• 13.11.2012, 10:21:32
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Der 14. November ist Weltdiabetestag

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft fordert Zugang zu innovativen Medikamenten für alle Betroffenen in Österreich

Utl.: Die Österreichische Diabetes Gesellschaft fordert Zugang zu
innovativen Medikamenten für alle Betroffenen in Österreich=

Wien (OTS) - Anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November weist
die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) auf Mängel in unserem
Gesundheitssystem hin, die das Leben von Menschen mit Diabetes
gefährden können. Mit rund 600.000 erkrankten Österreichern wird
Diabetes in der Forschung ein hoher Stellenwert eingeräumt. Die
wissenschaftliche Fachgesellschaft will Österreich zu einer
Modellregion in der Diabetesversorgung machen. Um dieses Ziel zu
erreichen, ist noch einiges zu tun! Neben Aufklärungsarbeit durch
nachhaltige und wiederholte Information der Bevölkerung und der
gesamten Ärzteschaft stehen der Zugang zu innovativen Medikamenten
für alle Betroffenen, die Ausrichtung der Therapie auf den
individuellen Patienten und die Prävention der
Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch bessere und intensivere Behandlung
des Cholesterinstoffwechsels im Zentrum der Aufmerksamkeit. Weiters
fordert die ÖDG ein österreichweites Diabetes-Register um die
Diabetesbehandlung effizient weiterentwickeln zu können.

Die Diagnose Diabetes beruht auf einem erhöhten Blutzuckerwert,
also einem Laborwert. Dieser Wert alleine wäre nicht weiter tragisch,
würden daraus nicht schwerwiegende Folgen für Gesundheit und
Lebenserwartung entstehen. Bei schlecht behandeltem Diabetes kommt es
zu einer Schädigung kleiner und größerer Blutgefäße. Die Schädigung
kleiner Blutgefäße führt unter anderem zu Augenschäden bis hin zur
Blindheit, zu Nierenversagen und zu Nervenschädigungen; die
Schädigung größerer Gefäße hat Herzinfarkte und Schlaganfälle zur
Folge und ist die häufigste Todesursache bei Patienten mit Diabetes.
Eine optimale Diabetes-Behandlung ist deshalb extrem wichtig, denn
bei optimaler Therapie können diese gefährlichen Komplikationen in
den meisten Fällen vermieden werden.

Zugang zu innovativen Medikamenten

Durch intensive Forschung und optimierte Therapie leben Menschen
mit Diabetes heute länger und die Folgeerkrankungen gehen zurück. Das
ist ein großer Erfolg für die Diabetologie. Der Präsident der ÖDG,
Prim. o. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Drexel, LKH Feldkirch,
Abteilung für Innere Medizin und Kardiologie, zeigt aber anlässlich
des Weltdiabetestages eine zentrale Problematik in der Versorgung
auf: "In den letzten Jahren sind neue Medikamente entwickelt worden,
von denen grundsätzlich viele Patienten profitieren könnten, die aber
teurer sind als ältere Medikamente. Leider sind manche dieser
Medikamente deshalb aus Kostengründen für Patienten in Österreich
nicht verfügbar, während Patienten in ärmeren Ländern der EU diese
Medikamente sehr wohl erhalten. Hier besteht ein Verbesserungsbedarf.
Für österreichische Diabetes-Patienten muss eine moderne Behandlung
möglich sein, sonst verlieren wir den Ruf, dass Österreich eines der
besten Gesundheitssysteme der Welt hat!

Personalisierte Diabetesbehandlung verlangt mehr Diabetes
Experten

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Medikamente zur
Blutzuckersenkung; nicht für jeden Patienten sind dieselben
Substanzen ideal. Deshalb fordern die großen internationalen
Fachgesellschaften eine patientenorientierte, individuelle Auswahl
von Diabetes-Medikamenten. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft
arbeitet sehr intensiv an dem Thema personalisierte Medizin in der
Diabetesbehandlung. Der Erste Sekretär der ÖDG, Priv. Doz. Dr.
Christoph Säly vom Landeskrankenhaus Feldkirch, Abteilung für Innere
Medizin und Kardiologie, erläutert: "Die Diabetes-Häufigkeit nimmt
dramatisch zu. Die Umsetzung der Therapie erfordert Kompetenz.
Österreich hat in Zukunft zu wenig Experten! Mehr Ausbildungsstellen
für Diabetes-Spezialisten (Additivfach für Endokrinologie und
Stoffwechsel) werden dringend benötigt, um auch in den nächsten
Jahren allen Patienten mit Diabetes eine optimale Behandlung
garantieren zu können."

