- 26.11.2012, 15:53:14
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Spindelegger: "Es gibt keine Alternative zu interkulturellem und interreligiösen Dialog"
UNO-Generalsekretär und hohe Vertreter aus Politik und Religion bei der Eröffnung des neuen Dialogzentrums in Wien
Utl.: UNO-Generalsekretär und hohe Vertreter aus Politik und
Religion bei der Eröffnung des neuen Dialogzentrums in Wien =
Wien (OTS) - Als Vertreter einer der drei Gründungsstaaten des
Internationalen König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrums für
interreligiösen und interkulturellen Dialog nahm Vizekanzler und
Außenminister Michael Spindelegger gemeinsam mit dem spanischen
Außenminister José Manuel García-Margallo und dem saudischen
Außenminister Prinz Saud Al Faisal, die symbolische Eröffnung im
Palais Sturany, dem Amtssitz des Zentrums, vor.
Die Eröffnung fand im Beisein des Generalsekretär des Zentrums
Faisal Abdulrahman Bin Muaammar und des Präsidenten des Päpstlichen
Rates für den Interreligiösen Dialog Jean-Louis Kardinal Tauran
statt. Die Eröffnung des Gebäudes bot außerdem eine Gelegenheit für
ein erstes Zusammentreffen der 9 Mitglieder des Direktoriums mit den
Vertretern der Vertragsstaatenkonferenz auf Ministerebene.
"Zusammenstöße und Gewaltausbrüche in Syrien, Nigeria, Ägypten, im
Irak und anderswo zeigen, dass der Bedarf an einem systematischen
interreligiösen und interkulturellen Dialog in unserer heutigen Welt
größer ist denn je. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass es keine
Alternative zu diesem Dialog gibt. Mit diesem Zentrum betreten wir
daher zu Recht Neuland. Erstmals wird eine Internationale
Organisation als stabile und permanente internationale Plattform für
den Dialog zwischen den Weltreligionen geschaffen", unterstrich
Spindelegger im Vorfeld.
An den anschließenden Eröffnungsfeierlichkeiten in der Hofburg
nahmen UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, Religionsvertreter wie der
Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog
Jean-Louis Kardinal Tauran, der Ökumenische Patriarch von
Konstantinopel Bartholomäus I., der Erzbischof von Madrid, Antonio
Maria Kardinal Rouco Varela, der Erzbischof von Wien Christoph
Kardinal Schönborn, Oberrabbiner Mark Goldsmith und Rabbiner David
Rosen sowie Mitglieder von Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft
teil.
"Ein Dialog basierend auf Respekt, gegenseitigem Verständnis und
Zusammenarbeit ist von entscheidender Bedeutung für uns, heute und in
Zukunft. Es geht darum gegen den Missbrauch der Religion anzukämpfen,
wenn diese für die Rechtfertigung von Unterdrückung, Gewalt und
Konflikte benützt wird", betonte Vizekanzler Spindelegger, der
fortfuhr: "Das Zentrum ist eine Bereicherung für Wien als Amtssitz
zahlreicher internationaler Organisationen und fügt sich nahtlos in
die Tradition Österreichs als Drehscheibe des internationalen Dialogs
und des Friedens. Das Zentrum stärkt die Dialogbemühungen
verschiedenster Akteure und verleiht diesem Dialog einen greifbaren
und nachhaltigen Ausdruck."
Der Gründungsvertrag des Zentrums wurde am 13. Oktober 2011 von
den Außenministern Österreichs, Saudi Arabiens und Spaniens
unterzeichnet und ist am 21. Oktober 2012 in Kraft getreten. Der
Heilige Stuhl ist ständiger Beobachter seit der Gründung des
Zentrums. Das Zentrum verfügt über ein Direktorium, welches sich aus
VertreterInnen der fünf Weltreligionen - Christentum, Islam,
Judentum, Buddhismus, Hinduismus, - zusammensetzt und dessen
Mitglieder einstimmig vom Rat der Vertragsparteien gewählt werden.
Andere Glaubensrichtungen sind ebenfalls dazu eingeladen, sich
konstruktiv zu beteiligen. Auch sind enge Kooperationen mit
Nichtregierungsorganisationen und die Zusammenarbeit mit nationalen
und internationalen ExpertInnen geplant. Die Strukturen des Zentrums
sind dabei bewusst so angelegt, dass keine der vertretenen Religionen
dominieren oder ihre Sichtweise durchsetzen kann.
Unter Bestätigung der in der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte verankerten Ziele und Prinzipien, insbesondere des
Rechts auf Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit wird das
Zentrum als Plattform dem regelmäßigen Austausch und der Vernetzung
von Vertretern der Religionen, der Zivilgesellschaft, der
Universitäten, von staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen
und Experten dienen.
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