• 30.11.2012, 10:24:45
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Segur-Cabanac und Reiter im management club: "Volksbefragung ist Unsinn."

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3639 Im Bild
v.l.n.r.: Mag. Gerhard Starsich (mc-Präsident), Prof. DDr. Erich
Reiter (Sektionschef), Mag. Christian Segur-Cabanac
(Generalleutnant), Dr. Andreas Unterberger (Journalist)

Wien (OTS) - Die Diskussion im management club zwischen
Generalleutnant Christian Segur-Cabanac und dem Sicherheitsexperten
Erich Reiter war von unterschiedlichen Standpunkten in der Frage
Wehrpflicht oder Berufsheer geprägt.

Unter der Moderation von Dr. Andreas Unterberger wurde am 28.
November 2012 im management club zum Thema "Aufgaben und Szenarien
des Bundesheeres von Morgen." diskutiert. Einmal mehr stand die Frage
nach der personellen Ausgestaltung und die finanzielle Unterdotierung
des Bundesheeres im Mittelpunkt der Diskussion.

Beide konnten sich darauf einigen, dass das Bundesheer zuallererst
als militärische Organisation wahrgenommen werden müsse und nicht als
reiner Steigbügelhalter für zivile Aufgaben angelegt sein darf.
Besonders der Leiter der Sektion IV (Einsatz) im Bundesministerium
für Landesverteidigung und Sport Generalleutnant Mag. Christian
Segur-Cabanac wies darauf hin, dass es ernüchternd ist, sich als
aktiver Soldat rein über Katastrophenhilfe, hilfspolizeiliche
Aufgaben und Krücke für den Fortbestand des Zivildienstes definieren
zu müssen. Dabei nimmt das Bundesheer viele militärische Aufgaben im
In- und Ausland wahr.

Der Präsident des Internationalen Instituts für liberale Politik,
Sektionschef i.R. Hon.Prof. DDr. Erich Reiter begrüßte diese Aussage,
da es grundsätzlich unverständlich sei, warum das Militär eine
schleichende Entmilitarisierung durch die Politik zulässt.
Er merkte an, dass in absehbarer Zeit zwar keine direkte militärische
Konfrontation zu erwarten ist, jedes Land jedoch ein Mindestmaß an
militärischer Autonomie und Selbstverteidigungsfähigkeit erhalten
sollte. "Man kann vom ewigen Frieden träumen, aber wer garantiert
uns, dass dies so bleibt?"

In der Frage Wehrpflicht oder Berufsheer waren beide Herren
konträrer Meinung. Segur-Cabanac wies darauf hin, dass sich das
bestehende Mischsystem bewährt hätte, Nachwuchs im Kaderbereich
sichere, Akzeptanz in der Bevölkerung fände und das kostengünstigere
Modell sei. Dem widersprach Reiter heftig. Er argumentierte, dass
bereits 21 EU-Staaten auf das Berufsheer umgestellt hätten, dass ein
Berufsheer weit professioneller aufgestellt sein und sich auf die
Kernaufgaben einer Armee konzentrieren könnte. Mit dem bestehenden
Budget für das Militär wäre eine gut ausgerüstete, motivierte und
spezialisierte Armee mit ca. 15.000 Berufssoldaten und 10.000
Zivilbedienstete möglich. Dabei bliebe noch genug für notwendige
Investitionen.

Allerdings merkte Reiter an, dass im Vergleich zum internationalen
Niveau ca. 25.000 Berufssoldaten nötig wären, was allerdings doppelt
so viel kosten würde.

Beide fanden einen Konsens darin, dass die Politik das Bundesheer
stets stiefmütterlich behandelt hat, was sich in der chronischen
Unterfinanzierung, speziell seit Anfang der 1990er Jahre
manifestiert, jedoch bereits bei der Gründung des Bundesheeres
festgelegt wurde.

Abschließend wurde festgestellt, dass die großen
sicherheitspolitischen Herausforderungen der Zukunft
Cyberkriminalität, Terrorismus und Bedrohungsszenarien gegen
Infrastruktur, Versorgung und öffentliche Einrichtungen sind. Hier
ist allerdings der Staat als Ganzes gefordert, entsprechende
Abwehrvorkehrungen zu treffen, in die das Bundesheer eingebunden sein
muss.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/3639

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