Vorhang auf für "Das Adlon. Eine Familiensaga" im ORF

Weltpremiere von Uli Edels hochkarätig besetztem ORF/ZDF-Dreiteiler in Berlin

Wien (OTS) - Das Hotel gilt als Sinnbild der bewegten Geschichte Berlins und zählt seit seiner Eröffnung im Jahr 1907 zu den renommiertesten Adressen der Welt. Den Mythos Adlon erwecken ORF und ZDF am 6., 7. und 9. Jänner (jeweils um 20.15 Uhr in ORF 2) zum Leben und erzählen an drei Abenden ein knappes Jahrhundert deutsche Historie. In dreimal 90 Minuten spannt das aufwendig produzierte und prominent besetzte Drama "Das Adlon. Eine Familiensaga" einen Bogen von der Hotelgründung in der Kaiserzeit bis zur Wiedereröffnung im Jahr 1997. Und ebendort wird gefeiert, gehasst und geliebt: von der zerrütteten Hotelier-Dynastie Adlon über die Generationen treuer Angestellter bis hin zu den internationalen Star-Gästen. Wie ein roter Faden zieht sich die Lebensgeschichte der fiktiven Protagonistin Sonja Schadt, deren Familie mit Hotelgründer Lorenz Adlon persönlich und geschäftlich eng verbunden ist, durch die Erzählung. Nach dem Tod ihrer Großeltern zieht sie ins Hotel und erlebt dort alles mit: Liebe und Leiden. Höhen und Tiefen. Zahlreiche Schicksalsschläge. Glanz, Inflation, Diktatur, Krieg und Zerstörung. Und einen Neuanfang. Am Montag, dem 17. Dezember 2012, wurde der erste Teil dieses Epos' bereits in einer Weltpremiere in Berlin auf der Kinoleinwand präsentiert.

Ein hochkarätig besetztes Team vor und hinter der Kamera

Vor der Kamera versammelten Produzent Oliver Berben ("Krupp - Eine deutsche Familie") und Regisseur Uli Edel ("Der Baader-Meinhof-Komplex") einen prominenten Cast mit u. a. Heino Ferch ("Spuren des Bösen"), Marie Bäumer (auch am 2. und 3. Jänner, jeweils um 20.15 Uhr in ORF 2, in "Das andere Kind" zu sehen), Josefine Preuß ("Türkisch für Anfänger"), Christiane Paul ("Hindenburg", "Die Welle"), Neo-"Tatort"-Kommissar Wotan Wilke Möhring, Jürgen Vogel (derzeit auch in den österreichischen Kinos in "Gnade" zu sehen), Anja Kling ("Vom Ende der Liebe"), Ken Duken ("Das Wunder von Kärnten"), Burghart Klaußner ("Der Vorleser"), Johann von Bülow, Maria Ehrich, Sunnyi Melles (derzeit auch in der Glavinic-Verfilmung "Die Vermessung der Welt" in den österreichischen Kinos) und der Österreicherin Nora von Waldstätten ("Tore der Welt"). Für das Drehbuch zeichnen Uli Edel und Rodica Döhnert verantwortlich. Die Dreharbeiten gingen im Oktober 2012 zu Ende. Zu sehen ist der Mehrteiler nicht nur in Österreich und Deutschland, er wurde bereits vor seiner Erstausstrahlung nach Frankreich und Spanien verkauft und wird auch als DVD bzw. Download erhältlich sein.

Oliver Berben: "Die Idee, Reales mit Fiktionalem zu vermischen"

Die Idee, die Geschichte des Adlon zu verfilmen, gab es bereits vor Jahren, als Produzent Oliver Berben ebendort zu Gast war, weil seine damals neue Wohnung noch nicht bezugsfertig war. Gedreht wurde im Adlon nur drei Tage. "Der Film beginnt 1904 mit dem Bau und endet 1997 mit der Eröffnung des Hotels, so wie wir es heute kennen. Es gibt drei Familien, die in diesem Dreiteiler eine Rolle spielen: die Familien Schardt, selbstverständlich die Familie Adlon und eine dritte, über die nur am Rande erzählt wird - aber die durch Wotan Wilke Möhring eine sehr prominente Figur hat -, ist die Familie von Sonjas Vater, dem späteren Pagen und Concierge des Hotels. Die Idee dahinter war, unterschiedliche Perspektiven zu zeigen und Reales mit Fiktionalem zu vermischen. Real ist die Familie Adlon: Da sind sowohl die Figuren als auch das, was passiert, klar vorgegeben. Die fiktionale Familie Schardt ist zwar als Familie fiktional, aber nicht alles ist erfunden. Sowohl in unseren historischen Recherchen als auch über unseren Zugang zum Adlon-Archiv hatten wir auch die Möglichkeit, zum Beispiel in Korrespondenzen von Gästen oder Mitarbeitern Einblick zu nehmen. Aus diesen Elementen ist dann die Familie Schardt entstanden - die ist fiktional, aber das, was passiert, beruht teilweise auf wahren Geschichten", so Berben.

Berben über die größten Herausforderungen an diesem Projekt: "Zum einen das Buch. Denn es ist eine große Herausforderung, eine Geschichte zu erzählen, die das Hotel als Bühne nimmt, auf der Menschen die Geschichte erleben. Das klingt leicht, ist es aber nicht, und gerade die Mischung aus Fiktion und Realität macht es schwierig, weil es eben Überschneidungen gibt. So haben wir fast vier Jahre an der Buchentwicklung gearbeitet. Und die zweitgrößte Herausforderung war das Casting: Insgesamt gibt es 103 große Sprechrollen."

Josephine Preuß: "Diese Rolle ist ein Riesengeschenk!"

