- 13.12.2012, 10:43:47
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ISPA: Provider können und wollen nicht als Hilfssheriffs für veraltete Geschäftsmodelle fungieren
Neue Geschäftsmodelle im Internet müssen gezielt gefördert werden
Utl.: Neue Geschäftsmodelle im Internet müssen gezielt gefördert
werden =
Wien (OTS) - "Eine Reform des Urheberrechts muss die technischen,
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen durch das
Internet in den Mittelpunkt stellen - sonst ist die Übung sinnlos",
kommentiert ISPA Generalsekretär Maximilian Schubert die derzeit
laufende Debatte zur Novellierung des Urheberrechts.
Anbieter dürfen nicht in die Jagd nach Gespenstern
hineingezogen werden
"Da wir uns für die Förderung des Internets einsetzen, sprechen
wir uns entschieden dagegen aus, die Nutzerinnen und Nutzer pauschal
unter Verdacht zu stellen und auch noch die Anbieter in diese Jagd
nach Gespenstern hineinzuziehen. Wir können und wollen in der
Urheberrechtsdebatte nicht als Hilfssheriffs fungieren", verdeutlicht
Schubert die Position der Internetwirtschaft.
Verkehrsdaten dürfen nicht zur Ahndung zivilrechtlicher
Ansprüche herangezogen werden
"Vor allem das Ansinnen der Verwertungsgesellschaften, für die
Erreichung von Schadenersatzzahlungen Verkehrsdaten oder sogar
Vorratsdaten zu verwenden ist inakzeptabel", erklärt Schubert. Diese
Daten dürfen bislang nur beim Verdacht auf Straftaten herangezogen
werden. "So soll es auch bleiben. Eine Ausweitung für zivilrechtliche
Ansprüche könnte dazu führen, dass auf Verkehrsdaten auch bald in
Scheidungs- Miet- und Versicherungsverfahren zugegriffen werden kann.
Das wäre ein grundrechtlicher Dammbruch.", warnt Schubert.
Urheberrechtsverletzer können über andere Wege ausgeforscht
werden
"Anstatt Internetnutzerinnen und -nutzer im Internet noch stärker
zu kontrollieren, sollte besser darüber nachgedacht werden, auf
welchen anderen Wegen, zum Beispiel durch die Verfolgung von
Zahlungsströmen, die Identität von kommerziellen Rechteverletzern
ausgeforscht werden kann" meint der Generalsekretär in Hinblick auf
die Forderung der Verwertungsgesellschaften nach mehr Kontrolle.
Wege finden, um von der Innovationskraft des Internets zu
profitieren
Einen Lösungsansatz sieht er woanders: "Das Internet kann so
viel", erklärt der ISPA Generalsekretär. "Es werden derzeit zu wenige
Inhalte legal im Netz angeboten." Daher besteht derzeit noch kaum
Wettbewerb unter den Anbietern. Nutzerinnen und Nutzer griffen
deshalb auch auf fragwürdige Inhalte zu. Doch "Statt darüber und über
einen fiktiven Verlustentgang zu lamentieren, sollten die
Verwertungsgesellschaften ihre Energie besser dafür einsetzen, Wege
und Mittel zu finden, um von der Innovationskraft des Internets
profitieren" rät Schubert.
Neue Geschäftsmodelle sollen gezielt gefördert werden
"Neue Geschäftsmodelle, etwa Streaming-Dienste oder Online-Shops,
sollten hingegen gezielt gefördert werden", fordert der ISPA
Generalsekretär. "Das wäre ein Schritt weg von der Verfolgung von
Nutzerinnen und Nutzern, hin zu Einnahmen, die letztlich natürlich
auch den Kulturschaffenden zugutekommen. Das das gelingt, soll mehr
sein als ein frommer Wunsch ans Christkind."
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