• 12.11.2012, 11:30:43
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Drei Eröffnungen zum Jubiläum Ein Jahr 21er Haus

Artothek des Bundes | Die Sammlung #2 | 21er Raum: Andy Boot. Überfläche

Utl.: Artothek des Bundes | Die Sammlung #2 | 21er Raum: Andy Boot.
Überfläche=

Wien (OTS) - Fast auf den Tag genau ein Jahr nach seiner Eröffnung
feiert das 21er Haus, als Ort der Produktion, Rezeption und Reflexion
von österreichischer Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im
internationalen Kontext, die Eröffnung der Artothek des Bundes und
präsentiert zwei neue Ausstellungen. Die Artothek des Bundes, die
seit den 1950er-Jahren Werke aus allen Bereichen der zeitgenössischen
Kunst sammelt, umfasst aktuell über 36.000 Werke und wird durch die
laufende Ankaufstätigkeit des Bundesministeriums für Unterricht,
Kunst und Kultur im Rahmen der Kunstförderung stetig erweitert. Mit
Die Sammlung #2 werden in der ersten Neuaufstellung der permanenten
Sammlung frische Bezüge und Berührungspunkte geschaffen sowie in fünf
Sektionen wichtige lokale Bezugsfelder und Entwicklungen der
zeitgenössischen und modernen Kunst beleuchtet. Im 21er Raum, der
neuen Ausstellungsfläche für junge zeitgenössische Positionen, werden
alle sechs Wochen Arbeiten von in Österreich lebenden und arbeitenden
Künstlern präsentiert. Den Anfang macht der gebürtige Australier Andy
Boot mit seiner Schau Überfläche.

Eröffnung der Artothek des Bundes im 21er Haus

"Die Verankerung der Artothek des Bundes im 21er Haus, ein Jahr
nach dessen Eröffnung, ist ein starkes Signal für die zeitgenössische
Kunst in Österreich. Mit diesem Schritt nützen wir Synergien, in
wissenschaftlicher und organisatorischer Hinsicht. Wir erleichtern
den Zugang zu den Werken und erweitern die Nutzung sowie die
Präsentation der Sammlung. Gleichzeitig fördern und stärken wir damit
die in Österreich lebenden Künstlerinnen und Künstler und ihre
Präsenz im In- und Ausland. Zeitgenössische Kunst so vielen Menschen
wie möglich zugänglich und erlebbar zu machen ist mir wichtig.
Gemeinsam ist es uns gelungen, der Artothek des Bundes eine neue,
authentische Heimat zu geben und dabei die Eigenständigkeit der
Sammlung zu bewahren. Ich bedanke mich bei Direktorin Dr. Agnes
Husslein-Arco und dem Team des Belvedere für die gute Zusammenarbeit,
das sichtbare Ergebnis überzeugt", so Kulturministerin Dr. Claudia
Schmied. Die Artothek des Bundes gilt als umfassende Dokumentation
des zeitgenössischen österreichischen Kunstschaffens. Aktuell
befinden sich über 36.000 Werke moderner und zeitgenössischer
österreichischer Kunst in der Sammlung, die seit ihrer Gründung zu
Beginn der Zweiten Republik kontinuierlich gewachsen ist und
zahlreiche Frühwerke heute etablierter Künstler sowie sehr junge
Positionen enthält. Durch die Ankaufstätigkeit des Bundesministeriums
für Unterricht, Kunst und Kultur im Rahmen der Kunstförderung wird
die Sammlung stetig erweitert und aktualisiert. Jährlich werden mit
einem Ankaufsbudget von rund 500.000 Euro Werke von etwa hundert
österreichischen Künstlern erworben.

