- 19.12.2012, 14:00:36
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Österreichs Zivildiener des Jahres 2012
Wien (OTS) - Fabian Salzgeber aus Götzis in Vorarlberg wurde wegen
seiner außergewöhnlichen Leistungen bei der Sunnahof-Lebenshilfe in
Göfis zum "Zivildiener des Jahres 2012" gewählt. Mag.a Johanna
Mikl-Leitner überreichte ihm die Auszeichnung am 19. Dezember 2012 in
Wien.
In diesem Jahr gab es nicht neun, sondern zwölf Landessieger, denn
für Burgenland wurden drei und für Wien zwei Landessieger ausgewählt.
Aus den zwölf Landessiegern wählte eine Expertenjury Fabian Salzgeber
zum Bundessieger 2012. "Fabian Salzgeber ist aufgrund seines
Einfühlungsvermögens sehr schnell zu einem angesehenen, beliebten
Betreuer geworden, der respektvoll mit den Menschen in der
Einrichtung umgegangen ist", sagte Mikl-Leitner bei der
Auszeichnungsfeier am 19. Dezember 2012 im Innenministerium. "Er hat
während seiner Zivildienstzeit mehr als seine Pflicht getan. An
seinen Feierabenden hat er beispielsweise eine Spezialschubkarre für
einen Menschen mit Behinderung gebaut und ihm somit ermöglicht, seine
Arbeit in der Landwirtschaft weiter auszuüben", berichtete die
Innenministerin. Salzgeber war von Dezember 2010 bis Ende August 2011
in der Sunnahof-Lebenshilfe tätig. In dieser Zeit lernte er die
Arbeit im sozialen Bereich kennen und schätzen und blieb deshalb als
hauptberuflicher Mitarbeiter im Sunnahof tätig. Salzgeber überlegt,
berufsbegleitend eine Ausbildung im Sozialbereich zu machen.
Die Innenministerin gratulierte allen Landessiegern: "Sie haben viel
geleistet für das soziale Wohl in unserem Land."
Erfolgsgeschichte Zivildienst
"Der Zivildienst ist zweifelsohne eine Erfolgsgeschichte und ein
wichtiger Eckpfeiler für das soziale Wohl in Österreich", sagte
Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner und verwies auf den
Gesundheits- und Pflegebereich, in dem Zivildiener eine sehr wichtige
Rolle spielen. Auch für das spätere ehrenamtliche Engagement der
jungen Männer kommt dem Zivildienst eine maßgebliche Rolle zu.
"Vielen Zivildienern gefällt die Arbeit in den Einrichtungen so gut,
dass sie ihrer Organisation auch nach dem Zivildienst als
ehrenamtlicher Helfer erhalten bleiben", sagte Mikl-Leitner. Ein
"freiwilliges, bezahltes soziales Jahr" könnte den Zivildienst nicht
ersetzen - weder qualitativ noch quantitativ. "Viele Sparten wie
beispielsweise Katastrophenschutz, die Feuerwehren, Gedenkdienst und
Jugend- und Kinderbetreuung würden keine Zivildiener bekommen. Dieses
Modell ist außerdem mit 20 Prozent weniger Personal verbunden. Somit
würden sich auch für Organisationen im Gesundheits- oder
Sozialbereich deutliche Nachteile ergeben", betonte die
Innenministerin.
Sonderpreis für Integration
Der Zivildienst ist auch ein wichtiger Eckpfeiler für die
Integration. Menschen mit Migrationshintergrund haben die
Möglichkeit, aktiv zum sozialen Wohl in Österreich beizutragen. Viele
junge Männer absolvieren ihren Zivildienst in
Flüchtlingseinrichtungen und engagieren sich dort für ein Miteinander
der Menschen verschiedener Nationalitäten. Um diese jungen Menschen
auszuzeichnen, vergab Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz bei
der Ehrung des Zivildieners des Jahres 2012 den Sonderpreis für
Integration an Markus Wetschka, der seinen Zivildienst bei der
Caritas-Flüchtlingshilfe in Stadl-Paura ableistete. Wetschka
zeichnete sich durch große Herzlichkeit und Offenheit gegenüber den
Bewohnern aus, die aus vielen Ländern stammen. Er versuchte vom
ersten Tag an, Menschen über den Sport zusammenzubringen. Er brachte
minderjährige Flüchtlinge zu einem Fußballverein und ermöglichte
einem Bewohner, der professionellen Beach-Volleyballsport betreibt,
eine Spiel- und Trainingsmöglichkeit bei einem professionell
geführten Club. Wetschka arbeitet seit dem Ende seines Zivildienstes
ehrenamtlich mit der Caritas zusammen, so betreut er Menschen
weiterhin beim Sport, organisiert Fußballspiele sowie Spenden für
Sportausrüstung für die Bewohnerinnen und Bewohner.
