• 28.11.2012, 10:39:49
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AK-Befragung: Ältere Arbeitsuchende wollen verpflichtende Beschäftigungsquoten für Betriebe

Linz (OTS) - Die AK OÖ hat Arbeitsuchende über 45 in Oberösterreich
gefragt, wie sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt beurteilen. Die
wichtigsten Ergebnisse: Es fehlt an der Bereitschaft, Ältere
einzustellen und auch gesundheitlich Eingeschränkten eine Chance zu
geben. Die Betroffenen wünschen sich daher verpflichtende Quoten für
die Beschäftigung Älterer in den Betrieben. Die AK fordert die
Einführung eines Bonus-Malus-Systems. "Wer zu wenige ältere
Arbeitskräfte beschäftigt und auch krankmachende Arbeitsbedingungen
nicht verändert, muss zahlen", fordert AK-Präsident Dr. Johann
Kalliauer.

Die AK hat 6400 Arbeitsuchende über 45 angeschrieben. 634 haben
den Fragebogen retourniert. Über 400 nutzten auch die Möglichkeit zur
Schilderung ihrer persönlichen Situation, so dass sich ein klares
Bild über die Befindlichkeit älterer Arbeitsuchender ergibt.

78 Prozent der Befragten meinen, dass verpflichtende
Beschäftigungsquoten von Älteren für Betriebe sehr oder eher
hilfreich wären, wieder dauerhaft auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu
können. 80 Prozent wünschen sich mehr Arbeitsplätze für ältere
Arbeitnehmer/-innen im öffentlichen Bereich. 76 Prozent befürworten
öffentliche Kampagnen zur Hebung des Ansehens älterer
Arbeitnehmer/-innen. Lohnsubventionen halten knapp 60 Prozent,
öffentliche Leasingprogramme 56 Prozent für sehr oder eher hilfreich.

Erschreckend ist folgendes Ergebnis: 82 Prozent der Befragten
bestätigen die Aussage: "Sobald meine gesundheitlichen
Einschränkungen zur Sprache kommen, ist das Bewerbungsgespräch
beendet". In Summe ist die persönliche Stimmungslage sehr negativ.
Rund 70 Prozent meinen, in ihrem Alter hätten sie keine Chance mehr
auf dem Arbeitsmarkt.

"Vor einem Jahr haben die Sozialpartner ein Bonus-Malus-System
vorgeschlagen, um ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer länger in
Beschäftigung zu halten. Diese Vereinbarung muss nun endlich
umgesetzt werden", fordert der AK-Präsident.

Einerseits soll eine verbindliche Mindestbeschäftigungsquote für
Ältere über 50 Jahren in den Betrieben festgelegt werden. Richtgröße
ist eine Quote von 20 Prozent ab zehn Mitarbeitern/-innen im Betrieb.
Bei größeren Betrieben könnte sie auf 30 Prozent steigen, auch
Unterscheide zwischen den Branchen sind denkbar. Und es soll Anreize
für die langfristige Erhaltung der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten
geben. Eine verpflichtende Arbeitsplatzevaluierung soll hier lenkend
eingreifen. Wenn die daraus resultierenden Auflagen - wie die
Beseitigung von Gefahrenquellen und Belastungen - nicht eingehalten
werden, soll es Sanktionen geben.

"Unternehmen, die die Fürsorgepflicht gegenüber den
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nicht wahrnehmen und die
Beschäftigungsquote nicht erfüllen, müssen spüren, dass sie eine
wichtige gesellschaftliche Pflicht nicht erfüllen. Das muss dann auch
Geld kosten. Wer sich vorbildlich verhält, hat nichts zu befürchten
und kann sogar mit einem Bonus rechnen", sagt Kalliauer.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKO

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