- 14.11.2012, 14:05:38
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EU-Budget: VK Spindelegger und BM Töchterle setzen sich für klare Prioritätensetzung in Wissenschaft und Forschung ein
FFG-Geschäftsführerin Egerth, Spitzenforscher Penninger und ERC-Preisträgerin Horejs skizzieren hohen Stellenwert der EU-Forschungsmittel

Utl.: FFG-Geschäftsführerin Egerth, Spitzenforscher Penninger und
ERC-Preisträgerin Horejs skizzieren hohen Stellenwert der
EU-Forschungsmittel=
Wien (OTS) - "Forschung fördern, Wissen stärken" - unter diesem Motto
unterstrichen Vizekanzler und Außenminister Dr. Michael Spindelegger,
Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle,
FFG-Geschäftsführerin Dr. Henrietta Egerth, IMBA-Direktor Dr. Josef
Penninger und ERC-Preisträgerin Dr. Barbara Horejs heute in einem
gemeinsamen Pressegespräch im "Haus der Forschung" den hohen
Stellenwert der europäischen Forschungsförderung - sowohl für die
Weiterentwicklung des europäischen Forschungsraums, als auch für den
weiteren Ausbau des heimischen Wissenschafts- und
Forschungsstandortes. Daher soll den unumstrittenen Zukunftsbereichen
Wissenschaft und Forschung im aktuell zu verhandelnden mehrjährigen
EU-Finanzrahmen von 2014-2020 eine klare Priorität eingeräumt werden,
so das gemeinsame Ziel. Dies gilt insbesondere für das
EU-Forschungsrahmenprogramm "Horizon 2020", kann Österreich im
aktuellen Rahmenprogramm doch auf eine Rückflussquote von 130 Prozent
verweisen, das heißt: Für jeden von Österreich investierten Euro
fließen derzeit 1,30 Euro zurück nach Österreich.
"Wir sind in der Forschung hervorragend aufgestellt: Österreich
profitiert überproportional von den europäischen Förderinstrumenten.
Das zeigt sich unter anderem an der beeindruckenden Rückflussquote im
EU-Forschungsrahmenprogramm sowie an der hohen Anzahl an
ERC-Preisträgern", so Vizekanzler und Außenminister Dr. Michael
Spindelegger. Die Rückflussquote ist konstant gestiegen: von 70
Prozent im 4. Rahmenprogramm auf 130 Prozent im aktuellen
Rahmenprogramm - "diesen Erfolgskurs wollen wir im Sinne einer
weiteren Standortstärkung fortsetzen", betonte Spindelegger. "Nur mit
Forschung und Entwicklung können wir die notwendigen Antworten auf
große gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel,
Ressourcenknappheit und demographische Entwicklung finden."
Mehr als 2.000 österreichische Forscherinnen und Forscher an
Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitären
Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen nehmen bereits am
EU-Rahmenprogramm teil, sie holen dabei bis zu 140 Millionen Euro
jährlich ab. "Die Teilnahme von Forscherinnen und Forschern sowie
Forschungseinrichtungen aus Österreich soll im nächsten
Rahmenprogramm ausgeweitet werden", so Wissenschafts- und
Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle. Österreich hat sich bei
den Verhandlungen zu Horizon 2020 insbesondere für die Vereinfachung
der Teilnahmebedingungen, die verstärkte Förderung der Geistes- und
Sozialwissenschaften (GSK) sowie eine verbesserte Einbindung der KMU
eingesetzt. Es konnte erreicht werden, dass die GSK insbesondere im
Rahmen der Forschung zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen
Herausforderungen eine zentrale Rolle spielen werden. Für KMU wird es
besonders unbürokratische Teilnahmebedingungen und deutlich mehr
Fördermittel geben.
Egerth: Konzentriert alle Möglichkeiten auf europäischer und
internationaler Ebene nutzen
Mit Horizon 2020 werden Forschung und Innovation erstmals unter einem
Dach geführt und neue, sehr marktnahe Instrumente anbieten. Ein
weiteres Novum wird sein, dass KMU auch als Einzelantragsteller
einreichen und einfacher abrechnen können. "Mit einer Quote von 22
Prozent beteiligen sich Österreichische KMU im Vergleich mit den
EU-27 schon jetzt überdurchschnittlich gut im 7. Rahmenprogramm",
erklärte FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth den Status quo und
betont, "auch andere Länder schlafen nicht und der Wettbewerb nimmt
zu. Deshalb müssen wir jetzt konzentriert alle Möglichkeiten auf
europäischer und internationaler Ebene nutzen und zusammenführen."
Aktuell vereint die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft
FFG alle Nationalen Kontaktstellen unter einem Dach und ist erster
Ansprechpartner für die heimische Forschungsszene. "Wir haben den
Überblick über viele nationale und europäische Akteure, gestalten in
den Programmen der EU mit und können vor allem eines: als Match Maker
die Forscherinnen und Forscher effizienter und schneller betreuen.
Das zeigen die Ergebnisse", führte Henrietta Egerth aus.
"Die gesamteuropäische Förderung des ERC eröffnet meiner Generation
von Nachwuchswissenschaftler/innen völlig neue Perspektiven und einen
Einstieg in die globale Spitzenforschung. Europäische
Grundlagenforschung auf höchstem Niveau ist auch gerade in den
Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften entscheidend, wollen wir
die drängenden Fragen heutiger und zukünftiger komplexer
Gesellschaftssysteme beantworten", so ERC-Preisträgerin Dr. Barbara
Horejs. Die Archäologin unterstrich weiters: "Der ERC Grant
ermöglicht mir und meinem Team Forschungen unter anderem in Ephesos
zu zwei revolutionären Umbrüchen in der Menschheitsgeschichte.
Zwischen der Sesshaftwerdung der ersten bäuerlichen Kulturen vor rund
9.000 Jahren bis zur Entstehung proto-urbaner Zentren kreisen unsere
zentralen Fragen um Ressourcennutzung, nachhaltige technologische
Entwicklungen, klimatische Veränderungen und die daran anknüpfenden
gesellschaftliche Folgen. Unser kulturelles Gedächtnis ist das
Fundament für das Verständnis von Identitäten und liefert aus der
Vergangenheit Modelle für heute und die Zukunft. Aktuelle und
zukünftige komplexe Fragen bedürfen visionärer Grundlagenforschung,
die in Europa zukünftig noch stärker gefördert und intensiviert
werden sollte."
"IMBA gehört beim Einwerben von europäischen Forschungsgeldern zu den
erfolgreichsten Institutionen. Diese Mittel sind für die zukünftige
Entwicklung von Instituten wie dem unseren absolut essenziell", so
IMBA-Direktor Dr. Josef Penninger. "Insbesondere der ERC-Grant ist
dabei für mich ein ausgezeichnetes Beispiel einer gelungenen
Förderung, da besonders vielversprechende Projekte gezielt
unterstützt werden. In meiner Gruppe finanzieren wir damit Projekte
unter anderem zu den Themen Herzerkrankungen, Immunsystem und Krebs."
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