• 26.11.2012, 11:00:31
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Allianz Studie zur Eurozone: Österreich verbessert sich auf Platz 2

Wien (OTS) - 2012 haben sich zehn von 17 Mitgliedstaaten der
Euro-Zone gegenüber dem Vorjahr in ihrer Gesamtbewertung
verschlechtert, wie die Ergebnisse des aktuellen "Allianz Euro
Monitor" zeigen. Österreich konnte im Vergleich zum Vorjahr seine
Bewertungen weitgehend halten und einen Platz gut machen. Die
politischen Fortschritte hin zu mehr europäischer Integration und die
fortschreitende außenwirtschaftliche Anpassung in den
"Problemländern" werde zu einem allmählichen Abebben der
Schuldenkrise beitragen, ist man bei der Allianz überzeugt.

"Österreich konnte sich im Vergleich zu den anderen Euroländern
sehr gut behaupten. Um Klassenprimus zu werden, müsste Österreich vor
allem bei der Solidität der Staatsfinanzen zulegen", kommentiert
Martin Bruckner, Vorstand der Allianz Investmentbank AG und Chief
Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich, die Ergebnisse
der aktuellen Allianz Studie.

Bewertung von zehn Euroländern verschlechtert sich

Der "Allianz Euro Monitor" misst die makroökonomischen
Ungleichgewichte in der Eurozone. Dabei bekommen Staaten in jedem der
14 einzelnen Indikatoren einen Wert zwischen 1 und 10 zugewiesen - je
höher der Wert, desto besser die Performance. Erneut erhält kein
einziges Euroland eine sehr gute Bewertung (über 8). An der Spitze
liegt nach wie vor Deutschland (7,7), vor Österreich und Luxemburg
(7,0). Deutschland konnte dabei, ebenso wie Irland und Frankreich,
dem schwierigen Umfeld trotzen und seinen Gesamtwert auf dem Niveau
des Vorjahres halten. Frankreich (5,8) liegt nach wie vor auf Rang
10, Italien (4,5) büßte einen Rang ein und liegt nun auf Rang 13. Der
größte Sprung nach vorn gelang Belgien (5,9), das vier Plätze
gutmachte und aktuell auf Platz 5 liegt. Finnland (5,8) hingegen
rutschte um drei Plätze ab und liegt aktuell auf Platz 8.

Österreich: "Europameister" bei Arbeitslosenquote

Wirft man einen Blick auf einzelne Indikatoren der Studie, so
zeigt sich dass Österreich im internationalen Vergleich gut
abschneidet: Zwar ging Österreichs Gesamtbewertung im Vergleich zum
Vorjahr leicht zurück (von 7,1 auf 7,0), aufgrund eines noch
stärkeren Rückgangs der Gesamtbewertung Luxemburgs (von 7,5 auf 7,0)
liegen nun beide Staaten ex aequo auf Platz 2.

Bei "Wettbewerbsfähigkeit und Inlandsnachfrage" liegt Österreich
hinter Deutschland auf Platz 2, ebenso bei "Beschäftigung,
Produktivität und Ressourceneffizienz": Österreich hat die niedrigste
Arbeitslosenquote der Euro-Zone, eine relativ hohe Erwerbsquote
(Platz 3) und liegt in Sachen Energieeffizienz auf Rang 3. Einzig bei
der Arbeitsproduktivität rangiert Österreich auf Platz 12. Bei
"Private Verschuldung und Auslandsvermögenssituation" konnte
Österreich im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze gut machen und liegt
aktuell auf Platz 2. Die schlechteste Platzierung weist Österreich im
Bereich "Solidität der Staatsfinanzen" auf, wo es auf Rang 8 liegt,
getrieben insbesondere durch eine hohe Staatsverschuldung und
staatliche Neuverschuldung (jeweils Platz 8), sowie die relativ hohe
Belastung aus Zinszahlungen an den Staatsausgaben (Platz 9).