Die Ankaufsstrategie des Bundes hat sich im Laufe der Jahre
entsprechend dem sozialen Wandel verändert. Stand anfänglich der
Gedanke einer sozialen Förderung im Vordergrund, verlagerte sich der
Schwerpunkt in weiterer Folge einerseits auf die Vervollständigung
von bestehenden Werkgruppen bereits erfasster Künstler und
andererseits auf die Förderung junger Kunstschaffender, die oftmals
durch Erstankäufe des Bundes Unterstützung am Kunstmarkt fanden.
Traditionelle Medien wie Malerei und Grafik nehmen noch immer einen
sehr hohen Anteil ein, die Sammlung der Artothek des Bundes wird aber
immer mehr mit Werken aus den Neuen Medien, Fotografie,
Installationskunst und prozessorientiertem Arbeiten ergänzt und
bereichert. Die Sammlungsobjekte der Artothek des Bundes stehen für
die Ausstattung der Repräsentationsräumlichkeiten und Büros der
Bundesdienststellen im In- und Ausland zur Verfügung. Etwa ein
Drittel des Bestandes befindet sich als Leihgaben in rund 450
öffentlich-rechtlichen Institutionen wie zum Beispiel dem Parlament,
der Präsidentschaftskanzlei, Bundesministerien, Universitäten,
europäischen Organisationen, österreichischen Botschaften und
Kulturforen. Ausgewählte Werke werden im Rahmen von Ausstellungen der
Öffentlichkeit präsentiert, zuletzt in der vom Bundesministerium für
Unterricht, Kunst und Kultur organisierten Schau Desiring the Real in
Havanna, Kuba. Zudem befinden sich Werke von musealer Bedeutung als
Dauerleihgaben in zahlreichen österreichischen Museen.

Im Rahmen der Baumaßnahmen zur Wiedereröffnung wurden im 21er Haus
die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für die Integration der
Artothek des Bundes geschaffen. Von den Gesamtkosten in Höhe von ca.
31,9 Mio. Euro entfiel ein Anteil von ca. 3,7 Mio. Euro auf die
Artothek. 2011 wurde das Belvedere vertraglich mit der Verwaltung der
Artothek des Bundes beauftragt, ab April 2012 wurden die lagernden
Werke und der elektronisch erfasste Bestand in das 21er Haus
übersiedelt. Die Artothek des Bundes bleibt eine eigenständige
Sammlung, ihre Betreuung wird von den Experten des Belvedere
geleistet. Dafür erhält das Belvedere eine jährliche Abgeltung seines
Verwaltungsaufwands in der Höhe von 211.000 Euro.

"Mit der Übersiedelung der Artothek des Bundes ergeben sich
weitere museale Verknüpfungen sowie praktische Synergien. Da das
Belvedere mit dem 21er Haus über ausreichend Räumlichkeiten verfügt,
seine zeitgenössischen Kunstbestände permanent auszustellen, können
in den Sammlungspräsentationen auch ungleich mehr Werke aus der
Artothek der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden", erklärt Agnes
Husslein-Arco. So werden in Die Sammlung #2 auch zahlreiche Arbeiten
aus dem Bestand der Artothek des Bundes präsentiert.

Die Sammlung #2 | Erste Neuaufstellung der Sammlung
zeitgenössischer Kunst im 21er Haus

Die Sammlung #2 zeigt als erste Neuaufstellung von Werken aus der
Sammlung für zeitgenössische Kunst Arbeiten von den 1940er-Jahren bis
hin zu jungen Positionen. Die halbjährlich wechselnde
Sammlungspräsentation bietet einen profunden, lebendigen und mit der
internationalen Bewegung vergleichenden Einblick in die Entwicklung
der modernen österreichischen Kunstgeschichte. "Die Werke werfen ein
Licht auf die Eigenheiten einer lokal verorteten Kunstproduktion, die
sich im Zusammenhang mit der internationalen Gegenwartskunst
entwickelt hat. Gleichzeitig werden durch die Konfrontation junger
Künstler mit Werken der Nachkriegsavantgarde ideengeschichtliche
Zusammenhänge aufgezeigt, die frische Bezüge und Berührungspunkte
schaffen. Eine spannungsreiche Präsentation wirft einen frischen
Blick auf eine dynamische, sich permanent weiterentwickelnde
Sammlung", erläutert Kuratorin Bettina Steinbrügge.

