- 02.12.2012, 14:55:49
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KURIER: "Die Vienna in den Fängen der Wett-Mafia"
Wien (OTS) - Der KURIER berichtet in seiner Ausgabe vom Sonntag
darüber, wie die Vienna zu einem Ziel der Wett-Mafia wurde. Ehemalige
Spieler des Bundesliga-Klubs aus der zweiten Spielklasse sollen
Partien absichtlich verloren haben. Mit Präsident Herbert Dvoracek
spricht im KURIER erstmals ein Offizieller des ältesten
Fußball-Vereins des Landes offen über die massiven Probleme in den
Saisonen 2010/11 und 2011/12. Es wird aufgedeckt, wie mit einem
heiklen Deal gegen die Manipulierung von Vienna-Partien angekämpft
wurde.
Wie ernst die Causa ist, zeigt, dass die Staatsanwaltschaft Graz
seit mehr als einem Jahr ermittelt. Staatsanwaltschaftssprecher
Arnulf Rumpold bestätigte dem KURIER: "Die Ermittlungen laufen und
sind umfangreich. Es geht in diesem Ermittlungsschritt auch um
Verdachtsmomente bei Kapfenberg und Hartberg."
Bei den steirischen Profi-Klubs fielen in der Vergangenheit
ebenfalls eigenartige Aktivitäten auf dem Feld und parallel dazu auf
dem Wettmarkt auf.
Auf drei Vienna-Spiele (2:3 bei Austria Lustenau, 12. 4. 2011;
1:4 beim FC Lustenau, 9. 9. 2011; 0:2 in Hartberg, 16. 9. 2011)
wurden in Asien jeweils mehrere Hunderttausend Euro gesetzt -
konkret auf Niederlagen, die nach teils kuriosen Spielverläufen
eintrafen. Da den Verantwortlichen noch handfeste Beweise gegen eine
Handvoll Spieler gefehlt haben, gab es keine Kündigungen. Dem KURIER
ist die Identität der Spieler bekannt, ihre Namen dürfen aus
medienrechtlichen Gründen nicht genannt werden.
Mit den verdächtigten Spielern gab es für das Frühjahr 2012 einen
heiklen Deal. "Wir haben ihnen klar gesagt, dass sie eigentlich weg
gehören. Und dass wir selbst sofort Anzeige erstatten, wenn im
Frühjahr noch etwas passiert. Das war natürlich ein Eiertanz", gibt
Dvoracek im KURIER-Gespräch zu. "Zu 80 Prozent waren die Leistungen
dann in Ordnung." Die Vienna rettete knapp den Klassenerhalt, die
mutmaßlichen Betrüger verließen den Klub. "Jetzt sind alle Spieler
in Ordnung, aber mit den Nachwehen kämpfen wir noch", meint Dvoracek,
der klarstellt: "Wir waren das Opfer, nicht der Täter."
Da die Vienna schon länger mit finanziellen und sportlichen
Problemen kämpft, war sie ein logisches Ziel für die Wett-Mafia.
Ein Insider erklärt: "Die Wett-Mafia sucht bewusst nach
Abstiegskandidaten mit Geldproblemen und platziert dort ihre
Spieler."
Dvoracek mahnt zur Vorsicht: "Die Wett-Mafia ist ein Problem für
den ganzen Fußball. Ich hab mich selbst geniert für das, was bei
der Vienna passiert ist. Es war das Schlimmste für einen Verein."
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