• 18.12.2012, 09:10:19
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Immer mehr junge Menschen leiden an chronisch-entzündlichen Erkrankungen

Wien (OTS) - Chronisch entzündliche Erkrankungen sind in den
vergangenen fünf Jahrzehnten in den hoch entwickelten Staaten um das
zehn- bis 15fache angestiegen. Grund zur doppelten Sorge ist, dass
vor allem Kinder und Jugendliche immer stärker davon betroffen sind.
Zu diesen chronisch-entzündlichen Krankheitsbildern zählen unter
anderem Asthma, Typ 1 Diabetes, Multiple Sklerose und die diversen
Formen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Unter den
beiden häufigsten Formen von CED - Morbus Crohn und die Colitis
Ulcerosa - leiden in Europa etwa drei Millionen Menschen. Das
Auftreten der Krankheit ist in jedem Alter möglich, aber zwischen dem
20. und 30. Lebensjahr liegt der statistische Erkrankungsgipfel. Dies
berichten die European Crohn's and Colitis Organisation (ECCO) und
die European Federation of Crohn's and Ulcerative Colitis
Associations (EFCCA) und rufen zum gemeinsamen Handeln auf.

Univ.-Prof. Dr. Walter Reinisch vom Allgemeinen Krankenhaus der
Stadt Wien (AKH) - Medizinische Universität Wien: "Mit einer
genetischen Disposition lassen sich nur ein geringer Teil dieser
Erkrankungen erklären. Es sind vorwiegend Umwelteinflüsse, welche
chronisch-entzündliche Erkrankungen auslösen." Die Ursachen scheinen
fehlerhafte und einseitige Ernährung, Medikamenteneinnahmen wie z. B.
Antibiotika, aber auch Rauchen, Stress, der Lebensstil und das
Lebensumfeld in den Städten und gesteigerte Hygiene zu sein. Der
Wiener Gastroenterologe beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit
chronisch-entzündlichen Krankheitsformen, ganz speziell jedoch mit
chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Massiver Anstieg chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen

Bauchschmerzen, mehrwöchige Durchfälle, Gewichtsverlust,
Müdigkeit, Leistungsabfall, Fieber: Wenn derartige Symptome immer
wieder in Intervallen auftreten, besteht der Verdacht auf eine
chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED). Der Leidensweg eines
Betroffenen zeigt sich vor allem im Alltag. Wenn jemand weiß, dass er
bis zu 20 Mal pro Tag und zu unvorhergesehenen Zeiten die Toilette
aufsuchen muss, wird das Leben massiv belastet. Da werden zum Teil
soziale Kontakte abrupt abgebrochen, so beschreiben Ärzte und
Betroffene den oft lange verheimlichten Leidensweg der
CED-Erkrankten.

Reinisch unterstreicht, wie wesentlich ein konzentrierter Kampf
für mehr Darmgesundheit ist. "Wir erleben derzeit eine Epidemie an
Erkrankungen, die wir vor 50 Jahren nicht oder kaum kannten und die
alle in gewisser Weise mit dem Darm zusammenhängen. Wir haben immer
mehr junge Patienten, die chronische Krankheiten entwickeln. Die Zahl
der Kinder, welche aufgrund schwerer chronisch-entzündlicher
Darmerkrankungen stationär behandelt werden mussten, stieg in
Österreich in den letzten 15 Jahren um 100 Prozent. Bei Menschen bis
zum 25. Lebensjahr verdoppelt sich die Mortalitätsrate, wenn sie
unter chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen leiden."

Trotz intensiver Forschung noch keine Heilung

Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sind chronische Krankheiten mit
denen die Betroffenen lebenslang konfrontiert sind. Sie betreffen
Männer und Frauen gleichermaßen und beginnen typischerweise zwischen
dem zweiten und dritten Lebensjahrzehnt. Allerdings erkranken auch
bereits Kinder. In den Laborbefunden können oft keine eindeutigen
Beweise für Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa gefunden werden. Somit
sind zusätzliche Untersuchungen, insbesondere Darmspiegelungen,
notwendig. Die Krankheit ist durch moderne Therapiekonzepte gut zu
behandeln, obwohl trotz intensiver Forschung auch heute noch keine
Heilung im eigentlichen Sinne möglich ist.

Morbus Crohn: Mangelhaftes Wissen führt oft zu verzögerten
Diagnosen

Vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnose kann es bei
Morbus Crohn Monate bis Jahre dauern, da es vielfach mangelhaftes
Wissen über die Symptome und Alarmsignale gibt. Einige funktionelle
Störungen des Magen-Darm-Traktes weisen ähnliche Symptome auf, daher
ist das Beachten typischer Morbus Crohn-Signale sehr wichtig, wie zum
Beispiel Blut im Stuhl, Entzündungszeichen im Blut oder Stuhl, aber
auch Fieber und Gelenkschmerzen. Prinzipiell kann Morbus Crohn den
kompletten Verdauungstrakt befallen, vom Mund bis zum After. Derzeit
führt die Erkrankung an Morbus Crohn bei 60 Prozent aller Betroffenen
im Endeffekt zu einem operativen Eingriff, so die Zahlen aus ECCO
Guidelines.

Aktuelle Zahlen und Studienergebnisse

Aktuelle Zahlen und Studienergebnisse zum Bereich
chronisch-entzündliche Darmerkrankungen werden bei der
internationalen Pressekonferenz "Join the fight against IBD" am 13.
Februar 2013 in Wien vorgestellt. Am 14. Februar 2013 folgt eine
Podiumsdiskussion zum Thema "Crohn's and Colitis in Europe: The
burden of disease in young people". Diese beiden Veranstaltungen
werden organisiert von ECCO - European Crohn's and Colitis
Organisation (www.ecco-ibd.eu) und der EFCCA - European Federation of
Crohn's and Ulcerative Colitis Associations (www.efcca.org).
Eingeladen sind dazu auch alle Medienvertreter. Bitte reservieren Sie
sich diese Termine und unterstützen Sie uns im Kampf gegen CED.
Nähere Informationen dazu finden Sie unter www.ecco-ibd.eu/jtf-2013

Über den 8. internationalen Kongress der Europäischen Crohn's
und Colitis Organisation (ECCO):

Rund 4500 Teilnehmer und 100 Medienvertreter werden zum 8.
internationalen Kongress der Europäischen Crohn's und Colitis
Organisation (ECCO) vom 14. bis 16. Februar in Wien erwartet. Dieser
Kongress ist die jährliche, wissenschaftliche Hauptveranstaltung zum
Themenkreis chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) in Europa.
ECCO 2013 bietet wieder die einmalige Möglichkeit, Informationen über
die aktuellen und besten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der
Gastroenterologie zu erhalten. Der inhaltliche und wissenschaftliche
Entwurf der Join the fight against IBD Kampagne innerhalb von ECCO
2013 wurde von folgendem Expertenkommitee vorgenommen: Steering
Committee - Join the fight against IBD 2013: Prof. Walter Reinisch,
MD (Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien (AKH) - Medizinische
Universität Wien) Luisa Avedano (EFCCA CEO), Marco Greco, Ph.D.
(EFCCA Chairman), Tine Jess, MD, Dr. Sci. (National Health
Surveillance & Research Copenhagen), Marian O'Connor (St Marks
Hospital & Northwest London NHS Trust). Nähere Details zum Kongress
finden Sie unter www.ecco-ibd.eu

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