- 13.12.2012, 08:55:31
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Ost-Kongo: CARE fordert mehr Schutz für Flüchtlingscamps in Goma
Befragung im Camp Lac Vert: Frauen und Mädchen fühlen sich bedroht / deutschsprachige CARE-Interviewpartnerin vor Ort
Utl.: Befragung im Camp Lac Vert: Frauen und Mädchen fühlen sich
bedroht / deutschsprachige CARE-Interviewpartnerin vor Ort =
Wien/Goma (OTS) - Angesichts der erneut eskalierten Gewalt
zwischen der kongolesischen Armee und bewaffneten Rebellen in und um
Goma zeigt sich die Hilfsorganisation CARE besorgt über den Schutz
der Binnenflüchtlinge in Notlagern, die sich um die Provinzhauptstadt
spontan gebildet haben.
"Viele Frauen und junge Mädchen haben uns berichtet, dass sie sich in
den Lagern nicht sicher fühlen. In einer nahe gelegenen
Gesundheitsstation hat sich die Zahl der Patientinnen, die sexuelle
Gewalt erlitten haben, im November gegenüber dem Vormonat
verdoppelt", berichtet die deutsche CARE-Mitarbeiterin Sabine Wilke,
die sich zurzeit in Goma befindet. "Die UN-Friedensmission MONUSCO
und die kongolesische Regierung müssen sicherstellen, dass die Lager
in und um Goma ausreichend geschützt werden."
Viele der von CARE befragten Binnenflüchtlinge berichten von
Plünderungen und Angriffen durch bewaffnete Gruppen. Frauen und
Mädchen sind besonders in Gefahr, wenn sie die Lager auf der Suche
nach Feuerholz und Nahrung verlassen. Natürlich sei es das Ziel,
allen Binnenflüchtlingen eine möglichst schnelle Rückkehr nach Hause
zu ermöglichen, betont Wilke. "Aber das wird nicht innerhalb der
nächsten Tage oder Wochen passieren. Solange die Familien in Lagern
oder Schulgebäuden Unterschlupf suchen, müssen sie angemessen
beschützt werden."
CARE hat gemeinsam mit einer Partnerorganisation eine Befragung in
Lac Vert durchgeführt, einem Lager rund 15 Kilometer westlich von
Goma. Die ersten Familien kamen hier im April an, inzwischen ist das
Lager auf die doppelte Größe gewachsen und beherbergt 20.440
Menschen. Die Mehrheit der befragten Frauen nannte als größten
Wunsch, ein wenig Geld zu verdienen. "Diese Frauen sind Überlebende,
aber auch Unternehmerinnen. Und sie wollen so schnell wie möglich
wieder auf eigenen Beinen stehen", berichtet CARE-Pressesprecherin
Wilke. "Es ist wichtig, dieses Bedürfnis ernst zu nehmen."
Die Frauen machten unterschiedliche Vorschläge: Sie wollen Seife
herstellen, was auch die hygienische Zuständen im Lager verbessern
würde, oder Hühner großziehen, um Eier zu verkaufen. CARE plant,
Frauengruppen in den Notlagern mit Bargeld zu unterstützen, damit sie
solche und andere Aktivitäten durchführen können. Außerdem bildet
CARE SozialarbeiterInnen aus, die Fälle von sexueller Gewalt erkennen
und die Betroffenen betreuen.
ACHTUNG REDAKTIONEN: Wir vermitteln gern den Kontakt zu Sabine Wilke,
Pressesprecherin von CARE Deutschland-Luxemburg, die zurzeit in Goma
ist und für Interviews zur Verfügung steht.
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