Töchterle völlig verplant in der Bildungslandschaft

Ein einzigartiges BOKU-Studium wird aufgrund des Wortes "Architektur" im Titel beschränkt.

Wien (OTS) - In einer Aussendung an MitarbeiterInnen und Studierende freut sich das Rektorat der BOKU über die "erfolgreich abgeschlossenen Leistungsvereinbarungen" mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung. Dieses hat die BOKU dann darüber informiert, dass der Zugang zum Bachelorstudium Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur (LAP/LARCH) beschränkt wird.
"Laut ihrer blauäugigen Mitteilung glauben die Mitglieder des Rektorates offenbar wirklich, dass nicht Zug um Zug alle Studien beschränkt werden.", kommentiert der fassungslose Fabian Frommelt vom Vorsitzteam der ÖH BOKU das Schreiben.

Ursula Steiner, Studienvertreterin für LAP, begreift nicht, warum ihr Studium künftig beschränkt sein soll: "Landschaftsarchitektur ist neben Freiraumplanung, Ingenieurbiologie und ökologischen Fachplanungen nur ein späteres Tätigkeitsfeld der AP-AbsolventInnen. Ein nachhaltiges Österreich braucht mehr kritische und vernetzt denkende PlanerInnen, wie sie die BOKU ausbildet, nicht weniger!"

Das Studium Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur wird in Österreich ausschließlich an der Universität für Bodenkultur auf akademischem Niveau angeboten. Wenn Frau Kuntzel meint, dass jeder sein Wunschstudium studieren sollte, wenn auch nicht an der Universität erster Wahl wären die nächstliegenden Universitäten München oder Budapest oder Rapperswill in der Schweiz.
Der Vorsitzende der Fachstudienkomission Landschschaftsplaung und Landschaftsarchitektur, Prof. Erwin Frohmann ist verwundert: "Das Studium an der BOKU ist die einzige vollakademische Ausbildung der Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur in Österreich. Dass weder die zuständige Fachstudienkommission noch die beiden Berufsverbände von diesem Vorhaben vorab informiert wurden und nicht in die Diskussion eingebunden wurden, verwundert doch sehr. Eine kooperative Vorgangsweise, welche die Komplexität der Rahmenbedingungen für mögliche Zugangsbeschränkungen im Kontext aller Planungsdisziplinen bearbeitet sollte ein gemeinsames Ziel sein."

Die ÖH BOKU sieht in Zugangsbeschränkungen - auf der BOKU und anderen Universitäten - ein Werkzeug sozialer Selektion, das die Verhältnisse an den Unis wohl kaum verbessern wird. Die Leistungsvereinbarungen an der BOKU zeigen: Die Regierung will die Universitäten auf dem schlechten Niveau weiterwurschteln lassen. Daniel Böhm, Vorsitzender der ÖH BOKU abschließend: "Minister Töchterle ein einzigartiges Studium der BOKU als Schlachtplatte zu servieren, ist kein erfreuliches Ergebnis sondern zum Schämen. Das Rektorat der BOKU ist mit der Erhaltung des Status Quo offenbar zufrieden, die Studierenden jedoch nicht: Wenn es so weitergeht, wird die "Universität des Lebens" einen langsamen Hungertod sterben, finanziell wie geistig."

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