Todesstatistik offenbart Orang-Utan-Desaster in Schönbrunn

EndZOO fordert unabhängige Untersuchung der aktuellen Totgeburt

Wien (OTS) - Die aktuelle Totgeburt von Orang-Utan-Dame SOL ist für EndZOO-Österreich Anlass zur erneuten Kritik an der Orang-Utan-Haltung im Tiergarten Schönbrunn. Nach Recherchen der Tierschutzorganisation sind seit 1938 mindestens 18 Orang-Utans frühzeitig verstorben, darunter ca. 6 Totgeburten. EndZOO sieht in der Shigella-Virus-Infektion im Jahr 2004 und den darauffolgenden Todesfällen jetzt einen möglichen Zusammenhang und fordert im aktuellen Todesfall dringende Aufklärung durch eine unabhängige Kommission. In den Augen von EndZOO hat der "Tiergarten das ihm von der Öffentlichkeit entgegengebrachte Vertrauen" verspielt, nachdem dieser 2004 versucht hat, die zwei an Shigella-Viren verstorbenen Orang-Utans den TiergartenbesucherInnen in die Schuhe zu schieben. EndZOO Österreich spricht sogar offen von jahrelanger Vertuschung und von durchgehend fehlender Transparenz. Die Tierschützer fordern eine grundlegende Wende im Tiergartenmanagement.

"Wir haben die Shigella-Virus-Todesfälle bei den Orang-Utans von 2004 nochmals untersucht und dabei festgestellt, dass der Tiergarten damals versucht hat, seinen eigenen Besuchern die Schuld am Tod der Waldmenschen zu geben. Doch zooeigene Hygienemängel, so unsere heutige Auswertung, kamen viel eher als Todesursache in Betracht. Dieser Umgang mit Tieren und Besuchern macht deutlich, dass man die Glaubwürdigkeit des Tiergartens in Frage stellen darf und muss. Die Totgeburt von Orang-Utan-Dame SOL muss daher von einem unabhängigen Gremium untersucht werden", so Zoo-Experte Frank Albrecht. "Es wird auch Zeit, dass alle Unterlagen des Tiergartens endlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Immerhin finanziert der Steuerzahler den Zoo in nicht unerheblichem Maße. Dass er dafür keine detaillierten, selbst einseh- und auswählbaren Auskünfte erhält, ist ein Skandal. Ein Beispiel für die fehlende Transparenz ist, dass der Tiergarten keine ausführlichen und detaillierten Tierbestandszahlen der letzten fünf Jahre auf seiner Homepage veröffentlicht, doch das ist nicht der einzige Mangel."

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