• 12.11.2012, 13:53:42
  • /
  • OTS0186 OTW0186

"Mozart & Science 2012" in Krems: "Das Individuum und den Menschen hinter dem Patienten entdecken"

Krems (OTS) - Nach drei intensiven Kongresstagen (8. bis 10. November
2012) ging der vierte international hochkarätig besetzte Kongress der
interdisziplinären Musikwirkungsforschung am vergangenen Samstag
erfolgreich zu Ende. Rund 200 TeilnehmerInnen waren an die IMC FH
Krems gekommen, um neueste Erkenntnisse und Wege im Bereich der
Musiktherapie und Medizin zu diskutieren und zu eröffnen. Motto des
diesjährigen, besonders praxisorientierten Kongresses war
"Begegnungen der Kulturen". Im Mittelpunkt standen neben den
kulturellen Aspekten in der Musikrezeption und deren Einflüssen auf
den musiktherapeutischen Prozess vor allem praxisrelevante Fragen -
unter anderem welche Rolle die musikalische Biografie der
PatientInnen im Heilungsprozess spielt, welche Softskills im Umgang
mit PatientInnen helfen und welche gesundheitspolitischen Fragen der
Einsatz von MusiktherapeutInnen im Klinikalltag aufwirft.

Nicht nur evidenzbasierte Studienergebnisse sollten als Benchmark
herangezogen werden, erklärte Priv.-Doz. Mag. Dr. Gerhard Tucek,
Kongress-Organisator und IMC FH Krems Studiengangsleiter
Musiktherapie, in seinen Abschlussworten: "Mindestens gleich
bedeutsam für die Evaluierung des Therapieerfolges ist es, die/den
Patientin/en partizipativ miteinzubeziehen. Die Wissenschaften müssen
menschlicher werden. In der Medizin und in der Therapie bedeutet
dies, dass wir PatientInnen, aber auch Praktiker ernster nehmen und
zu Wort kommen lassen. Der Fortschritt in der Musiktherapie ist ein
starker Schritt hin zum Menschen." Den Schwerpunkt auf
interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis
spiegelte auch das diesjährige Programm des Kongresses wider.
Niederösterreich nimmt dabei seit den Neunzigerjahren eine
Pionierrolle ein. Mittlerweile werden MusiktherapeutInnen in
verschiedenen Einrichtungen wie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
und an acht niederösterreichischen Landeskliniken unter anderem in
der Geriatrie, Onkologie und Pädiatrie eingesetzt.

"Für uns im Land Niederösterreich geht es darum, standort- und
patientengerechte Medizin anzubieten, die den Menschen im Fokus hält.
Hier kann die Musiktherapie sowohl in der Gesundheitsvorsorge als
auch im klinischen Bereich neue Ansätze und auch neue Lösungen
finden", ist Kongress-Initiator und Landeshauptmann-Stellvertreter
Mag. Wolfgang Sobotka überzeugt.

Die Erweiterung der personalisierten Medizin auf therapeutische
Prozesse war einer der zentralen Diskussionspunkte beim Kongress.
Bisher achtete man laut Tucek vor allem auf die individuelle Genetik
einer Patientin bzw. eines Patienten. Es ginge aber vielmehr darum,
auch auf die Biografie der/des Patientin/en verstärkt einzugehen, was
wiederum impliziert, dass ein bestimmtes Musikstück nicht für alle
PatientInnen gleichermaßen erfolgreich im Heilungsprozess eingesetzt
werden kann.

Weil es nun um den Menschen und seine individuelle Beschaffenheit
geht, sind nicht nur SpezialistInnen, sondern vielmehr auch eine
verstärkt interdisziplinäre Zusammenarbeit gefragt, darin waren sich
die ExpertInnen bei der abschließenden Podiumsdiskussion einig. In
der Musiktherapie sehen sie auch das Potenzial, eine Synthese bzw.
Brücke zwischen Geistes- und Naturwissenschaften zu schaffen.

"Ein entsprechendes Bewusstsein, was Musiktherapie ist und kann,
muss in der Medizin und vor allem in der Bevölkerung flächendeckend
geschaffen werden. Bewusstseinsbildung und die Stärkung der
nationalen und internationalen Zusammenarbeit werden die Ziele des
Weltkongresses sein, der 2014 an der IMC FH Krems stattfinden wird",
so Sobotka.

Hochkarätige ReferentInnen des diesjährigen Kongresses waren unter
anderem Prof. Julian F. Thayer, PhD, Ohio State University, USA,
Prof. Dr. Byungchuel Choi, Präsident der World Federation of Music
Therapy, Korea, Friederike Haslbeck, MAS, Universität
Witten-Herdecke, Univ.-Prof. Dr. mult. Wolfgang Mastnak, Universität
für Musik und darstellende Kunst München, Petra Kern, PhD, MT-DMtG,
MT-BC, MTA, Music Therapy Consulting, USA, Prof. Dr. sc. hum. Thomas
Hillecke, SRH Hochschule Heidelberg, Yun Zhi Chen, Shanghai
Conservatory of Music, China, und Dr. Sumathy Sundar, Chennai School
of Music Therapy, Indien, sowie Univ.-Prof. Dr. Klaus Felix Laczika,
Medizinische Universität Wien.

Der Kongress wurde von der IMC FH Krems in Kooperation mit der
Initiative "Tut gut!", der SRH Hochschule Heidelberg und der NÖ
Landeskliniken-Holding veranstaltet und vom Land Niederösterreich
unterstützt. 2014 wird in Krems auch der Weltkongress der
Musiktherapie stattfinden.

Über die IMC Fachhochschule Krems

Die IMC FH Krems ist eine österreichische Fachhochschule mit
internationaler Ausrichtung. Sie bietet bedarfsorientierte,
berufspraktische Ausbildung, die sich an internationalen
hochschulischen Standards orientiert. Die FH Krems bietet sowohl
einen Bachelor- als auch - als erste Institution Österreichs - einen
Masterstudiengang Musiktherapie an.

Links: www.mozart-science.eu, www.fh-krems.ac.at, www.lknoe.at,
www.noetutgut.at
Download Presseinformationen, Pressefotos unter www.mozart-sience.eu
sowie www.commedia.co.at/newsstage
Copyright Foto: Initiative "Tut gut!"

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | CMM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel