Einschaltung einer Detektei für die Rekrutierung von Dolmetschdiensten in einem so sensiblen Bereich wie dem Asylwesen ist striktest abzulehnen. Mit dem Auslagern von Dolmetschdienstleistungen an Agenturen eine "Kostenersparnis", zu erzielen, hat noch nie zum Erfolg, sondern nur zum Einsatz von unqualifizierten "Sprachexperten" und schlechter Qualität bei den Dolmetsch- und Übersetzungsleistungen geführt. (In Großbritannien zum Beispiel führte die Beauftragung einer Agentur dazu, dass zahlreiche Gerichtsverfahren abgebrochen und neu verhandelt werden mussten, was letztendlich noch höhere Kosten verursachte.)

Der Österreichische Verband der Gerichtsdolmetscher bemüht sich seit Jahren darum, dass im Asylverfahren nur qualifizierte Dolmetscher eingesetzt werden. Dies ist sowohl den Asylbehörden als auch dem Bundesministerium für Inneres bekannt, hat aber bisher leider zu keinem konkreten Ergebnis geführt (etwa auch bezüglich der Aus- und Weiterbildung von Dolmetschern/Übersetzern für das Asylwesen). Es ist umso bedauerlicher, dass nunmehr offenbar nur mehr unqualifizierte Personen für diese sensiblen Dolmetscheinsätze eingesetzt werden.

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Christine Springer, Präsidentin des ÖVGD
christinespringer@aon.at, Mobil: 0664-461 87 94
www.gerichtsdolmetscher.at

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