- 28.11.2012, 12:39:18
- /
- OTS0183 OTW0183
Schieder: Intelligente Erbschaftssteuer bringt rund 500 Millionen Euro jährlich
Deutsches Beispiel zeigt großes Einnahmenpotential einer Erbschaftssteuer
Utl.: Deutsches Beispiel zeigt großes Einnahmenpotential einer
Erbschaftssteuer =
Wien (OTS/SK) - "Eine intelligente Erbschaftssteuer kann relevante
Einnahmen für das Budget lukrieren ohne den Mittelstand zu treffen",
sagt Finanzstaatssekretär Andreas Schieder in Reaktion auf
anderslautende Behauptungen im heutigen "Kurier". Aus den Einnahmen
der alten Erbschaftssteuer abzuleiten, dass auch mit einem neuen
Modell nur geringe Einnahmen möglich seien, sei zu kurz gegriffen, so
der Staatssekretär. So hätte das alte Erbschaftssteuersystem sich an
den Einheitswerten orientiert, ein neues Modell sollte sich an den
aktuellen Verkehrswerten als Bemessungsgrundlage orientieren.
Außerdem seien Finanzvermögen im alten Modell gar nicht
berücksichtigt worden. Allein dadurch würde sich die
Bemessungsgrundlage erhöhen. ****
Dass mit einer intelligenten Erbschaftssteuer vernünftige Summen fürs
Budget lukriert werden können, zeigt etwa das Beispiel Deutschland.
Diese bringt jährlich 4,25 Milliarden an Steuereinnahmen. "Am
Beispiel Deutschland sehen wir, dass eine Erbschaftssteuer relevante
Einnahmen fürs Budget erzielt werden können", so Schieder.
Das belegen auch die Zahlen der OeNB über die Vermögensverteilung in
Österreich. Demnach ist Vermögen in Österreich sehr ungleich
verteilt. Besonders groß ist die Schieflage bei Erbschaften. So
beträgt der Gini Koeffizient - das Maß für Ungleichheit - bei
Immobilienerbschaften t laut OeNB rund 0,92. Ein Wert von 0 würde
maximale Gleichverteilung, ein Wert von 1 maximale Ungleichverteilung
bedeuten. Ein Wert von 0,92 zeigt eine extrem ungleiche Verteilung
bei Immobilienerbschaften an.
"In Österreich gibt es eine dynastische Vermögenskonzentration. Das
heißt, während die meisten Menschen nur relativ geringe Summen erben,
gibt es sehr wenige Reiche, die sehr große Erbschaften erhalten.
Genau von diesen großen Erbschaften wollen wir einen gerechten
Steuerbeitrag", so Schieder, der für eine Erbschaftssteuer mit einem
Freibetrag von einer Million Euro plädiert: "Wir wissen, dass nur ein
Prozent der Österreicher mehr als eine Million Euro an Vermögen
besitzen. Wir wissen auch, dass dieses eine Prozent über ein Drittel
des gesamten Vermögens hält. Wenn wir also dieses oberste Prozent mit
einer Erbschaftssteuer belegen, treffen wir garantiert nicht den
Mittelstand", so Schieder. "Wir wollen, dass auch Vermögende einen
gerechten Beitrag zum Steueraufkommen leisten. Das ist gerecht und
ökonomisch vernünftig, weil gerechtere Verteilung immer auch mehr
Wachstum bedeutet." (Schluss) ah/mo
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NSK