Die Landessieger
Wien
Johannes Lentz war bei der Caritas Socialis GmbH im Pflege- und
Sozialzentrum Kalksburg tätig. Er zeichnete sich vor allem durch
seinen persönlichen Einsatz aus. So entwickelte er Unterlagen für die
Demenzbetreuung, erstellte Fotocollagen, ein Kräuterbuch und
organisierte einen Antiquitäten-Nachmittag. Er begegnete den dementen
Menschen mit Wertschätzung und Respekt und betreute auf eigenen
Wunsch die schwierigsten Klientinnen und Klienten.
Jakub Macheta absolvierte seinen Zivildienst beim Hort "Kinder in
Wien". Er war stets bestrebt, die Kinder zu fördern. So veranstaltete
er jeden Montag einen "Obsttag", an dem er den Kindern eine neue
Frucht vorstellte, startete einen Literatur- und Zeichenwettbewerb,
organisierte ein Fußballturnier und besorgte jeden Tag für 150 Kinder
Jause, sodass sich der Hort die Essenslieferungen sparen und
stattdessen viele neue Spiele und andere Gegenstände leisten konnte.
Niederösterreich
Lukas Kraus arbeitete im Pflegeheim "Haus der Barmherzigkeit" in
Poysdorf. Durch seinen Witz und Charme munterte er ältere und kranke
Menschen auf. Mit seiner offenherzigen und freundlichen Art
motivierte er die Bewohnerinnen und Bewohner, mit ihm spazieren zu
gehen oder mit ihm zu basteln. Damit leistete er einen wesentlichen
Beitrag zur Erhaltung der motorischen Fähigkeiten der
pflegebedürftigen Menschen.
Oberösterreich
Jakob Leitner arbeitete im Kindergarten und Hort Alberndorf. Durch
seine ruhige, nicht aufdringliche, jedoch selbstsichere Art gab er
den Kindern Sicherheit und machte sich als ihr Spielpartner und
Erzieher sehr beliebt. Vor allem seine vielfältigen Fähigkeiten
machten ihn zu einem wertvollen Teammitglied. So reparierte er einen
Tonofen, Kinderfahrräder und ein Türschloss. Er unterstützte die
Kinder unter anderem bei der Hausübung und verhalf ihnen so zu
persönlichen Lernerfolgen.
Tirol
Martin Berger absolvierte seinen Zivildienst bei der Lebenshilfe
Tirol. Durch seine Herzlichkeit und sein Einfühlungsvermögen schaffte
er es, die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen zu
verbessern. Er schloss außerdem Freundschaft zu einem Klienten und
plant, diesen auch nach seinem Zivildienst in seiner Freizeit zu
besuchen.
Steiermark
Lorenz Bogdanovics leistete seinen Zivildienst bei der Lebenshilfe
Hartberg. Er fiel besonders durch sein außerordentliches Engagement
und seine große Begeisterung für den Zivildienst auf. Durch seine
ehrliche, zuverlässige und verständnisvolle Art wurde er von den
Bewohnerinnen und Bewohnern sehr geschätzt.
Salzburg
Bernhard Zwein verrichtete seinen Zivildienst im Kulinarium Salzburg,
wo auch Menschen mit Behinderungen mitarbeiten. Zwein war sehr
engagiert und übernahm selbstständig die Organisation von
Cateringveranstaltungen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit
Behinderungen. Durch sein offenes, freundliches und verständnisvolles
Auftreten fand er auch zu eher schwer zugänglichen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern Kontakt.
Kärnten
Patrick Krall leistete seinen Zivildienst bei "pro mente". Durch sein
handwerkliches Geschick, seine hauswirtschaftliche Tüchtigkeit, seine
vielfältigen, kreativen Ideen und seinen Humor wurde er rasch zu
einem wichtigen Teammitglied in der Einrichtung. Er brachte
Jugendliche zum Arzt, baute ein Regal aus alten Hölzern, bereitete
Mittagessen zu, strich Wände und reparierte Möbel. Auch von den
Jugendlichen wurde er aufgrund seiner humorvollen Art sehr geschätzt.
Seine positiven Erfahrungen während seines Zivildienstes motivierten
ihn dazu, ein Studium der Sozial- und Integrationspädagogik zu
beginnen.
Burgenland
Manuel Babes, Michael Leder und Andreas Landauer retteten als
Zivildiener beim Roten Kreuz Eisenstadt einem 76-jährigen Mann durch
Erste Hilfe und Wiederbelebung mit einem Defibrillator das Leben. Der
Pensionist war regungslos am Parkplatz eines Supermarktes gelegen.
Alle drei Zivildiener sind weiterhin als Freiwillige beim Roten Kreuz
tätig.
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