• 26.11.2012, 10:00:52
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AK: Mieter in Wiener Altbauten zahlen viel zu viel Miete! 1

AK Analyse von Mikrozensus-Daten zeigt: Bei 75 Quadratmeter Wohnung Kategorie A, die 2010 befristet neu vermietet wurde, zahlte ein Mieter aufs Jahr gerechnet um 2.240 Euro zu viel

Utl.: AK Analyse von Mikrozensus-Daten zeigt: Bei 75 Quadratmeter
Wohnung Kategorie A, die 2010 befristet neu vermietet wurde,
zahlte ein Mieter aufs Jahr gerechnet um 2.240 Euro zu viel=

Wien (OTS) - Den Mietern in Altbauwohnungen, die dem Richtwertsystem
unterliegen, wird or-dentlich in die Geldtasche gegriffen. Mieter
einer befristet vermieteten privaten 75 Quadratmeter
Altbaumietwohnung, sehr gut ausgestattet, also Kategorie A, zahlten
2010 um durchschnittlich 2.240 Euro zu viel an Miete. Der Grund:
überbordende Zuschläge zum Mietrichtwert. Die AK hat
Mikrozensus-Daten der Statistik Austria von rund 17.400 Wiener
Richtwertmietverträgen aus dem Jahr 2010 analysiert.

"Im Jahr 2010 wurden rund 17.400 neue Mietverträge für
Altbauwohnungen der Kate-gorie A abgeschlossen, davon waren etwa
7.000 befristet", sagt AK Konsumentenschüt-zerin Gabriele Zgubic.

Die AK Analyse zeigt: Der unzulässige Aufschlag zum
Richtwertmietzins bei befristeten Verträgen beträgt durchschnittlich
satte 60 Prozent!

Eigentlich müssten befristete Wohnungen billiger sein als
unbefristete. Tatsächlich sind sie teurer. Konkret: Vor zwei Jahren
betrug der Richtwert 4,91 Euro pro Quadratmeter, als durchschnittlich
zulässiger Lagezuschlag wurden 0,63 Euro pro Quadratmeter ermittelt,
ergibt 5,54 Euro für unbefristete Verträge. Bei befristeten Verträgen
wäre noch ein gesetzmäßiger Abschlag abzuziehen, was als zulässige
Nettomiete 4,16 Euro pro Quad-ratmeter bedeuten würde. Tatsächlich
verrechneten Vermieter im Schnitt einen Netto-mietzins von 6,65 Euro
pro Quadratmeter für befristete Altbauwohnungen der Kategorie A. Die
Vermieter verlangten also bei befristeten Mietverhältnissen 60
Prozent mehr Mie-te, als zulässig wäre. Bei einer Nettomiete von 6,32
Euro bei unbefristeten Verträgen liegt der unzulässige Aufschlag bei
14 Prozent.

"Die Vermieter kassierten bei befristeten Mieten in Wien im Jahr
2010 um über 15 Mil-lionen Euro zu viel an Miete von den Mietern.
Rechnet man noch die unbefristeten Miet-verhältnisse dazu, sind es
sogar rund 22 Millionen Euro", resümiert Zgubic. "Das zeigt einmal
mehr, das Richtwertsystem funktioniert nicht und ist zu
intransparent. Bei befriste-ten Verträgen wurde trotz
Befristungsabschlag ein höherer Nettomietzins als bei unbefris-teten
Verträgen verlangt", sagt Zgubic. "Überdies bedeuten befristete
Wohnungen für die Mieter Unsicherheit, weniger Mieterschutz und
Kosten, etwa durch die Übersiedlung."

Auch eine Studie, die die AK beim WIFO in Auftrag gegeben hatte,
zeigt: Den Abschlag für befristet vergebene Wohnungen, wie das im
Mietrechtsgesetz vorgesehen ist, gibt es nicht. Befristete Wohnungen
sollten eigentlich billiger sein. Tatsächlich sind sie aber auch laut
WIFO teurer als unbefristete.

(Forts.)

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