- 08.11.2012, 07:34:31
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ÖH WU: Masterstudium - Müssen wir die WU verlassen?
BM Karlheinz Töchterle diskutierte am Dienstag, dem 6.11., mit einer Expertenrunde und rund 600 betroffenen Studenten
Utl.: BM Karlheinz Töchterle diskutierte am Dienstag, dem 6.11., mit
einer Expertenrunde und rund 600 betroffenen Studenten=
Wien (OTS) - Anlässlich des Erscheinens des Bergson Master Guides lud
Dienstagabend die ÖH an der WU Wien zur öffentlichen Diskussion. Rund
zwei Stunden debattierte der ÖH WU Vorsitzende Christian Tafart mit
seinen Gästen Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, WU-Rektor
Christoph Badelt, Christian Havranek von Deloitte und Romed Neurohr,
dem Verleger des Bergson Guides.
Wissenschaftsminister Töchterle gab ein klares Bekenntnis ab: "Wir
brauchen Zugangsregelungen! Ich kämpfe dafür."
ÖH WU Vorsitzender Christian Tafart kritisierte die politische
Haltung Töchterles: "Dass wir uns heute Zugangsregeln quasi wünschen
müssen, ist kein gottgegebener Zustand, vielmehr haben den Sie und
Ihre Vorgänger zu verantworten. Denn mit den entsprechenden
Rahmenbedingungen und Unterstützung, hätte jeder Bachelor-Absolvent
der WU, der ernsthaft einen Masterplatz anstrebt, eine faire Chance.
Entweder hier an der WU oder in Europa. Weil wir alleine gelassen
werden, bieten wir selber mit dem Bergson Guide aktiv Lösungen für
die Studierenden an. Denn die Zukunft entscheidet sich jetzt, nicht
irgendwann", so Tafart.
Auch Rektor Badelt kritisierte die aktuelle Studiensituation: "Die
Situation an der WU ist so, man kann es leider nicht anders sagen,
dass wir die Leute hinausprüfen. Das machen wir sowohl im Bachelor
als auch im Masterstudium, da wir aus Mangel an Zugangsregelungen
keine andere Möglichkeit haben die WU zu bewirtschaften." Wie auch ÖH
WU Vorsitzender Tafart betonte er den positiven Gedanken hinter der
Bologna-Strategie, in diesem Sinne sollen auch WU Studierende die
Chance ergreifen und ins Ausland gehen.
Romed Neurohr, Verleger des Bergsons, betonte die europäische
Perspektive für österreichische Studenten: "Der Bergson macht die
Komplexität der Hochschullandschaft durch gezielte Information
transparenter und somit zugänglicher. Wir beobachten, vielen
österreichischen Studierenden mangelt es zudem an Selbstvertrauen.
Das scheint aber keineswegs gerechtfertigt. Ich kann sämtlichen
motivierten Studierenden hier nur empfehlen: Gehen Sie hinaus! Trauen
Sie sich das zu. Holen Sie sich die Erfahrung und den Nutzen der
zweiten Universität"
Der Personalexperte Christian Havranek von Deloitte bestätigte die
Aussagen Neurohrs. Auch er rät den Studierenden den für sie
individuellen Weg zu wählen. Auch ein berufsbegleitendes
Masterstudium wird von vielen Unternehmen gefördert und gewünscht:
"Auslandserfahrung, die über ein Auslandssemester hinausgeht, wird
zunehmend wichtiger."
Minister Töchterle kündigte an im Rahmen der Regierungsklausur am
Freitag einen Lösungsansatz zu präsentieren: "Politik ist die Kunst
des Möglichen und manchmal des Unmöglichen. Ich bin froh wenn ich das
Mögliche schaffe. Der politische Kompromiss wird wohl bedeuten, dass
eine ausgewogene Mitte zwischen den Extrempositionen erreicht wird."
Wie Christian Tafart prognostizierte, wird der Kompromiss zwischen
SPÖ und ÖVP weder den Universitäten noch den Studierenden nützen.
Schlussendlich wird den meisten Studierenden keine andere Möglichkeit
bleiben, als ihre Chancen im Ausland zu ergreifen und die WU nach dem
Bachelorstudium zu verlassen.
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