- 05.12.2012, 11:32:37
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Theo Waigel im HYPO Invest Club - Das Ziel heißt: Die Vereinigten Staaten in Europa
Spitzenpolitiker Theo Waigel diskutiert mit HYPO NOE-Generaldirektor Harold und NÖ Landeshauptmann-Stv. Sobotka über die Zukunft Europas und seiner Währung

Utl.: Spitzenpolitiker Theo Waigel diskutiert mit HYPO
NOE-Generaldirektor Harold und NÖ Landeshauptmann-Stv. Sobotka
über die Zukunft Europas und seiner Währung =
Wien (OTS) - Am Dienstagabend begrüßte die HYPO Niederösterreich rund
150 hochkarätige Gäste aus Wirtschaft, Politik und dem öffentlichen
Leben zum traditionellen siebten HYPO Invest Club im Palais
Niederösterreich in Wien. Key-Note-Speaker des Abends war der
ehemalige Deutsche Bundesminister für Finanzen Theo Waigel - passend
zur aktuellen Wirtschafts- und Politiklage - mit dem Thema "Die
Zukunft Europas und seiner Währung".
In seinem vierzigminütigen Vortrag zog Waigel einen
beeindruckenden historischen Querschnitt durch die letzen Jahrzehnte
europäischer Geschichte - vom zweiten Weltkrieg bis hin zur positiven
Entwicklung zu einem friedlich vereinten Europa. Die Einführung der
gemeinsamen Währung sei laut Theo Waigel richtig und notwendig
gewesen, um in der heutigen globalisierten Welt auf den Finanzmärkten
bestehen zu können. Der Vortragende attestiert der Europäischen
Währungsunion in ihrer Entwicklung jedoch eklatante
"Erziehungsfehler" im Umgang mit den Mitgliedsländern. Die Aufnahme
Griechenlands bezeichnete der ehemalige deutsche Finanzminister als
Fehler: "Aufgrund der Zahlen hätte eine Aufnahme schlichtweg nicht
erfolgen dürfen", so Waigel.
Zur derzeitigen Staatsschuldenkrise hält der ehemalige
Spitzenpolitiker fest: "Die Vorteile einer gemeinsamen europäischen
Währungsunion werden zu wenig hervorgehoben. Insgesamt hat Europa
aber vernünftig und richtig in der Krise reagiert." Am Ende des
Vortrags hob Waigel die Notwendigkeit der Vereinigten Staaten in
Europa hervor, welche politisch und rechtlich flexibel sein müssten.
Weiters brauche Europa ein eigenständiges Wirtschafts- und
Sozialmodell. "Die Europäische Idee bedarf einer Erneuerung. Dazu
sollte ein `'Bündnis für Europa' geschaffen werden, gebildet aus
Kirchen, Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften, Bauern- und
Jugendverbänden, Kulturschaffenden und Stiftungen sowie Städten und
Gemeinden. Sie bilden ein konstruktives Netzwerk für den
irreversiblen Weg zu einem erfolgreichen gemeinsamen Europa", so der
ehemalige deutsche Finanzminister.
In einer anschließenden von Helmut Brandstätter moderierten
Podiumsdiskussion mit HYPO NOE-Generaldirektor und Gastgeber des
Clubabends, Peter Harold, und NÖ Landeshauptmann-Stellvertreter
Wolfgang Sobotka wurden die derzeitige Lage in Europa sowie
notwendige Maßnahmen für eine stabile Zukunft Europas diskutiert.
Dabei hob der HYPO-Generaldirektor aus Sicht des Bankers vor allem
die Notwendigkeit und Wichtigkeit hervor, nachhaltige Maßnahmen zu
sehen, welche die derzeitigen Problemfelder in Griechenland lösen
können. "Es ist wichtig, Griechenland wieder kapitalmarktfähig zu
machen", so Harold. In einem weiteren Punkt waren sich Gastgeber und
Vortragender einig, nämlich die Bekämpfung und Eindämmung der
Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Dies sei, so die
Podiumsdiskutanten unisono, ein wichtiger Schritt zur
Europabegeisterung der nächsten Generationen.
Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka unterstrich zudem
staatenübergreifende Solidarität als oberste Prämisse für ein
gemeinsames Europa und forderte - wie auch Theo Waigel - die
Entwicklung von Strategien gegen den wachsenden Pessimismus der
europäischen Bevölkerung. "Der einzelne Nationalstaat kann nicht die
Lösung für Europa sein. Wir haben die Struktur für eine Lösung zu
einem gemeinsamen Europa aber noch nicht gefunden", so der Politiker.
Zum HYPO Invest Club
Die Veranstaltung war der siebte HYPO Invest Club der HYPO NOE
Gruppe, nach der Premiere der Veranstaltung im Mai 2009 mit Prof.
Lothar Späth als Keynote-Speaker, dem Besuch von Hans-Dietrich
Genscher anlässlich des 20. Jahrestages nach dem Fall der Berliner
Mauer im Oktober 2009, dem Vortrag des EU-Vizepräsidenten a.D. Günter
Verheugen im Juni 2010 über die Zukunft Europas, des Euro sowie der
spannenden Diskussion mit Prof. Norbert Walter über die Trends und
Optionen der Weltfinanzmärkte nach der Krise im Oktober 2010. Im
letzten Jahr begrüßte die HYPO NOE Gruppe den internationalen
Top-Ökonom Hans-Werner Sinn über die Probleme und Sinnhaftigkeit
eines EURO-Rettungsschirms sowie Spitzenpolitiker und Mitglied des
dt. Bundestages Peer Steinbrück zum Thema "Globale
Machtverschiebungen - Europas Rolle im 21. Jahrhundert".
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