- 30.10.2012, 12:07:38
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Medizinische Universität Innsbruck lehnt Fusion mit Stamm-Universität ab
Innsbruck (OTS) - Töchterle und Platter irren, wenn sie behaupten,
dass die Medizin Innsbruck mit der Stammuniversität fusionieren
wolle: Sowohl die wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen, als auch das
Verwaltungspersonal beschließen in Betriebsversammlungen mit großen
Mehrheiten die Ablehnung der Fusion mit der
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.
Ärzte/innen, Forscher/innen, biomedizinische Analytiker/innen und das
Verwaltungspersonal der Medizinischen Universität Innsbruck haben in
Betriebsversammlungen letzte Woche der von der Politik geforderten
Wiedervereinigung mit der Stammuniversität mit großer Mehrheit die
Absage erteilt!
Die 2002 seitens der Medizinischen Universität vehement abgelehnte
Abspaltung hat zu den befürchteten Personalkürzungen im
wissenschaftlichen und ärztlichen Personal geführt, bedingt durch
den Aufbau einer eigenen Struktur und Verwaltung. Diese ist jetzt den
Bedürfnissen im ärztlichen Bereich gut angepasst. In Kooperation
eines nur auf die Medizin fokussierten Rektorats mit einer erstmals
nur von Ärzte/innen gestellten Personalvertretung ist es gelungen,
die Rahmenbedingungen so zu etablieren, dass die Medizinische
Universität Innsbruck das Beste aus dieser Situation gemacht hat:
Beruf und Familie sind besser vereinbar, Forschungsaufenthalte werden
gefördert, die wissenschaftlichen Laufbahnen wurden transparent und
kompetitiv geregelt. Im ärztlichen Bereich wurden die
Arbeitsbedingungen so verbessert, dass die überwiegende Mehrheit der
Ärztinnen nach der Geburt eines Kindes wieder in die Universität
eintritt und weiterforscht. Und das hat sich ausgezahlt: Das über
Drittmittel angestellte Personal, die Publikationsleistung und die
Drittmitteleinwerbung pro Kopf sind die höchsten an den
österreichischen Medizin-Universitäten. Und darauf ist man an der
Medizinischen Universität Innsbruck zu Recht stolz.
Die Gefahr, dass im Zuge einer Fusion mit der Stammuniversität
alle medizinspezifischen konstruktiven und effizienten
Errungenschaften verloren gehen könnten, war für das Personal der
Medizinischen Universität Innsbruck Ausschlag gebend, diese Fusion
mit großer Mehrheit abzulehnen, ebenso wird die Fusion von Rektorat,
Senat und Universitätsrat abgelehnt.
Offenbar gibt es trotz des allgemeinen Sparzwangs Geldmittel, um
eine (von Politiker/innen erwünschte) Fusion über die Runden zu
bringen. Der Einsatz von Millionen an Steuergeldern für dieses
Vorhaben erscheint jedoch höchst fragwürdig. Die hohen Kosten einer
Wiedervereinigung werden nicht der Universitätsmedizin zu Gute
kommen.
Wir fordern daher, dass diese Mittel für Kooperationen zwischen
der Medizinischen Universität Innsbruck und der
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und für gemeinsame
medizinrelevante Forschungsarbeit und Studien eingesetzt werden.
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