Hauptdarstellerin Josephine Preuß, die in der Rolle von Sonja Schadt zu sehen ist, über die Beweggründe, bei diesem Mehrteiler mitzuwirken: "Uli Edel. 90 Jahre deutsche Geschichte. Meine Rolle, die ich von 15 bis 55 spielen darf. Wotan Wilke Möhring als mein Papa. Ken Duken als mein Mann. Also, mehr Gründe gibt es wirklich nicht. Diese Rolle ist ein Riesengeschenk und ich bin unendlich dankbar! Dass man mir das überhaupt zutraut", so Preuß, die eigentlich in der Comedy zuhause ist und dem Publikum aus "Türkisch für Anfänger" bekannt ist. "Ich mache normalerweise Gesichtsfasching, und es war schon schwierig für mich mich zurückzunehmen. So sehr habe ich mir vorher den Kopf darüber zerbrochen, wie ich das machen soll", so Preuß über die große Herausforderung, eine Frau über 40 zu spielen. "Aber Maske und Kostüm unterstützen gewaltig und das Geheimnis war es, Tempo rauszunehmen und alles langsamer und gemächlicher anzugehen." Im Adlon war Preuß, die aus beruflichen Gründen von Potsdam nach Berlin gezogen ist, aber noch nicht zu Gast:
"Was mir wichtig ist, sind Sauberkeit und eine bequeme Matratze. Wenn es ein Hotel schafft, mir das Gefühl zu geben, dass ich der erste Gast bin, ist es mir egal, ob es drei, vier, fünf, sechs oder sieben Sterne hat."

Heino Ferch als Adlon-Hoteldirektor

Für "Julius Caesar" und "Der Baader Meinhof Komplex" hat Heino Ferch bereits mit Uli Edel zusammengearbeitet. Nun spielt er unter Edels Regie den Adlon-Hoteldirektor Louis Adlon. Eine Premiere war es für ihn jedenfalls, eine Rolle über eine so lange Zeitspanne - im Alter von Mitte 30 bis Mitte 70 - darstellen zu können: "Über 40 Jahre darf ich den Louis spielen, und ab Mitte 60 waren es schon drei bis vier Stunden, die ich immer in der Maske verbracht habe, damit ich so aussehe, wie ich dann aussehe. Aber die Alterung dauert ihre Zeit, um auch wirklich eine authentische Illusion mit einem siebzigjährigen Menschen hinzukriegen."

Wotan Wilke Möhring: "Manchmal ist es gut, sich an Rollen heranzuwagen, die weiter von einem selbst entfernt sind"

Wotan Wilke Möhring spielt Sonja Schardts Vater, der im Adlon als Concierge arbeitet. Er selbst war zwar bereits mehrmals zu Gast im Adlon, würde sich aber selbst nicht als "Luxushoteltyp" bezeichnen:
"Mir reichen Luft und Licht. Ich brauche Platz, aber keinen Luxus", so der bald dreifache Familienvater. Möhring, der in Hamburgs Umgebung demnächst seine "Tatort"-Ermittlungen aufnehmen wird, auf die Frage, wonach er seine Rollen aussuche: "Es sind immer Drehbuch und Figur. Bei Friedrich Loewe ist es das, dass sich die Figur so zurücknimmt und zum Bestandteil des Adlons wird. Diese Aufopferung in seiner Funktion als Concierge, das fand ich beeindruckend: Sich selbst zurückzunehmen, Dinge zu beobachten. Das ist natürlich auch die Herausforderung, die man sucht: etwas zu machen, was man so noch nie gemacht hat, was neu ist und was auch mit einem selbst etwas anstellt. Das ist der große Luxus, den wir als Darsteller haben: Die Bereicherung, verschiedene Leben besuchen und durchstreifen zu können, und zu sehen, wie Menschen auf die Welt blicken. Deshalb ist es manchmal auch gut, sich an Rollen heranzuwagen, die weiter von einem selbst entfernt sind."

Jürgen Vogel: "Böse Figuren sind absolut wichtig"

JürgenVogel, der gemeinsam mit Birgit Minichmayr derzeit in den österreichischen Kinos in "Gnade" zu sehen ist, spielt Offizier Siegfried von Tennen: "Es ist spannend, die Grausamkeit der Zeit an einer Figur erzählen. Die Figur ist der klassische Bösewicht, der Gefahr und Spannung mit rein bringt und das Dunkle und Gemeine, das in dieser Zeit eben da war, miterzählt. Es ist ein bestimmter Typus von Mensch, diese Kraft, jemand, der Karriere machen konnte. Er kommt aus einer sehr militärisch geprägten Familie mit wahnsinnigem Ehrgeiz. Eine interessante Figur. Und generell: Böse finde ich sehr interessant, weil das immer auch etwas mit Geschichten macht, und meine Aufgabe als Schauspieler ist es ja, zu berühren und mich in den Dienst der Geschichte zu stellen. Da sind die bösen Figuren absolut wichtig, sonst wäre es auch langweilig. Du kannst keinen Film aus dieser Zeit machen, ohne über Figuren aus dieser Zeit zu erzählen. Und für einen Schauspieler ist das immer eine große Herausforderung. Film ist ja auch immer eine Möglichkeit, Einblick zu bekommen in extreme Charaktere, in extreme Schicksale und extreme Situationen."

"Das Adlon. Eine Familiensaga" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand auf http://tvthek.ORF.at abrufbar.

"Das Adlon. Eine Familiensaga" ist eine ZDF/ORF-Koproduktion mit MOOVIE - the art of entertainment, gefördert mit Mitteln des Medienboard Berlin-Brandenburg, der Film- und Medienstiftung NRW und des FilmFernsehFonds Bayern.

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