• 06.11.2012, 18:56:08
  • /
  • OTS0291 OTW0291

Margendruck, Kommentar zum Quartalsergebnis von BMW, von Stefan Kroneck.

Frankfurt (ots) - Während Volumenhersteller aus dem europäischen
Ausland um ihre Existenz kämpfen, geht es den deutschen Produzenten
von Auto-Edelmarken trotz einer wachsenden Konjunktureintrübung
relativ gut. BMW, Audi und Mercedes-Benz Cars fahren Ergebnisse ein,
von denen Renault, PSA Peugeot Citroën und Fiat nur träumen können.
Dennoch kann sich das deutsche Trio der Rezession in Südeuropa und
der Flaute in Frankreich und Großbritannien nicht entziehen.

Die Rabattschlacht macht auch vor den erfolgsverwöhnten Konzernen aus
München, Ingolstadt und Stuttgart nicht halt. Um nicht Marktanteile
zu verlieren, müssen auch sie Preiszugeständnisse gewähren. Das
drückt auf die Betriebsergebnisse und damit auf die Umsatzrenditen.
Der Margendruck verschärft sich dadurch, dass sie zugleich in neue
Antriebstechnologien (Stichwort Elektrofahrzeuge) investieren müssen,
um sich für die Zukunft zu rüsten. Das kostet zusätzlich viel Geld.
Entsprechend brachen im dritten Quartal bei BMW, der
Daimler-Autosparte und der Volkswagen-Tochter die Ergebnisse und
Renditen ein.

Für den europäischen Automarkt zeichnet sich keine Wende zum Besseren
ab. Das trübt zwar den Geschäftsausblick für die Premiumhersteller
aus Deutschland, im Vergleich zu den Anbietern aus Italien und
Frankreich handelt es sich bei ihnen aber um Luxusprobleme. In der
Krise zahlt sich ihre global ausgerichtete Strategie aus. Die
Erholung des US-Marktes und das nach wie vor robuste China-Geschäft
können Rückschläge auf dem alten Kontinent locker überkompensieren.
Andere leiden nun unter den Fehlern einer zu einseitigen Ausrichtung
auf den europäischen Markt.

Ungeachtet dessen zeigen sich aber auch unter den deutschen
Premiumherstellern deutliche Unterschiede in der Profitabilität. In
Bezug auf das operative Ergebnis verdient BMW pro verkauftem Fahrzeug
das meiste Geld. In den ersten neun Monaten dieses Jahres
erwirtschafteten die Münchener im Schnitt immer noch beachtliche 4154
(i.V. 4815) Euro vor Zinsen und Steuern pro Stück. Bei Audi waren es
3829 (4069) Euro. Die Daimler-Autosparte lag abgeschlagen bei 3359
(3940) Euro.

Die Zahlen sind das Resultat einer Mixtur aus Preis- und
Modellpolitik sowie Beschaffungs- und Produktionskosten. Hier hat
BMW-Chef Norbert Reithofer nachweislich eine bessere Arbeit geleistet
als Daimler-Chef Dieter Zetsche. Daher wundert es nicht, dass BMW auf
tiefe Einschnitte (noch) verzichten kann, während die Stuttgarter
sich nach der kassierten Prognose ein erneutes
Milliarden-Sparprogramm verordnen.

(Börsen-Zeitung, 7.11.2012)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EUN

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel