- 27.11.2012, 16:00:15
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Ukrainisches Bärenkind Nastia in neuem tiergerechten Zuhause
Nervenkrieg: Der Zoo in Lutsk weigert sich, Mutter Masha zu übergeben - neue Gespräche mit Bürgermeister in Kürze

Utl.: Nervenkrieg: Der Zoo in Lutsk weigert sich, Mutter Masha zu
übergeben - neue Gespräche mit Bürgermeister in Kürze =
Wien (OTS) - VIER PFOTEN hat heute morgen das von Tierhändlern
misshandelte Bärenkind Nastia vom ukrainischen Zoo Lutsk in ihr neues
Zuhause in Zhytomyr, 159 km westlich von Kiew, gebracht. Mit
Unterstützung der französischen Tierschutzorganisation 30 Millions
d'Amis und großzügigen Spenden aus aller Welt hatte VIER PFOTEN auf
einem 10.000 Quadratmeter großen Gelände die neue Bärenstation Nadiya
erbaut.
Nastia erfreut sich bester Gesundheit und genießt bereits ihr
neues Leben in einer artgerechten Umgebung. Der Transfer selbst
verlief problemlos, der kleine Bär musste nicht einmal anästhesiert
werden: Zur Freude der Tierärzte und Experten von VIER PFOTEN konnte
Nastia mit ihrem Lieblingsessen - Weintrauben und in Honig getunktes
Brot - in den Transportkäfig gelockt werden.
Leider gestaltete sich die Situation für Nastias Mutter Masha
ungleich schwieriger: Dr. Amir Khalil, Projektleiter von VIER PFOTEN
in der Ukraine, spricht von einem "regelrechten Nervenkrieg, Frust
während der Verhandlungen und unnötigen Hindernissen der
Zoodirektoren". Noch vor wenigen Tagen schien der Transfer von Masha
noch in Stein gemeißelt. Ganz plötzlich weigerte sich der Zoo in
Lutsk, weiter zu kooperieren - ganz offensichtlich deshalb, weil sie
von der trächtigen Masha weiterhin profitieren wollen. Ihr noch
ungeborenes Baby wurde bereits an Tierhändler verkauft, wie VIER
PFOTEN anhand eines Videos beweisen kann. In harten und ermüdenden
Verhandlungen versuchte Dr. Khalil bis zur letzten Minute, die
Zoodirektoren zu überzeugen, leider vergebens. Allerdings konnte im
Anschluss daran im Zuge eines in freundschaftlicher, wenn auch
angespannter Atmosphäre geführten Gesprächs mit dem Bürgermeister von
Lutsk, Mykola Romaniuk, eine Wiederaufnahme der Verhandlungen um den
Transfer von Masha beschlossen werden.
"Ich bin optimistisch, dass die kommenden Gespräche mit
Bürgermeister Romaniuk zu einem ebenso guten Ende für Masha führen
werden", sagt Dr. Khalil. "Er war offensichtlich falsch informiert
über die Absichten des Zoos in Lutsk. Nachdem ihm die wirkliche Lage
bzw. die tatsächlichen Pläne des Zoos bewusst wurden, war er
schockiert und zeigte sich sehr entschlossen, das Problem im Sinne
des Tierschutzes positiv zu lösen. Wir haben auch von den
ukrainischen Medien vor Ort sehr viel Unterstützung erfahren".
Nastia war im Mai 2012 vom Zoo Lutsk an skrupellose Tierhändler in
Winnyzja verkauft und brutal ihrer Mutter entrissen worden. VIER
PFOTEN hatte im Juni ein schockierendes Video veröffentlicht, das
zeigt, wie die damals erst vier Monate alte Nastia laut schreiend in
eine viel zu kleine Transportkiste gezwängt und in einem Auto
abtransportiert wurde, während ihre Mutter panisch im Käfig auf und
ablief (http://www.youtube.com/watch?v=JiqsN7yXmko).
Dr. Amir Khalil konnte sie mit Hilfe der ukrainischen Behörden im
Juli 2012 beschlagnahmen und von den Tierhändlern in Winnyzja wieder
zurück zu ihrer Mutter in den Zoo Lutsk bringen
(https://www.youtube.com/watch?v=aT4Fy75aThQ). Dort wurden beide
Tiere seitdem von VIER PFOTEN Mitarbeitern rund um die Uhr versorgt
und beschützt. Währenddessen baute die Tierschutzorganisation unter
Hochdruck die neue Bärenstation Nadiya in Zhytomyr. Auf Ukrainisch
bedeutet "Nadiya" "Hoffnung".
Die Reise von Lutsk nach Zhytomyr dauerte etwa drei Stunden.
Nastia bezog ihr neues Gehege, das viel Platz, Bäume zum Klettern und
einen Teich zum Baden bietet. Das Bärenkind verließ sofort die
Transportbox, sprang zum ersten Mal in ihrem Leben ins Wasser und
nutzte den weitläufigen Platz des Geheges, um einmal richtig schnell
zu laufen. "Auf diesen schönen Moment haben wir alle so lange
gewartet", sagt Dr. Khalil. "Nastia darf endlich ein bärengerechtes,
schönes Leben führen. Hier ist sie in Sicherheit; VIER PFOTEN wird
für sie für den Rest ihres Lebens sorgen."
Helmut Dungler, Geschäftsführer von VIER PFOTEN, spricht von einem
wichtigen Erfolg seiner Organisation: "Es ist berührend, Nastias
erste Schritte in die Freiheit mit zu verfolgen.
Ich freue mich, dass es uns heute gelungen ist, die
Leidensgeschichte des kleinen Bären zu einem Ende bringen. Zudem
haben wir es in diesem Fall geschafft, die Öffentlichkeit für das
wichtige Thema Tierschutz in der Ukraine zu sensibilisieren."
Nastia und Masha sind zwei von insgesamt sechs misshandelten
ukrainischen Braunbären, die VIER PFOTEN in den letzten Monaten
befreien und in Sicherheit bringen konnte. Der Verkauf von Zootieren
an Privatpersonen ist in der Ukraine illegal, doch der Handel mit
Bären blüht. "Der Verkauf von einem Zootier an eine Privatperson ist
in der Ukraine zwar verboten, er wird aber mit umgerechnet nur etwa
60 Euro geahndet", so Dr. Khalil. "Wir fordern die Regierung auf,
rigoros gegen das skrupellose Gechäft mit Zootieren vorzugehen."
Derzeit leben etwa 80 Bären unter katastrophalen Bedingungen in
Privathaltung. Viele fristen ein trostloses Leben in engen Käfigen
neben Tankstellen, Restaurants oder Hotels und müssen zur Belustigung
von Touristen Tricks aufführen. Die Tierschutzorganisation will
weitere leidende Bären in der Ukraine retten und ihnen ein
tiergerechtes Leben ermöglichen. Das neue Bärenschutzzentrum in
Zhytomyr wird neben Nastia und Masha mindestens zwei weiteren
ukrainischen Bären in Not ein neues Zuhause bieten können.
VIER PFOTEN verfügt über langjährige Erfahrung in der Haltung von
Braunbären und betreibt neben der neuen Bärenstation drei weitere
Auffangstationen für Bären in Not in Österreich, Deutschland und
Bulgarien.
Printfähige Fotos, professionell gedrehtes Videomaterial und ein
Kurzfilm über Nastias Entführung, ihre Rettung und Freilassung im
neuen Gehege sind auf Anfrage ab morgen (28.11.) kostenfrei
erhältlich.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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