"Dicke Luft" in Österreichs Schulklassen

Wien (OTS) - Die Luft ist sprichwörtlich raus: Erstmals wurde über die unabhängige Plattform MeineRaumluft.at eine, in dieser Art und Umfang einzigartige, österreichweite Studie zur Raumluftqualität in Schulen durchgeführt. Über 1000 Schulklassen nahmen teil. Resultat:
Bei fast allen Faktoren für gesunde Raumluft (Luftfeuchtigkeit, CO2-Gehalt, Luftionen, Raumtemperatur und Luftaustauschrate) liegen die Werte zum Teil weit über bzw. unter den Richtwerten. Es herrscht also wahrlich "dicke Luft" im Klassenzimmer - und Handlungsbedarf. Daher haben die Plattform "MeineRaumluft.at" und das bm:ukk eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Diese soll helfen, Bewusstheit über Raumluft und umsetzbare Maßnahmen für eine bessere Raumluft herzustellen.

Lebens-Raum-Luft: Schule

SchülerInnen und LehrerInnen verbringen ca. 30 % - 50 % ihrer Tageszeit in der Schule. Daher brauchen sie optimale Raumluftbedingungen, um ihr Lernvermögen und ihre Leistungsfähigkeit entwickeln zu können. Es gibt viele Faktoren im Klassenzimmer, die die Lernbereitschaft und Aufmerksamkeit unserer Kinder und Jugendlichen positiv oder negativ beeinflussen. Der Raumluft-Qualität kommt dabei ein besonders hoher Stellenwert zu. Dies spiegelt sich auch in der subjektiven Wahrnehmung von SchülerInnen und LehrerInnen wider, die oft über eine "schlechte" oder "verbrauchte" Luft am Ende der Schulstunde klagen. Denn nicht nur durch die erforderte Konzentration im Unterricht ermüden die Schüler, sondern auch durch die schlechte Luft im Klassenzimmer.

Gesunde Raumluft: Worauf kommt es an?

Wesentliche Faktoren einer guten Raumluft sind dabei die Luftfeuchtigkeit, die Raumtemperatur, die Luftionen, sowie eine möglichst geringe Belastung mit Schadstoffen wie z.B. Feinstaub oder VOC (Volatile Organic Compounds = Flüchtige organische Verbindungen) und CO2.

MeineRaumluft-Schulstudie 2012

Mit Unterstützung und Befürwortung des bm:ukk hat die unabhängige Plattform "MeineRaumluft.at" österreichweit eine einzigartige Schulaktion durchgeführt. Dabei konnten sich Schulklassen jeweils für eine Woche eine Messgerät leihen, das den CO2-Gehalt, die Raumtemperatur, die Luftfeuchtigkeit und bei ausgewählten Geräten die Luftaustauschrate misst. 2.500 Schulklassen bewarben sich für diese Aktion, knapp über 1.000 Schulklassen konnten mit einem Messgerät versorgt werden. Die Werte wurden mittels Raumluftprotokoll von den Klassen erfasst, an die Plattform rückgemeldet und mündeten in Österreichs größte Raumluftstudie in Schulklassen. Erhoben wurde des Weiteren auch die Klassengröße, die Anzahl der SchülerInnen pro Klasse, die bauliche Ausstattung (Heizung, Fenster, Bauweise), ob während der Messperiode geheizt wurde und ob eine Lüftungsanlage vorhanden ist. Zusätzlich wurden in 133 Schulklassen erstmalig und weltweit einzigartig auch Luftionen-Messungen durchgeführt.

Kurz-Zusammenfassung der Ergebnisse

Die MeineRaumluft-Schulstudie konzentrierte sich auf folgende fünf wesentliche Faktoren zur Ermittlung der Raumluft-Qualität: CO2, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Luftwechselrate und Luftionen. Die Messergebnisse haben aufgezeigt, dass CO2 bei über 50 % der Schulklassen erhöht bis stark erhöht ist, die Temperatur bei mehr als der Hälfte der Schulklassen zu hoch war, die Luftfeuchtigkeit bei knapp einem Drittel der Klassen deutlich zu gering ist, die stündliche Luftaustauschrate nicht erreicht wird und die Luftionenanzahl bei mehr als der Hälfte der Klassen unter einem empfohlenen Wert von 1.000 Luftionen liegt.

Besseres Raumklima nur einen Luftsprung entfernt

Ziel der Messungen war das Aufzeigen der Raumluftsituation in Österreichs Schulen und das Schaffen von Bewusstsein für Raumluft, Raumklima und die Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden. Nun folgt der nächste Schritt: Um die Raumluftqualität in den Schulen zu verbessern, sollen nicht nur Bildungseinrichtungen und Lehrkräfte sensibilisiert, sondern auch die SchülerInnen aktiv eingebunden werden. Aus diesem Grund wurde der MeineRaumluft-Award "Luftsprung2013" ins Leben gerufen. SchülerInnen jeder Altersstufe können auf dem eigens angefertigten "Luftsprung-Pass" ihre Ideen, seien es einfach umsetzbare oder auch visionäre Zukunftsideen, aufschreiben oder -zeichnen. Gekürt werden die besten zwölf Beiträge mit einem Raumluft-Messgerät für das Klassenzimmer.
"Die SchülerInnen lernen durch die Aktion selbstbestimmt für ihre Gesundheit zu sorgen. Dabei steht der kreative Aspekt im Vordergrund. Schließlich soll Gesundheitsbewusstsein auch Spaß machen", so Sprecher der Plattform und Raumluft-Experte Mag. Thomas Schlatte.

Fotos finden Sie unter: www.apa-fotoservice.at/galerie/3577

Über die Plattform

Die Plattform "MeineRaumluft.at" wird von Wissenschaft, Institutionen mit Bezug zum Thema Raumluft, Forschungseinrichtungen und Unternehmen getragen. MeineRaumluft.at ist eine unabhängige Plattform die sich zum Ziel gesetzt hat, die Öffentlichkeit in allen Fragen rund um das Thema "Gesunde Raumluft" zu sensibilisieren und damit zu einer spürbaren Verbesserung der Raumluft in Innenräumen beizutragen. Die Plattform bietet umfassende Informationen zu den vielfältigen Zusammenhängen zwischen Gesundheit, Wohlgefühl und Leistungsfähigkeit mit der Qualität der Luft im geschlossenen Raum und bietet auch die Möglichkeit zum Austausch mit Experten aus Wissenschaft, Baukunde und dem Gesundheitssektor.

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MeineRaumluft
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