LDL-Cholesterin im Fokus

Durch eine gute Blutzuckereinstellung können Schäden an den
kleinen Gefäßen (und damit Augen-, Nieren- und Nervenschäden)
weitgehend vermieden werden. Für die Verhinderung der besonders
häufigen und schwerwiegenden Schäden an den größeren Gefäßen ist aber
eine Senkung des "schlechten" LDL-Cholesterins wirksamer. Patienten
mit Diabetes erleiden umso weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle, je
niedriger ihr LDL-Cholesterin ist. Deshalb fordert der Präsident der
ÖDG für Patienten mit Diabetes ein sehr niedriges LDL-Cholesterin:
"Weil Cholesterin-Ablagerungen in den Gefäßen für Herzinfarkte und
Schlaganfälle verantwortlich sind, sollte der Zielwert des
"schlechten" LDL-Cholesterins von bisher unter 100 mg/dl auf unter 70
mg/dl gesenkt werden. Dieser Wert könnte dank hochwirksamer und
trotzdem sehr gut verträglicher Medikamente heute grundsätzlich
erreicht werden." Drexel stellt abschließend fest "Eine aktuelle
Erhebung des VIVIT Instituts in Vorarlberg hat gezeigt, dass viele
Diabetes-Patienten in Österreich leider noch nicht von einer
konsequenten Cholesterinsenkung profitieren." Da cholesterinsenkende
Medikamente wesentlich billiger geworden sind, muss dieses Ziel jetzt
erreicht werden.

Die ÖDG fordert ein österreichweites Diabetes-Register

Ein Diabetes-Register, das systematisch die Behandlungsdaten aller
österreichischen Diabetes-Patienten erfasst, wäre von zentraler
Bedeutung für Planung und Umsetzung von Innovationen in der
Diabetesbehandlung, ist aber leider heute noch nicht verfügbar. Die
Etablierung eines Diabetes-Registers ist deshalb eine zentrale
Forderung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft.

Über den Weltdiabetestag

Der Weltdiabetestag wird jedes Jahr am 14. November begangen. Er
wurde 1991 von der International Diabetes Federation und der WHO als
Reaktion auf die wachsende weltweite Diabetesepidemie ins Leben
gerufen. Seit 2007 ist der Weltdiabetestag als Folge der UN-
Resolution 61/225 zu Diabetes offizieller United Nations Day. In den
letzten Jahren hat sich der Weltdiabetestag zu einem jährlich
wachsenden Event entwickelt, der weltweit Millionen Menschen in über
160 Ländern in ihrem Bemühen, Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die
Krankheit, ihre Prävention und Behandlung zu schaffen, vereint.
Zahllose lokale und nationale Aktivitäten werden von Einzelpersonen,
NGOs und staatlichen Akteuren am 14.11. organisiert
(http://www.worlddiabetesday.org/events/upcoming).
Am Weltdiabetestag (14.11.) nimmt Österreich aktiv an der "World
Diabetes Day Monument Challenge" teil: Auf Initiative der ÖDG werden
auch dieses Jahr in Österreich wieder öffentliche Gebäude und
Sehenswürdigkeiten blau beleuchtet. Die World Diabetes Day Monument
Challenge wurde 2008 von der International Diabetes Federation ins
Leben gerufen, in den vergangenen Jahren wurden weltweit tausende
Gebäude und Sehenswürdigkeiten blau beleuchtet.

Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG)

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) ist die
ärztlich-wissenschaftliche Fachgesellschaft der österreichischen
Diabetes-Fachleute. Ihre zentrale Aufgabe ist die Forschung und
Förderung des wissenschaftlichen Austausches aller auf dem Gebiet der
Diabetologie tätigen ForscherInnen und ÄrztInnen. Die ÖDG engagiert
sich für die Sicherstellung einer Betreuung der Menschen mit Diabetes
in Österreich, die den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen
entspricht. Ordentliche Mitglieder der Gesellschaft sind ÄrztInnen
und wissenschaftlich einschlägig orientierte AkademikerInnen.
Assoziierte Mitglieder sind DiabetesberaterInnen und DiaetologInnen.

Pressefotos zum Pressetext finden Sie unter:
http://www.publichealth.at/p-66113.html

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