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AVISO : Pressekonferenz 30 Jahre Rosa Lila Villa
15. November 2012 10 Uhr Linke Wienzeile 102, 1060 Wien
Utl.: 15. November 2012 10 Uhr
Linke Wienzeile 102, 1060 Wien=
Wien (OTS) - Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Rosa Lila Villa
laden wir sehr herzlich zur Pressekonferenz, die folgende Themen
behandeln wird:
+ Die Rosa Lila Villa - eine Standortbestimmung
+ Umbenennung des Trägervereines Türkis Rosa Lila Tipp
+ Stellungnahme zur aktuellen Häuserpolitik in Wien
ROSA LILA VILLA
Die Rosa Lila Villa ist das Community-Zentrum für Lesben, Schwule und
Trans*Personen in Wien: Es entstand vor 30 Jahren aus der
Hausbesetzer*innenbewegung und vereint heute ein Projekt für
kollektives Wohnen (Wohnverein türkis_rosa_lila wohn*satellit), ein
Beratungs- und Informationszentrum (Verein Türkis Rosa Lila Tipp) und
ein Café-Restaurant (Verein Willendorf) unter einem Dach.
1982 wurde das Haus von engagierten Aktivist*innen besetzt und "Rosa
Lila Villa - Erstes Wiener Lesben und Schwulenhaus" genannt. Nach
zähen Verhandlungen mit der Gemeinde Wien und dem dankenswerten
Einsatz der damaligen Vizebürgermeisterin Gertrude Fröhlich-Sandner,
übertrug die Stadt das Haus dem Verein Rosa Lila Tip für 30 Jahre zur
Selbstverwaltung.
Seit der Generalsanierung 1985 ist die Rosa Lila Villa Treffpunkt und
Brutstätte unzähliger Initiativen und Selbsthilfegruppen, Ort
aktivistischer Organisierung und Ausgangspunkt für Interventionen in
heteronormative Strukturen und das "Wiener Stadtbild". Das
Weiterbestehen der Rosa Lila Villa, die sich immer noch im Eigentum
der Stadt Wien befindet, wurde durch die neuerliche Aushandlung eines
Baurechtsvertrages bis 2045 gesichert.
Prinzipiell steht das Gesamtprojekt Rosa Lila Villa für einen
utopischen Gegenentwurf zu den dominierenden Mainstreamkonzepten von
Heteronormativität, Patriarchat und binären Identitätskonstruktionen
und es wird im Wohnverein das Zusammenleben und die Zusammenarbeit
von Lesben, Schwulen und Trans*personen abseits der "Kernfamilie"
gelebt.
POPOLITIK
Die Rosa Lila Villa ist ein politisches Bestärkungsprojekt von und
für Lesben, Schwule und Trans*gender, die in ihrer Art einmalig ist.
Als es 1982 als Hausprojekt startete, war den damaligen
Bewohner*innen klar, dass es nicht nur um Wohnraum, sondern auch um
radikale, emanzipatorische Politik ging. Seit 1982 sind viele der
diskriminierenden Paragrafen (wie etwa das Vereins- und Werbeverbot)
Geschichte, insbesondere Lesben und Schwule scheinen im Mainstream
urbaner Lebensrealitäten und auch im Bewusstsein einer
heteronormativen Gesellschaft angekommen zu sein. Dennoch bleiben
strukturelle Fragen von Homo- und Transphobie ungelöst.
Das Projekt und die Aktivist*innen und Bewohner*innen, stellen sich
gegen assimilatorische Tendenzen der LGBTIQ-Community und versuchen,
alternative Lebensentwürfe und politische, emanzipatorische
Strategien in Praxis zu übersetzen. Fragen der Allianzen zwischen
unterschiedlichen minorisierten Gruppen und die Bekämpfung
verschiedenster Formen von Diskriminierungen sind ein wichtiger
Bestandteil der politischen Arbeit. Die Rosa Lila Villa weiß daher um
die Notwendigkeit, Räume gegen den homo- und transphoben,
sexistischen und rassistischen Alltag zu etablieren und zu erhalten.
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