- 20.11.2012, 15:27:47
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Klöster künftig eher geistliche Zentren statt Pfarrversorger
Pressegespräch beim Ordenstag in Wien - Abt Fürnsinn: "Vielen Klöstern gelingt es derzeit kaum, ihren ordenseigenen Charismen ausreichend nachzugehen"
Utl.: Pressegespräch beim Ordenstag in Wien - Abt Fürnsinn: "Vielen
Klöstern gelingt es derzeit kaum, ihren ordenseigenen
Charismen
ausreichend nachzugehen"=
Wien, 20.11.12 (KAP) Österreichs Stifte und Klöster wollen sich
künftig stärker als pastoral-geistliche Zentren behaupten. Dafür
kann es nötig sein, dass Ordenspriester weniger in der pfarrlichen
Seelsorge tätig sind als bisher. Das hat der Vorsitzende der
Superiorenkonferenz der Männerorden, Prälat Maxmilian Fürnsinn, in
einem Pressegespräch zum Österreichischen Ordenstag im Wiener
Kardinal-König-Haus erklärt.
Bis zu 50 Prozent aller Pfarren in Österreichs Diözesen werden
derzeit von Ordenspriestern betreut. Eine Aufgabe, deren Erfüllung
häufig zu Lasten des Gemeinschaftslebens und der Umsetzung der
besonderen Aufgaben der jeweiligen Ordensgemeinschaft geht, stellte
Fürnsinn fest. "Vielen Klöstern und Stiften gelingt es damit kaum,
ihren Charismen wie etwa der Liturgie oder der Gastfreundschaft
ausreichend nachzugehen." Eben diese Charismen sollten jedoch der
Beitrag der Orden zur Kirche sein.
P. Erhard Rauch, Generalsekretär der Superiorenkonferenz, wies im
Rahmen des Pressegesprächs darauf hin, dass Ordenseinrichtungen wie
Schulen, Krankenhäuser oder Altenheime in der Bevölkerung ein
herausragend positives Image hätten. Orden müssten in Zukunft aber
auch nicht immer selbst neue Projekte und Initiativen erfinden,
sondern sollten sich verstärkt an "positiv besetzten Orten, wo Gutes
geschieht", einbringen.
Auf Anfrage bekräftigte P. Rauch, dass sich die österreichischen
Orden um die konsequente Aufarbeitung aller Missbrauchsfälle in den
eigenen Reihen bemühen. Bis März 2013 werde man alle Fälle, die über
die Klasnic-Kommission zu den Orden gelangten, aufgearbeitet haben.
Von Seiten der Opfer gebe es viele positive Rückmeldungen, dass sie
nun endlich angehört und ernst genommen würden, so Rauch.
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