• 14.11.2012, 13:38:34
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Töchterle völlig verplant in der Bildungslandschaft

Ein einzigartiges BOKU-Studium wird aufgrund des Wortes "Architektur" im Titel beschränkt.

Utl.: Ein einzigartiges BOKU-Studium wird aufgrund des Wortes
"Architektur" im Titel beschränkt.=

Wien (OTS) - In einer Aussendung an MitarbeiterInnen und Studierende
freut sich das Rektorat der BOKU über die "erfolgreich
abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen" mit dem Bundesministerium
für Wissenschaft und Forschung. Dieses hat die BOKU dann darüber
informiert, dass der Zugang zum Bachelorstudium Landschaftsplanung
und Landschaftsarchitektur (LAP/LARCH) beschränkt wird.
"Laut ihrer blauäugigen Mitteilung glauben die Mitglieder des
Rektorates offenbar wirklich, dass nicht Zug um Zug alle Studien
beschränkt werden.", kommentiert der fassungslose Fabian Frommelt vom
Vorsitzteam der ÖH BOKU das Schreiben.

Ursula Steiner, Studienvertreterin für LAP, begreift nicht, warum
ihr Studium künftig beschränkt sein soll: "Landschaftsarchitektur ist
neben Freiraumplanung, Ingenieurbiologie und ökologischen
Fachplanungen nur ein späteres Tätigkeitsfeld der AP-AbsolventInnen.
Ein nachhaltiges Österreich braucht mehr kritische und vernetzt
denkende PlanerInnen, wie sie die BOKU ausbildet, nicht weniger!"

Das Studium Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur wird in
Österreich ausschließlich an der Universität für Bodenkultur auf
akademischem Niveau angeboten. Wenn Frau Kuntzel meint, dass jeder
sein Wunschstudium studieren sollte, wenn auch nicht an der
Universität erster Wahl wären die nächstliegenden Universitäten
München oder Budapest oder Rapperswill in der Schweiz.
Der Vorsitzende der Fachstudienkomission Landschschaftsplaung und
Landschaftsarchitektur, Prof. Erwin Frohmann ist verwundert: "Das
Studium an der BOKU ist die einzige vollakademische Ausbildung der
Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur in Österreich. Dass
weder die zuständige Fachstudienkommission noch die beiden
Berufsverbände von diesem Vorhaben vorab informiert wurden und nicht
in die Diskussion eingebunden wurden, verwundert doch sehr. Eine
kooperative Vorgangsweise, welche die Komplexität der
Rahmenbedingungen für mögliche Zugangsbeschränkungen im Kontext aller
Planungsdisziplinen bearbeitet sollte ein gemeinsames Ziel sein."

Die ÖH BOKU sieht in Zugangsbeschränkungen - auf der BOKU und
anderen Universitäten - ein Werkzeug sozialer Selektion, das die
Verhältnisse an den Unis wohl kaum verbessern wird. Die
Leistungsvereinbarungen an der BOKU zeigen: Die Regierung will die
Universitäten auf dem schlechten Niveau weiterwurschteln lassen.
Daniel Böhm, Vorsitzender der ÖH BOKU abschließend: "Minister
Töchterle ein einzigartiges Studium der BOKU als Schlachtplatte zu
servieren, ist kein erfreuliches Ergebnis sondern zum Schämen. Das
Rektorat der BOKU ist mit der Erhaltung des Status Quo offenbar
zufrieden, die Studierenden jedoch nicht: Wenn es so weitergeht, wird
die "Universität des Lebens" einen langsamen Hungertod sterben,
finanziell wie geistig."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | HBK

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