- 13.11.2012, 16:31:32
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Falter: Zufallsfund im Fall Meischberger/ Grasser
Sachwalterin erstattete Anzeige: Verdacht auf massive Schmiergeldzahlungen durch Baukonzern Porr
Utl.: Sachwalterin erstattete Anzeige: Verdacht auf massive
Schmiergeldzahlungen durch Baukonzern Porr=
Wien (OTS) - Die Wiener Wochenzeitung Falter berichtet in ihrer heute
Abend erscheinenden Ausgabe über brisante neue Spuren im Fall
Grasser/ Meischberger.
Die Ermittler haben einen bislang unbekannten, aber höchst
brisanten Zufallsfund bei einem besachwalterten Geschäftsmann namens
Anton Kallinger-Prskawetz gemacht. Er soll als Handlanger der
Baufirma Porr enorme Provisionen an Grassers Trauzeuge Walter
Meischberger überwiesen haben, mutmaßlich um Insiderinformationen aus
der staatlichen Bundesimmobiliengesellschaft zu kaufen.
Rund 300 Aktenordner wurden ausgewertet, wie die
Korruptionsstaatsanwaltschaft bestätigt.
Zu verdanken ist der Fund einer korrekten Anwältin namens Ilse
Korenjak, die als Sachwalterin des Baumeisters Kallinger-Prskawetz,
den Behörden in einer Anzeige nicht nur von "höchst merkwürdigen"
Dingen, sondern auch von horrenden Honoraren und Schweizer Konten
berichtete.
Sie forderte die enormen Provisionen von Meischberger zurück, da
"keine dokumentierte Leistung" vorhanden sei. Meischberger weigert
sich.
Konkret geht es um 700.000 Euro, die die Porr mittels Strohmänner
an Meischberger gezahlt haben soll. Die Baufirma schnappte der BIG
eine Immobilie in Wiener Nordbergstraße weg, die für die WU angekauft
werden sollte.
Teile der Provision hat sodann der von Grassers eingesetzte
BIG-Aufsichtsrat Ernst Plech, ein Freund Grassers, erhalten, wie
Meischberger aussagte. Meischberger behauptet auch, er habe das
Projekt zwei Jahre betreut. Doch in einem Telefonat stellte
Meischberger Plech die Frage: "Wo woa mei Leistung?"
Auch Grasser wurde von Meischberger kontaktiert, damit dieser
Gründe für die Porr-Provisionen nenne ("Recherchier im Internet!").
Anwältin Korenjak, so resümiert die Kriminalpolizei, "gab an, sie sei
seit eineinhalb Jahren mit der Aufarbeitung der Vermögensverhältnisse
des Kallinger-Prskawetz beschäftigt und dabei seien ihr höchst
merkwürdige Dinge aufgefallen. (...) Es gäbe Verträge zwischen den
Firmen von Kallinger-Prskawetz und dem Porr-Konzern, wonach dieser
(...) hohe Summen vom Gewinn der Porr (..) kassierte. Sie könne sich
jedoch nicht vorstellen, was Kallinger-Prskawetz als 'Ein-Mann-Firma'
für solche Summen für den Porr-Konzern geleistet haben könnte. Es
gäbe dabei auch Geldflüsse in die Schweiz".
Die Behörden untersuchen nun, ob die Porr ein gigantisches
Schwarzgeldnetzwerk aufgebaut hat und ob Grassers Berater oder der
Minister selbst davon profitierten. Die Beschuldigten bestreiten alle
strafrechtlichen Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung. Der damals
verantwortliche Porr-Chef Horst Pöchhacker ist heute
Aufsichtsratspräsident der ÖBB und Berater von
SPÖ-Infrastrukturministerin Doris Bures.
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