• 23.11.2012, 11:33:39
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Titschenbacher: EU-Plan für Biomasse-Nachhaltigkeitskriterien unnötig

Forstgesetze und PEFC garantieren bereits nachhaltige Waldbewirtschaftung

Utl.: Forstgesetze und PEFC garantieren bereits nachhaltige
Waldbewirtschaftung=

Wien (OTS) - "Der Plan der Europäischen Kommission, neue
Nachhaltigkeitskriterien für feste Biomasse einzuführen, ist absolut
unnötig, würde nur teure zusätzliche Strukturen aufbauen und wird
deshalb klar abgelehnt. Den Energieexperten in der Generaldirektion
Energie scheint entgangen zu sein, dass in Österreich die nachhaltige
Waldbewirtschaftung bereits durch das strenge Forstgesetz und durch
freiwillige Zertifizierungen wie PEFC gesichert ist. Wir brauchen
keine 'Neuerfindung' der Nachhaltigkeit durch die Einführung
komplizierter und völlig praxisuntauglicher Kriterien zur Produktion
von Holzbiomasse. Jetzt ist es wichtig, die Anreizprogramme für eine
optimale Steigerung der Holznutzung zu verstärken, um auch die
EU-Energieziele zu erreichen. Und das geht am einfachsten, indem man
die langjährig bestehenden und bewährten Wege ausbaut, um den
Holzzuwachs besser zu nutzen, und auch durch eine vermehrte Nachfrage
nach PEFC-zertifiziertem Holz", zeigte sich Franz Titschenbacher,
Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der LK
Österreich und Vizepräsident der LK Steiermark, über die
praxisfremden Vorstellungen der Europäischen Kommission besorgt.

Wo bleibt Bewertung fossiler Energieträger?

"Wo ist die Bewertung von fossilen Energieträgern, wenn im Golf
von Mexiko Ölplattformen explodieren und Millionen Liter Öl ins Meer
fließen oder großflächig Ökosysteme für den Abbau von Teersanden
zerstört werden? Statt die Nachhaltigkeit bei der bereits
nachhaltigen Holzproduktion in der EU völlig unnötig neu zu erfinden,
sollte die Generaldirektion Energie endlich wirksame Kriterien zur
Verringerung der Umweltschädlichkeit für die Ölproduktion vorlegen.
Die Regulierungsfreudigkeit mancher EU-Energie-Experten hätte ja ein
breites Betätigungsfeld in jenen Bereichen der fossilen
Energiewirtschaft, in denen es nachweislich an Umweltverträglichkeit
fehlt", drückt Vorsitzender Titschenbacher sein absolutes
Unverständnis aus.

Keine Doppelgleisigkeiten

"Während schlechte Forstgesetze das Abholzen des tropischen
Regenwaldes nicht verhindern, soll die gut funktionierende und
international als Vorbild geltende nachhaltige, multifunktionale
Waldbewirtschaftung in Österreich erschwert werden, das ist doch
vollkommen absurd. Die Einführung von zusätzlichen
Nachhaltigkeitskriterien unterwandert nicht nur die Subsidiarität der
nationalen Forstpolitik, sondern erzeugt unsinnige Belastungen für
Waldbesitzer und Konsumenten, die durch zusätzliche Kosten für
überflüssige Kontrollen und Systeme entstehen. Es darf nicht sein,
dass in Europa die bereits jetzt mustergültige nachhaltige Produktion
von Holz durch neue Bürokratiehürden künstlich erschwert und
verteuert wird", verlangte Titschenbacher.

"Holz wird so nicht nur für Energiezwecke, sondern auch für
stoffliche Anwendungen teurer. Auch die Wettbewerbsfähigkeit von Holz
wird verringert und aktuelle Programme zur Förderung von erneuerbarer
Energie aus Holz werden konterkariert. Außerdem kann Holzbiomasse,
die bei der Ernte von Säge- und Industrieholz als Nebenprodukt
anfällt, nicht isoliert nur von der Energie-Seite her betrachtet
werden. Deshalb sorgt das Forstgesetz und die PEFC-Zertifizierung
auch für einen umfassend nachhaltigen Ansatz bei der gesamten
Waldbewirtschaftung", so Titschenbacher weiter.

Holz: Vorrat wächst

"Holz als nachwachsender, erneuerbarer und CO2-neutraler
Energieträger steht sowohl in der gesamten EU als auch in Österreich
an erster Stelle bei der erneuerbaren Energie. Wegen der
generationsübergreifend nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder ist
der Holzvorrat in der EU in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen,
in den Mitgliedstaaten werden derzeit nicht einmal die jährlichen
Holzzuwächse genutzt. Ein erhebliches nachhaltig verfügbares
Nutzungspotenzial wurde aufgebaut, das nun dazu dienen kann, die
EU-Klima- und Energiepolitik aktiv zu unterstützen. Doch dazu braucht
es keine praxisfremden Kriterien, sondern die Unterstützung bewährter
nachhaltiger Systeme", so Titschenbacher abschließend.
(Schluss)

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