• 27.11.2012, 10:30:32
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St. Nikolaus-Kindertagesheimstiftung: Zusätzliche ExpertInnen im Kindergarten sinnvoll

Wien (OTS) - "Mobile Dienste" unterstützen Eltern, Kinder und
KleinkindpädagogInnen im Alltag - Hilfe von ExpertInnen wie
SonderkindergartenpädagogInnen, PsychologInnen und ErgotherapeutInnen
wird vor Ort eher angenommen.

Wenn Kinder im Kindergarten in ihrem Verhalten auffällig werden
oder aufgrund ihrer Entwicklung oder ihres sozialen Kontextes
besonders ausgeprägte Bedürfnisse besitzen, stoßen sie schnell an die
Grenzen des österreichischen Regelbildungssystems. Knappe personelle
Ressourcen, große Gruppengrößen und PädagogInnen die für derartige
Fälle nicht ausgebildet sind, begünstigen ein Ausscheiden aus dem
System. Kinder, Eltern und PädagogInnen werden häufig alleine
gelassen und sind überfordert. Doch gerade im Kindergarten, der
ersten Bildungseinrichtung, sollte mehr Platz für Handlungs- und
Gesprächsmöglichkeiten sein. Werden Interventionen rasch und direkt
im Kindergarten gesetzt, kommen sie auch an.

Die Mobilen Dienste der St. Nikolaus-Stiftung - ein Best
Practice Beispiel

Aus diesem Grund setzt die St. Nikolaus-Kindertagesheimstiftung,
privater Träger von 79 Kindergärten und Horten in Wien, vermehrt auf
zusätzliche ExpertInnen wie SonderkindergartenpädagogInnen,
Psychologinnen und ErgotherapeutInnen vor Ort. Die Hilfe der
sogenannten "Mobilen Dienste" passiert direkt im Umfeld des Kindes,
um spätere Folgeerscheinungen wie z.B. negative Auswirkungen auf die
Eltern-Kind-Dynamik und die weitere Bildungslaufbahn zu minimieren.
Mit dieser Unterstützung kann das Kind - nach dem Prinzip der
Inklusion - ein Zusammenleben in der sozialen Gemeinschaft und in
seinem normalen Umfeld erlernen.

Entwicklungseinschätzungen zur Erkennung von Stärken und
Schwächen

Die Mobilen Dienste sind nicht nur in Krisenfällen vor Ort, ein
wesentlicher Schwerpunkt ist die Früherkennung von
Entwicklungsverzögerungen und Talenten. Dazu dient ein sogenannter
Entwicklungseinschätzungsbogen, der auf freiwilliger Basis bei allen
4-Jährigen angewandt wird. Überblicksartig werden die Bereiche
Sprache, Motorik und kognitive Fähigkeiten sowie emotionale und
soziale Kompetenzen erfasst. Diese Entwicklungseinschätzung bzw. der
Bogen wurde nun an der Universität Wien, Fakultät für Psychologie, im
Rahmen einer Diplomarbeit untersucht. Ass. Prof. Dr.in Ursula
Kastner-Koller, die Betreuerin der Diplomandin, schildert die
Vorteile der Einschätzung wie folgt: "Das Entwicklungsscreening durch
die SonderkindergartenpädagogInnen erfüllt eine wichtige
Filterfunktion im Vorfeld der differenzierten
entwicklungsdiagnostischen Untersuchung durch die PsychologInnen."
Dies bedeutet, dass Kinder mit einem Entwicklungsrisiko sehr häufig
gleich erkannt werden, aufwändigere psychologische Untersuchungen
können in weiterer Folge zielgerichteter stattfinden. "Werden Kinder
richtig eingeschätzt, können die passenden Interventionen gesetzt und
somit positive Entwicklungsverläufe angeregt werden", erklärt Mag.a
Natalie Bayer-Chisté, die Leiterin der Mobilen Dienste. "Der dadurch
kostendämpfende Effekt durch die frühe Intervention ist für die
Gesellschaft nicht unerheblich", so Bayer-Chistè weiter.

Appell an die Politik

In der Stiftung zahlen alle Eltern für das Service der Mobilen
Dienste einen Pauschalpreis von derzeit 22 EUR im Monat. Für sozial
benachteiligte Familien werden die Kosten mit dem hauseigenen
Sozialfonds gedeckt. Das Team ist gut aufgestellt, doch die Fälle von
Kriseninterventionen häufen sich. Mehr Unterstützung von offizieller
Seite täte gut. Das generelle bildungspolitische Ziel sollte ein
ausreichendes Angebot von Integrationskindergärten und Horten und
zusätzlichem Fachpersonal wie SonderkindergartenpädagogInnen,
PsychologInnen und ErgotherapeutInnen in allen elementaren
Bildungseinrichtungen sein.

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