Peripherieländer trotz schwerer Rezession auf dem Weg zur
Gesundung

Wenn man einen Blick auf die Reformanstrengungen in den
Peripherieländern wirft, ist festzuhalten, dass die derzeitige
wirtschaftliche Schwäche mögliche positive Resultate überdeckt. Die
weitreichenden strukturellen Reformen brauchen Zeit, um sich in ihrer
gesamten Wirkung zu entfalten. Dazu zählen Indikatoren wie das
Defizit der öffentlichen Haushalte, Lohnstückkosten, Inlandsnachfrage
und Arbeitsproduktivität. Der aktuelle Euro Monitor zeigt, dass sich
die Euroländer in einem herausfordernden Prozess befinden, um zur
Gesundung der wirtschaftlichen Entwicklung innerhalb der Eurozone
beizutragen. Die einzigen Staaten, die ihren Gesamtwert verbessern
konnten, waren Belgien (5,9), Spanien (5,0), Portugal (4,1) und
Griechenland (3,4). Griechenland hat es dabei geschafft, sich -
ausgehend von einem niedrigen Niveau - stärker zu verbessern als
jedes andere Land der Eurozone. So hat sich Griechenland durch einen
Rückgang bei den Lohnstückkosten verbessert. Ebenfalls eine
Verbesserung zeigt der Verschuldungsgrad des privaten Sektors.
"Insgesamt gibt es in Griechenland Fortschritte, die in der
öffentlichen Diskussion übersehen werden", erklärte Dr. Michael
Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE. Portugal hat seinen Wert von 3,7
im Jahr 2011 auf 4,1 gesteigert und damit den besten Wert seit 2008
erreicht. Fortschritte in Portugal wurden in den Bereichen
"Wettbewerbsfähigkeit" und "Private und Auslandsverschuldung"
erreicht. Auch die Lohnstückkosten sowie die Budgetsituation sind in
einer positiven Verfassung. Spanien, das gegenüber dem Vorjahr einen
Platz gutmachte und dessen Gesamtwert von 4,6 auf 5,0 zulegte, konnte
bei fünf Indikatoren zulegen. Neues Schlusslicht der Rangliste ist
erstmals Zypern, das in drei von vier Kategorien deutliche
Verschlechterungen im Vergleich zum Vorjahr aufweist und sich auch
beim Gesamtwert von 3,6 im Vorjahr auf einen Wert von 3,0
verschlechterte.

EU-Reform: klare Zielvorgaben notwendig

Ein detaillierter Fahrplan mit Terminvorgaben zur EU-Reform soll
bereits zum EU-Gipfel feststehen - vor den nächsten wichtigen
Entscheidungen auf politischer Ebene sieht Heise Fortschritte bei der
Bewältigung der Herausforderungen. "Wir sehen die Entwicklungen nicht
so skeptisch - es gibt Fortschritte, die Euroländer sind auf dem
guten Weg zu stärkerer Integration. Die Politik hat im Kampf um den
Euro die Initiative zurück gewonnen. Handlungsfähigkeit mit klaren
Zielvorgaben bleibt auch weiterhin das Gebot der Stunde", so Heise.
"Wir gehen davon aus, dass vor allem die politischen Fortschritte hin
zu mehr europäischer Integration und die fortschreitende
außenwirtschaftliche Anpassung in den Problemländern zu einem
allmählichen Abebben der Schuldenkrise beitragen", erklärte Heise.
Die Schritte der letzten Wochen geben Grund zur Zuversicht: Die
Bankenaufsicht ist Teil der geplanten Bankenunion für das
Euro-Währungsgebiet und Voraussetzung dafür, dass der kürzlich in
Kraft getretene permanente Rettungsschirm ESM angeschlagene Banken
direkt rekapitalisieren darf - ein Schritt, der die Negativspirale
zwischen Bankenkrise und steigender Staatsverschuldung durchbrechen
dürfte.

Über den Euro Monitor

Der Allianz Euro Monitor ist ein makroökonomisches Monitoring- und
Frühwarnsystem zur Identifizierung bestehender und neu entstehender
Ungleichgewichte. Der Schwerpunkt der Analyse liegt auf den Risiken,
die von einem unausgewogenen Wachstum ausgehen. Der Euro Monitor
bewertet die 17 Länder der Eurozone und stellt eine Rangliste auf.
Die Platzierung hängt von dem Beitrag ab, den das jeweilige Land zu
einem Wachstum ohne makroökonomische Ungleichgewichte und damit zur
Stabilität des Euroraums insgesamt leistet. Die Publikation gibt
einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation in allen
Ländern der Euro-Zone. Die Rangliste ergibt sich aus 14 Indikatoren
in den vier Schlüsselkategorien "Solidität der Staatsfinanzen",
"Wettbewerbsfähigkeit und Inlandsnachfrage", "Beschäftigung,
Produktivität und Ressourceneffizienz" und "Private Verschuldung und
Auslandsvermögensposition." Staaten bekommen in jedem der 14
einzelnen Indikatoren einen Wert zwischen 1 und 10 zugewiesen - je
höher der Wert, desto besser die Performance.

Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news

- Foto: Martin Bruckner ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Pressemeldung als PDF
- Charts "Allianz Euro Monitor" als PDF

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