• 26.11.2012, 12:09:07
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  • OTS0134 OTW0134

Elektroheizungen mit erneuerbarer Energie umweltfreundlich betreiben? / Sachinformation für Korrekturen in der energiepolitischen Diskussion

(EUN) -

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      ausführlichere Version
      http://ots.de/0mOl7
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Bad Dürrheim (ots) - In der öffentlichen Diskussion tauchen immer
wieder Meldungen auf, nach denen Elektrospeicherheizungen
(Nachtspeicherheizungen) unter den heutigen geänderten Bedingungen
positiver zu bewerten seien, trotz ihrer bekanntlich schlechten
Energieeffizienz:

Elektroheizungen für die Nutzung von überschüssigem Windstrom?

Die Idee, zukünftig häufigere Stromüberschüsse aus Windenergie in
Elektrospeicherheizungen einzusetzen, mag auf den ersten Blick
vernünftig erscheinen: zwar wenig effizient, aber immerhin nicht
weniger als bei der Erzeugung von EE-Gas für die Speicherung im
Gasnetz. Übersehen wird aber, dass die Speicherheizungen nur selten
Überschüsse nutzen können, aber gerade dann viel Strom benötigen,
wenn es Engpässe gibt: in kalten Winterwochen. Hierfür sind hohe
Kraftwerks- und Netzkapazitäten nötig, und gerade dies führt wieder
zu Überschüssen zu anderen Zeiten.

Anders wäre es nur, wenn Elektrospeicher bivalent im Verbund mit
Heizkesseln betrieben würden - also nur mit Überschüssen. Diese
Lösung wäre jedoch teuer.

Welche Stromerzeugung ist für Elektroheizungen geeignet?

Photovoltaik sicher am wenigsten - sie produziert vermehrt zu Zeiten
mit geringem Heizwärmebedarf. Für Windenergie ist es kaum besser.
Auch Kernkraftwerke taugen hierfür kaum; sie müssen ganzjährig mit
hoher Auslastung betrieben werden. (Ihre Erzeugung im Winter auf dem
Papier den Heizungen zuzuordnen, bedeutet nur, dass andere Kraftwerke
diesen Teil übernehmen müssen.) Gut geeignet sind im Prinzip große
Speicherkraftwerke als saisonale Speicher, aber diese haben wir nicht
ausreichend. Dann verbleiben einzig Kohle- und Gaskraftwerke, die
entsprechend dem Heizwärmebedarf eingesetzt werden können. Dies ist
jedoch ineffizient und führt zu hohen klimaschädlichen
CO2-Emissionen.

Fazit: Eine umweltfreundliche und praktikable Methode der
Stromerzeugung für Elektroheizungen gibt es für Deutschland nicht.

Wenn wir aber mit Ökostrom heizen?

Auf dem Papier kann man die Erzeugung von Ökokraftwerken einer
Elektroheizung zuordnen. Aber selbst wenn "echter" Ökostrom aus
zusätzlich gebauten Kraftwerken verwendet wird, führt dies zu mehr
Kohle- und Gasstrom im Winter und zu Ökostrom-Überschüssen im Sommer.
Höchstens der massive Ausbau von Hochspannungsleitungen von Norwegen
nach Deutschland könnte dies vermeiden.

Wird die Stromheizung nicht besser durch den verbesserten Strommix?

Nach dem derzeitigen deutschen Strommix gerechnet, wären
Elektroheizungen rund zweimal klimaschädlicher als Gasheizungen. In
Wirklichkeit ist es noch schlimmer: Die zusätzlich für
Elektroheizungen laufenden Kraftwerke sind hauptsächlich alte Kohle-
und Gaskraftwerke, die keineswegs dem durchschnittlichen Strommix
entsprechen und viel mehr CO2 emittieren.

Elektroheizungen und Stromnetze

Je mehr Elektroheizungen, desto höher sind die nötigen
Netzkapazitäten. Insbesondere wenn deutsche Elektroheizungen mit
Strom aus Norwegen betrieben werden sollten, würde dies erhebliche
zusätzliche Ausbauten von Höchstspannungsleitungen erfordern.

Völlig widersinnig sind reduzierte Netznutzungsentgelte für
Heizstrom, nachdem dieser die Netzkapazitäten besonders beansprucht.
Die Politik müsste dies ändern.

Aufklärung im Interesse des Gemeinwohls

Die energiepolitische Diskussion ist dringend angewiesen auf sachlich
fundierte Beiträge, die nicht durch Partikularinteressen beeinflusst
werden. Solche Beiträge bietet das RP-Energie-Lexikon:

http://www.energie-lexikon.info/

Der Physiker Dr. Rüdiger Paschotta, Autor des RP-Energie-Lexikons,
arbeitet völlig unabhängig und streng evidenzbasiert, ohne Rücksicht
auf Partikularinteressen und ideologische Positionen. Nachfragen von
Journalisten beantwortet er gerne.

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