• 22.11.2012, 20:46:36
  • /
  • OTS0321 OTW0321

Missliche Lage, Kommentar zur Leasing-Branche von Christiane Lang

Frankfurt (ots) - Ein bisschen riecht es nach Verzweiflung. Zwar hat
sich die Leasing-Branche 2012 noch auf dem guten Niveau des Vorjahres
gehalten und rechnet - in der Hoffnung auf eine leichte Erholung des
Investitionsklimas im zweiten Halbjahr 2013 - auch im kommenden Jahr
mit keinem Einbruch. Doch insgesamt macht die Entwicklung der
Investitionen in Deutschland, von denen das Leasing-Geschäft abhängig
ist, große Sorgen. Die Ifo-Indikatoren lassen nichts Gutes ahnen. Der
Ruf nach Unterstützung durch die Regierung zeigt, wie misslich die
Lage ist.

Investitionsanreize heißt für die Branche das Zauberwort. Allerdings
hat sich Berlin gerade erst mit der Abschaffung der Praxisgebühr und
der Einführung des Betreuungsgeldes finanziell ordentlich aus dem
Fenster gelehnt - da sollten neue Vorschläge nicht unbedingt mit
Mehrausgaben verbunden sein. Die Idee des Bundesverbandes Deutscher
Leasing-Unternehmen klingt daher wie ein gutes Angebot: Man
reaktiviert die alten, über Jahrzehnte bewährten
Abschreibungstabellen, die wieder kürzere Abschreibungsfristen und
die degressive Abschreibung erlauben. Das mindert zwar anfangs die
Steuereinnahmen, gleicht sich im Zeitablauf aber wieder aus. Und für
Unternehmen war es schon immer stimulierend, wenn sie Aufwendungen
vorwegnehmen dürfen. Allerdings rechnet die Branche angesichts der
bevorstehenden Bundestagswahl hier realistischerweise zumindest nicht
kurzfristig mit einem Erfolg.

Noch langwieriger dürfte ein weiteres, nach Angaben des Verbandes
schon seit Jahren verfolgtes Anliegen sein, nämlich die Einbindung
der Branche in die Förderprogramme des Bundes; vor allem an den
Mitteln zur Finanzierung erneuerbarer Energien ist man interessiert.
Diese Mittel werden im Wesentlichen über die Banken an die
Unternehmen durchgeleitet. Auch die banknahen Leasing-Gesellschaften
haben Zugriff auf Globaldarlehen der KfW. Den anderen
Leasing-Unternehmen allerdings ist der Zugang durch KfW-Richtlinien
verwehrt. Geholfen hat die Förderbank aber schon an anderer Stelle:
Als die unabhängigen Leasing-Gesellschaften in der Finanzkrise in
Schwierigkeiten gerieten, weil sich Banken aus der Finanzierung
zurückgezogen hatten, konnten sich die Gesellschaften über ein
KfW-Sonderprogramm refinanzieren.

Und noch etwas moniert der Verband: Gemessen an seiner Bedeutung als
Investor ist der Staat, wenn er auch zuletzt stark zugelegt hat, mit
einem Anteil am Leasing-Neugeschäft von nur 5% recht schwach
vertreten. Den Lobbyarbeitern der Branche geht die Arbeit also noch
lange nicht aus.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EUN

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel