- 13.12.2012, 14:30:15
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FSGvida: Willibald Steinkellner zum neuen geschäftsführenden Bundesfraktionsvorsitzenden gewählt
Steinkellner ist Nachfolger von Rudolf Kaske in der Fraktion sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft vida
Utl.: Steinkellner ist Nachfolger von Rudolf Kaske in der Fraktion
sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft
vida =
Wien (OTS/FSG) - Beim heutigen Bundesvorstand der Fraktion
sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in der Gewerkschaft vida
(FSGvida) haben die Delegierten Willibald Steinkellner mit 93,33
Prozent der abgegebenen Stimmen zum neuen geschäftsführenden
FSGvida-Bundesfraktionsvorsitzenden gewählt. Steinkellner folgt in
dieser Funktion Rudolf Kaske nach. Kaske hat heute seine Funktion an
der FSGvida-Spitze zurückgelegt; er wird sich im März 2013 im Rahmen
der AK-Vollversammlung der Wahl zum Präsidenten der
Bundesarbeitskammer stellen.++++
Willibald Steinkellner, Jahrgang 1954, konnte sich aufgrund seiner
langjährigen Arbeit und Erfahrung im Sozial- und Gesundheitsbereich
große Kompetenz und Fachwissen im Sozialbereich angeeignet: Der
gelernte Heilmasseur war als Operationsfachgehilfe im Wiener
Rudolfinerhaus tätig und vertrat dort ab 1988 die Interessen der
Beschäftigten als Betriebsratsvorsitzender. Ab 1992 war er Funktionär
in der Gewerkschaft Handel, Transport, Verkehr (HTV). Im Jahr 2002
wurde Steinkellner schließlich zum Vorsitzenden der HTV gewählt. Ende
2006 wurde die HTV ein Teil der vida. Der geborene Oberösterreicher
Willibald Steinkellner leitet seither die vida-Sektion Soziale
Persönliche Dienste und Gesundheitsberufe als Vorsitzender und wurde
auch zum stellvertretenden vida-Vorsitzenden gewählt.
"Die Dienstleistungen der Daseinsvorsorge dürfen nicht dem
neoliberalen Wildwuchs der freien Marktkräfte unterworfen werden",
betonte Steinkellner im Rahmen seiner Antrittsrede. Egal ob es sich
dabei um die ÖBB oder unsere Wasser- und Gesundheitsversorgung
handle: "Die öffentlichen Dienste gehören den Menschen und
SteuerzahlerInnen. Mit ihrem Geld wurden diese Dienste errichtet und
ihre täglichen Grundbedürfnisse haben sie deshalb abzudecken.
Spekulanten haben hier nichts verloren", bekräftigte der
FSGvida-Vorsitzende.
Eine weitere Öffnung der Daseinsvorsorge mit Ausschreibungen und
Zwangsvergaben weg von Ländern und Kommunen hin zum privaten Markt -
wie dies die Europäische Kommission plane -, würde Privatisierung und
Spekulantentum durch die Hintertür bedeuten. "Das reine Gewinnstreben
privater Investoren würde zulasten der Qualität der Dienstleistung
und der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten gehen. Die europäische
Politik muss wieder mehr auf die Menschen und weniger auf die Märkte
hören", so Steinkellner.
Scheinselbständigkeit, mangelnder Versicherungsschutz sowie Sozial-
und Lohndumping würden sonst in Europa weiter Tür und Tor geöffnet.
Darunter würden neben den Beschäftigten auch beispielsweise die
BenutzerInnen öffentlicher Verkehrsmittel genauso wie die
PatientInnen im Gesundheitswesen leiden: "Kranke oder
pflegebedürftige Menschen dürfen nicht zum Spekulationsobjekt werden
- eine qualitativ hochwertige Gesundheits- und Pflegeversorgung auch
im Alter darf kein Privileg der Reichen sein", forderte Steinkellner.
Es müsse deshalb auch bei der Gesundheitsreform in Österreich weiter
mit sozialem Augenmaß vorgegangen werden.
"Die Sozialdemokratischen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter
marschieren immer an der Spitze, wenn es um die Verteidigung der
sozialen Gerechtigkeit, fairer Entlohnung und von guten Arbeitsplätze
geht - diesem Ideal hat sich mein Vorgänger verpflichtet und diesem
Ideal fühle auch ich mich verpflichtet", dankte Steinkellner dem
scheidenden FSGvida-Vorsitzenden Rudolf Kaske für seine Arbeit.
Mit den Worten "Mein Ziel ist es, unsere sozialdemokratischen
Positionen weiter konsequent einzufordern und für den sozialen
Ausgleich in der Gesellschaft zu stehen", nannte Steinkellner neben
der Daseinsvorsorge als weitere vordringliche Ziele der
Fraktionsarbeit die Einführung einer Vermögenssteuer bzw. die
Wiedereinführung der Schenkungs- und Erbschaftssteuer. "Wenn in
Österreich die reichsten zehn Prozent fast 70 Prozent des gesamten
Vermögens besitzen, dann haben wir es hier mit einer gravierenden und
ungerechten Schieflage zu tun, die dringend ausgeglichen werden
muss", schloss Steinkellner.
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