• 10.12.2012, 09:49:46
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Die Lage der Hypo ist ernst, aber hoffnungslos - von Günter Fritz

Die Republik sollte gegenüber Bayern eine konsequente Linie fahren

Utl.: Die Republik sollte gegenüber Bayern eine konsequente Linie
fahren =

Wien (OTS) - Diese Woche jährt sich die Notverstaatlichung der
Kärntner Hypo Alpe Adria zum dritten Mal. Das Management unter
Führung von Gottwald Kranebitter hat seitdem viel Aufräumarbeit
erledigt und die Bank aus Pleitegefahrstrudeln in weitgehend normales
Fahrwasser gebracht.

Das ehemalige Kärntner Landesinstitut, das 2007 mehrheitlich von der
Bayern LB übernommen wurde, präsentierte sich Ende 2009 als
Trümmerfeld mit einem Haftungsschirm von 22 Milliarden Euro und als
Ort, an dem wirtschaftlich nicht nachvollziehbare oder sogar
kriminelle Geschäfte getätigt wurden. Mittlerweile laufen rund um die
Hypo eine Reihe von Gerichtsverfahren, bei denen es auch schon
Verurteilungen gegeben hat.

Weitere Prozesse stehen bevor und die Causa wird die Justiz noch
jahrelang beschäftigen - ebenso wie die Steuerzahler. Denn die in
einer Nacht-und-Nebelaktion unter Ex-Finanzminister Josef Pröll um
drei symbolische Euro verstaatlichte Bank, hat seitdem rund 1,35
Milliarden Euro an direkten Bundeszuschüssen gebraucht, um
einigermaßen stabilisiert zu werden.

180 Millionen Euro zahlte das Land Kärnten, 30 Millionen die Grawe.
Am Donnerstag wird erneut eine 1,5 Milliarden-Euro-Kapitalspritze
formal beschlossen, damit die Eigenkapitalvorschriften der FMA
erfüllt werden können.

500 Millionen Euro fließen in Cash, eine Milliarde kommt in Form
einer Anleihe, für die der Bund haftet. Und Ende März kommenden
Jahres dürften weitere 700 Millionen Euro nötig sein.
Dazu kommt noch, dass die Bayern LB noch ausstehende 2,34 Milliarden
Euro zurück will, die sie der Bank angeblich als Kredit gegeben hat.

Ein Gutachten der Hypo, wonach es sich dabei um Eigenkapital handeln
könnte, wird für diese Woche erwartet. Daraus leitet sich die
künftige Linie des Eigentümers, der Republik Österreich, gegenüber
den Forderungen der Bayern ab.

Zieht man in Betracht, dass die Hypo unter BayernLB-Eigentümerschaft
einen waghalsigen Expansionskurs gefahren und Milliardenrisiken
aufgebaut hat, ist der Republik ein konsequentes Auftreten anzuraten.

Auch wenn die Hypo seit der Notverstaatlichung sieben Milliarden Euro
Volumen abgebaut und notleidende Kredite auf zehn Milliarden Euro
reduziert hat, sind die Probleme nicht kleiner geworden. Zu sagen,
die Lage der Hypo ist ernst, aber hoffnungslos, ist zwar zugespitzt,
aber nicht so weit von der Realität entfernt.

Das konjunkturelle Umfeld, das sich sukzessive verschlechtert hat und
die Krise der Finanzwirtschaft machen derzeit nicht nur Gewinne für
die Hypo illusorisch - sie erschweren auch den geplanten Verkauf der
Banktöchter in Österreich, Italien und Südosteuropa enorm. Und
belasten die Steuerzahler damit weiter.

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