In fünf verschiedenen Sektionen beleuchtet die Ausstellung
wichtige lokale Bezugsfelder und Entwicklungen der zeitgenössischen
und modernen Kunst: Kunstszenen, Schriftbilder, Nach der Malerei,
Knoten/Reihe/Struktur sowie Zwischen Abstraktion und Figuration
dienen als atmosphärische wie auch inhaltliche Klammern.
Künstlergruppen und Netzwerke spielen in der österreichischen Kunst
eine wichtige Rolle und neue ästhetische Setzungen erhalten oft erst
durch Allianzen Relevanz, was in der Sektion Kunstszenen aufgezeigt
wird. Schriftbilder thematisiert die Auseinandersetzung mit Sprache
als Material. Die konkrete Poesie, die sich in den 1950er-Jahren in
Europa und Brasilien entwickelte, findet ihre Fortsetzung in den
Schriftstücken, Anleitungstexten und textuellen Interventionen der
Konzeptkunst. Die Sektion Nach der Malerei setzt sich mit der
Veränderung der medialen Landschaft auseinander, in der neue Medien
die alte Gattungsordnung herausfordern und Installations-, Objekt-
und Performancekunst in Erscheinung treten. Knoten/Reihe/Struktur
widmet sich einem weiteren Aspekt der klassischen Moderne. In der
konkreten Moderne werden Gestaltungsnormen wie Gerade, rechter Winkel
und Primärfarben eingesetzt. Mit dem Aufkommen eines konzeptuellen
Formalismus ab den späten 1970er-Jahren wurden die damals
entstandenen großen Erzählungen kritisch kommentiert sowie in
alltags- und populärkulturelle Kontexte gesetzt. Die neu
hinzugekommene Abteilung Zwischen Abstraktion und Figuration
diskutiert deren Entwicklung und gegenseitige Grenzüberschreitungen.
Daraus entstehen neuartige Bildwelten, die etwas erfinden, das dem
Unbewussten zuzuordnen ist und künstlerische Stile reflektiert.

Künstler der Ausstellung Die Sammlung #2 sind u.a. Marc Adrian,
Georg Baselitz, Joseph Beuys, Herbert Boeckl, Günter Brus, Manfred
Erjautz, VALIE EXPORT, gelatin, Bruno Gironcoli, Rudolf Hausner,
Damien Hirst, Birgit Jürgenssen, Peter Kogler, Hans Kupelwieser,
Maria Lassnig, Otto Muehl, Flora Neuwirth, Hermann Nitsch, Oswald
Oberhuber, Karl Prantl, Arnulf Rainer, Gerwald Rockenschaub, Gerhard
Rühm, Hans Schabus, Markus Schinwald, Hubert Schmalix, Lucie Stahl,
Curt Stenvert, Esther Stocker, Max Weiler, Franz West, Erwin Wurm,
Otto Zitko und Heimo Zobernig.

21er Raum | Die neue Ausstellungsfläche des 21er Haus
präsentiert Andy Boot

Im 21er Raum werden in einem Intervall von sechs Wochen insgesamt
jährlich acht vorrangig Einzel-, aber auch kleine
Gruppenausstellungen zu sehen sein. Der Fokus liegt auf jungen
zeitgenössischen Positionen in Österreich lebender und arbeitender
Künstler. Zentral im Obergeschoss gelegen, hebt sich der Raum im Raum
architektonisch vom Gebäude ab und fügt sich zugleich in die
Gesamtstruktur ein. Der Entwurf von Nadim Vardag reflektiert durch
verspiegelte Außenwände die Werke der Sammlung und die gesamte
Innenarchitektur des Hauses. In der ersten Ausstellung im 21er Raum
präsentiert der gebürtige Australier Andy Boot ein Arrangement aus
neuen Skulpturen und Arbeiten auf Leinwand. "Unter dem Titel
Überfläche diskutiert der Künstler Bedeutungen von Oberflächen und
den möglichen Status dessen, was über diesen Oberflächen liegt. Boot
unternimmt den Versuch, jene Welt als ästhetisches Phänomen zu
formalisieren, in der zwischen Sein, Präsentieren und Repräsentieren
nicht mehr unterschieden, sondern nur noch der Glanz der Oberflächen
wahrgenommen wird", so Kurator Severin Dünser.

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